Prozess in Thüringen: Paar hielt Mutter mit Zwillingen gefangen – und ließ eigene Kinder durch die Hölle gehen

Einem Mann und seiner Frau wird ab kommenden Dienstag am Landgericht Meiningen der Prozess gemacht. (Symbolbild)
Einem Mann und seiner Frau wird ab kommenden Dienstag am Landgericht Meiningen der Prozess gemacht. (Symbolbild)
Foto: Thomas Frey / dpa

Meiningen. Der Fall einer mitsamt ihrer Babys zeitweise verschwundenen Mutter von Zwillingen hat im vergangenen Herbst Aufsehen im Raum Meiningen erregt.

Jetzt ist gegen ein Ehepaar Anklage erhoben worden, wie aus einer Mitteilung des Landgerichts von Montag hervorgeht. Das Paar muss sich demnach wegen mehrerer schwerwiegender Vorwürfe von Dienstag kommender Woche an vor Gericht verantworten.

Paar soll Droh-Szenario konstruiert haben

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, im September 2018 die Mutter mit ihren Kindern, die damals in einem Mutter-Kind-Heim lebten, unter einem Vorwand in ihr Haus gelockt zu haben.

Das Paar habe dann ein Droh-Szenario konstruiert. Damit soll es die damals 31 Jahre alte Frau dazu gebracht haben, etwa zwei Wochen bei ihnen im Haus zu bleiben - aus Angst ihre Kinder zu verlieren.

Der heute 45 Jahre alte Mann und seine 39-jährige Ehefrau wollten laut Anklage die Zwillinge als ihre eigenen Kinder ausgeben, sie groß ziehen und die Mutter nach Afrika schleusen.

Vorwurf lautet Menschenhandel

Unter einem Vorwand sei es der Frau aber gelungen, das Haus mit ihren Kindern zu verlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar Menschenhandel in Tateinheit mit versuchter Entziehung Minderjähriger vor.

Söhne missbraucht und misshandelt

Dem 45-Jährigen wird außerdem zur Last gelegt, dass er von 2015 bis 2018 seine leiblichen Söhne in drei Fällen sexuell missbraucht haben soll. Die beiden Jungen kamen 2011 und 2013 zur Welt.

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Seine Ehefrau soll davon gewusst haben, aber nicht eingeschritten sein. Auch sollen die beiden ihre Söhne in drei Fällen für mehrere Stunden in eine Kiste gesperrt haben. (dpa)