Schwere Unfälle in Thüringen: Nur ein Meter fehlte zur Katastrophe!

Auf der A4 bei Gotha in Thüringen ist am Dienstag in einem Stau ein Lkw auf einen anderen gerast. Zwei Männer wurden dabei schwer verletzt.
Auf der A4 bei Gotha in Thüringen ist am Dienstag in einem Stau ein Lkw auf einen anderen gerast. Zwei Männer wurden dabei schwer verletzt.
Foto: Lino Georgiev

Thüringen. Nach den schweren Unfällen mit Lkw auf Autobahnen in Thüringen wird die Polizei die letzten Sekunden in den Fahrerkabinen vermutlich nie endgültig rekonstruieren können. Die Umstände deuten jedoch darauf hin, dass die Männer am Steuer abgelenkt waren. Einer von ihnen verdankt sein Leben wohl nur einem einzigen Meter.

Schwere Unfälle mit Lkw in Thüringen: Sperrungen auf Autobahnen – Mann tot

Es war ein schockierender Dienstag in Thüringen: Auf den Autobahnen folgte ein Unfall dem anderen, mehrere Sperrungen sorgten für Behinderungen.

Besonders dramatisch waren zwei Crashs, bei denen Lkw in Baustellen auf der A4 bei Gotha und der A9 bei Eisenberg jeweils in das Ende eines Staus krachten. Ein Mann starb dabei, zwei andere wurden schwer verletzt.

Schwere Unfälle auf A4 und A9: Fahrer abgelenkt?

Die Fahrer seien offenbar abgelenkt gewesen, sagt der Sprecher der Thüringer Autobahnpolizei, Christian Cohn. Wovon? Die Frage lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten. In solchen Fällen sei es im Nachhinein nur schwer möglich herauszufinden, ob jemand am Steuer beispielsweise durch Lesen oder ein Handy abgelenkt war – oder möglicherweise auch übermüdet.

Einige Lkw-Fahrer stellen Abstandsmesser aus – dabei könnten sie Leben retten

Sicher ist, dass die Lastwagen ungebremst in den Stau fuhren. Technische Hilfsmittel könnten so etwas verhindern, erklärt Cohn. Abstandsmesser würden Lkw zum Beispiel abbremsen. "Aber oftmals werden die Geräte auch ausgeschaltet", berichtet der Polizeisprecher von der Praxis auf den Autobahnen. Dies ermögliche, näher an den Laster davor heranzufahren und so im Windschatten Sprit zu sparen oder sich vor dem Überholen erst einmal "ranzusaugen".

Die Motive für die Abschaltung seien unterschiedlich, sagt Cohn. Ob solche Geräte auch in den Lkw bei den aktuellen Unfällen in Thüringen installiert und gegebenenfalls deaktiviert waren, sei aber unklar.

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Unfall am Stauende: Fahrerkabinen werden zerquetscht

Die Folgen eines umgebremsten Aufpralls eines Lkw am Stauende sind in der Regel verheerend. Da die Lastwagen kaum eine Knautschzone haben, werden die Fahrer bei solchen Unfällen häufig eingeklemmt oder reglerecht zerdrückt. Diesem Schicksal ist der 33-Jährige bei dem Crash am Dienstag auf der A4 bei Gotha nur um Haaresbreite entgangen.

Schwer verletzt, aber am Leben: Lkw-Fahrer entkommt Tod gerade so

Wie Polizeisprecher Cohn berichtet, schlug der Lkw des Mannes nicht komplett frontal in das Heck des anderen Lasters, sondern leicht versetzt – eventuell weil der 33-Jährige etwas nach links geraten war oder im letzten Moment noch hinüberziehen konnte. So wurde hauptsächlich die Beifahrerseite eingedrückt. Der Fahrer wurde zwar schwer verletzt, aber der eine Meter, den er versetzt fuhr, rettete ihm das Leben.