Thüringen: Brand in Asylunterkunft – dieser Mann soll das Feuer gelegt haben

Die Feuerwehr konnte den Brand der Asylunterkunft in Rudolstadt löschen.
Die Feuerwehr konnte den Brand der Asylunterkunft in Rudolstadt löschen.
Foto: Fabian Peikow

Rudolstadt. Offenbar war es Brandstiftung: Ein 20 Jahre alter Asylbewerber soll für das verheerende Feuer in einer Gemeinschaftsunterkunft in Thüringen verantwortlich sein.

Was genau der junge Mann getan haben soll, ist aber weiterhin unklar. Bei dem Brand in Rudolstadt waren in der Nacht zum Freitag vier Menschen verletzt worden. Das Gebäude wurde evakuiert. 76 Bewohner waren davon betroffen.

Feuer in Flüchtlingsheim in Thüringen

Das war passiert: Gegen 22.30 Uhr am Donnerstagabend schlug die Brandmeldeanlage in der Gemeinschaftsunterkunft an der Jenaischen Straße Alarm.

Sofort eilten Trupps der Feuerwehr Rudolstadt und Pflanzwirbach zum Einsatzort. Als die Einsatzkräfte bereits unterwegs waren, ging ein Notruf bei der Leitstelle ein. Danach war klar: Das ist kein Fehlalarm.

Asylunterkunft in Rudolstadt in Flammen – Feuerwehr erhöht Alarmstufe

Bei Ankunft der Feuerwehr schlugen bereits Flammen aus einem Fenster, Rauch strömte durch das Innere des Gebäudes. Anlass genug für die Einsatzkräfte die Alarmstufe zu erhöhen.

Schließlich befanden sich zu dem Zeitpunkt noch Familien mit Kindern und zahlreiche andere Bewohner der Asylunterkunft im Brandobjekt. Die Feuerwehr forderte Unterstützung aus Saalfeld, Crösten, Schaala und Bad Blankenburg an und begann unter Atemschutz mit der Evakuierung des Gebäudes.

Zur Unterstützung der Einsatzleitung war auch die Führungsgruppe des Landkreises im Einsatz.

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Bewohner verletzen sich bei Löschversuch

Noch bevor die Feuerwehr eintraf, hatten drei Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft versucht, den Brand von außen mit mehreren Feuerlöschern einzudämmen – vergeblich.

Bei ihrem Einsatz erlitt das Trio Rauchgasvergiftungen. Sie wurden vor Ort behandelt. Weitere Bewohner der Asylunterkunft erlitten ebenfalls Rauchvergiftungen. Manche von ihnen wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Über die genaue Zahl der Verletzten hat die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt noch keinen Überblick.

Feuerwehr löscht Brand – Polizei ermittelt

Was den drei Männern nicht gelang, erledigte anschließend die Feuerwehr. Nachdem der Brand gelöscht war, wurde das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Das Zimmer im Erdgeschoss, in dem das Feuer ausgebrochen war, war komplett ausgebrannt.

Durch den rechtzeitigen Alarm der Brandmeldeanlage konnte die Feuerwehr noch Schlimmeres verhindern. Nach dem Vorfall musste das Gebäude längere Zeit mit Hochdrucklüftern belüftet werden, um es von giftigen Rauchgase zu befreien.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurde der Verdächtige noch in der selben Nacht in eine Psychiatrie eingewiesen.

Der Schaden wird derzeit auf 20.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen der Kripo Saalfeld dauern noch an. (ak, aj)