Todes-Drama auf A4: Bundeswehr verhindert Katastrophe – das sind die Helden

Der Hauptfeldwebel Friedemann Frischko (r.) und der Oberstabsgefreite Christopher Seidel haben mit einem Lkw der Bundeswehr am Mittwoch auf der A4 bei Gera in Thüringen einen außer Kontrolle geratenen Lastwagen gestoppt.
Der Hauptfeldwebel Friedemann Frischko (r.) und der Oberstabsgefreite Christopher Seidel haben mit einem Lkw der Bundeswehr am Mittwoch auf der A4 bei Gera in Thüringen einen außer Kontrolle geratenen Lastwagen gestoppt.
Foto: Bodo Schackow / dpa

A4. Unglaubliche Szenen auf der A4 in Thüringen! Nachdem ein Lkw-Fahrer auf der Autobahn bei Gera am Steuer zusammensackte, machten sich Soldaten der Bundeswehr an eine waghalsige Rettungsaktion.

Sie wurden so zu Helden, indem sie eine noch schlimmere Katastrophe verhinderten. Der Tag sollte dennoch ein tragisches Ende nehmen: Ein Mann verlor sein Leben.

Unffall-Drama auf A4 bei Gera: Autobahn in Thüringen komplett gesperrt

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war die A4 bei Gera nach dem Unfall in beiden Richtungen gesperrt. Ein Rettungshubschrauber war auf der Autobahn im Einsatz. Es bildete sich ein Stau.

Lkw-Fahrer auf A4 plötzlich bewusstlos

Der Lkw war zuvor in Richtung Dresden unterwegs, als der 67-jährige Fahrer wegen gesundheitlicher Probleme plötzlich das Bewusstsein verlor. Zwar wurde der Laster daraufhin langsamer, dennoch schob er die Mittelleitplanke der Baustelle auf der A4 in die Gegenfahrbahn.

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Lkw auf A4 außer Kontrolle – Fahrer bewusstlos

Der Lkw kam nicht zum Stehen, sondern rollte im Schritttempo weiter. Nach Angaben der Polizei waren auf der A4 bei Gera zufällig auch Lkw der Bundeswehr unterwegs.

Bundeswehr-Lkw setzt sich auf A4 vor Lastwagen

Der 41 Jahre alte Hauptfeldwebel Friedemann Frischko vom Panzerpionierbataillon 701 aus Gera setzte sich mit seinem Fahrzeug vor den rollenden Sattelzug, dessen 67 Jahre alter Fahrer leblos in der Fahrerkabine zusammengesackt war.

A4: Die Rettungsaktion der Bundeswehr

«Der Oberstabsgefreite Christopher Seidel und ich waren auf der A4 Richtung Dresden unterwegs, als wir vor uns einen 40-Tonner sahen, der in die Mittelleitplanke fuhr und anschließend wieder auf die Fahrbahn zurückkam», schilderte Frischko der Deutschen Presse-Agentur das Geschehen.

Zufällig war hinter Frischko ein weiterer Bundeswehrlaster des 4. Versorgungsbataillons 142 aus Havelberg. «Die Kameraden - Oberstabsgefreiter Christian Berndt als Fahrer und Stabsgefreiter Patrick Durmaz als Beifahrer - überholten uns und konnten sich neben den Sattelzug setzen. Sie erkannten, dass der Fahrer vollkommen weggetreten war.»

Soldat aus Gera bremst Lkw aus

So rollte der Truck im Schritttempo durch eine Baustelle zwischen Gera-Leumnitz und Ronneburg. Der Stabsgefreite Durmaz versuchte zunächst, in das Führerhaus des Sattelzugs zu gelangen. Als dies nicht glückte, startete der zweifache Familienvater Frischko das erfolgreiche Bremsmanöver. «Ich habe mir zugetraut, das zu machen, schließlich wollte ich Schlimmeres verhindern», erklärte der gebürtige Geraer, der in seinem 15. Dienstjahr bei der Bundeswehr ist.

Unfall-Drama auf A4: "Wir sind keine Helden"

Der Hauptfeldwebel, der an dem Manöver beteiligt war, will sich nun auf gar keinen Fall als der «Held von der A4» dargestellt wissen. «Es war eine Zusammenarbeit mit den Kameraden aus Havelberg, mit dem zivilen Notarzt und auch den anderen zivilen Rettungskräften», unterstrich er.

Wir haben einfach Hand in Hand gearbeitet.» Auch wenn ohnehin keine Zeit für langes Überlegen gewesen sei, habe er es als Selbstverständlichkeit empfunden, sich einzusetzen. «So etwas kann uns allen jeden Tag passieren, und dann wünsche ich mir, das andere ebenso helfen.» Kritik übte er an einigen Lkw-Fahrern, die das Drama auch mitbekommen haben müssten - und nicht anhielten.

Arzt kommt zufällig zu Unfall auf Autobahn 4 bei Gera

Zum gleichen Zeitpunkt des Manövers war auch ein Arzt im Gegenverkehr auf der A4 unterwegs und wollte sofort helfen. Die Reanimation blieb aber erfolglos.

Ein Notarzt, der mit dem Rettungshubschrauber auf der Autobahn landete, konnte später nur noch den Tod des 67-Jährigen feststellen. Woran der Mann starb, ist noch unklar.(maf, dpa)