Virus-Ausbruch in Thüringen! Das sind die Symptome des Hantavirus

Die Viren werden mit dem Speichel, Urin und Kot kleiner infizierter Säugetiere ausgeschieden.
Die Viren werden mit dem Speichel, Urin und Kot kleiner infizierter Säugetiere ausgeschieden.
Foto: dpa
Staubige Schuppen, Garagen oder Waldhütten - dort kann man sich in Thüringen mit dem Hantavirus anstecken. Das Risiko ist dieses Jahr deutlich gestiegen - aber warum?

Wo sich Rötelmäuse wohlfühlen, lauert womöglich auch der Erreger: In diesem Jahr könnten laut Experten in bestimmten Gebieten Deutschlands wieder überdurchschnittlich viele Menschen am Hantavirus erkranken.

«2019 ist ganz deutlich ein Ausbruchsjahr», sagte Mirko Faber, Wissenschaftler am Robert Koch-Institut in Berlin (RKI), auf dpa-Anfrage.

Achtung, Mäusekot! Viele Hantavirus-Infektionen auch in Thüringen erwartet

Besonders betroffen sind Faber zufolge diese Regionen:

  • Ost-Hessen
  • West-Thüringens
  • Münsterland
  • Schwäbische Alb,
  • Räume Stuttgart und Osnabrück,
  • Unterfranken,
  • Bayerische Wald

Risiko-Ort: Waldhütten

In Deutschland gilt das Einatmen von zu Staub zerfallenem Kot von Rötelmäusen (auch Waldwühlmaus) als Haupt-Infektionsquelle für das Hantavirus. Aber auch mit deren Speichel oder Urin wird das Virus ausgeschieden.

Anstecken kann man sich etwa beim Aufräumen oder Fegen von Garagen oder Schuppen. Zu Berufsgruppen mit einem gewissen Risiko zählten etwa Förster, Jäger und Bauarbeiter, so Faber.

Aber auch in der Freizeit gibt es Risiken: Schutz- und Grillhütten im Wald etwa seien auch bei den Mäusen beliebt, so dass man sich anstecken könne.

Hantavirus: Das sind die Symptome

Hierzulande rufen Infektionen mit dem Hantavirus meist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zudem Übelkeit oder Erbrechen.

Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Nur die Symptome können behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht. In anderen Regionen vorkommende Typen des Virus können schwerwiegendere Erkrankungen auslösen.

Hantavirus-Ausbruch in Deutschland

Die Erkrankungszahlen schwanken von Jahr zu Jahr, weil die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung mit der Dichte an infizierten Rötelmäusen zusammenhängt. Seit Januar wurden dem Institut gut 460 Fälle gemeldet.

«Viele Menschen infizieren sich, wenn es viele infizierte Rötelmäuse gibt», sagte Faber. Insbesondere in Buchen-Mastjahren bekommen die Mauspopulationen durch das große Futterangebot einen Schub.

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Der aktuelle Ausbruch sei aber bisher nicht mit dem starken Hantavirus-Jahr 2012 vergleichbar, sagte Faber. Damals wurden im gleichen Zeitraum mehr als 1100 Fälle registriert, im gesamten Jahr der bisherige Rekordwert von rund 2800 Infektionen. In anderen Jahren erkrankten bundesweit jährlich weniger Menschen als aktuell innerhalb von sechs Monaten, 2018 beispielsweise nur 235. (dpa, aj)