Raupen-Invasion in Thüringen - das ist der Plan

In Thüringen ist es regelrecht zu einer Raupen-Plage gekommen.
In Thüringen ist es regelrecht zu einer Raupen-Plage gekommen.
Foto: imago images/blickwinkel

Gera. Die Anwohner überkommt der pure Ekel: In Thüringen sorgt eine Plage von Raupen für Aufregung. Betroffen ist vor allem Liebschwitz, ein Ortsteil von Gera. Schwammspinner-Raupen breiten sich hier scheinbar ungebremst aus, zahllose Tiere umgeben die Menschen, die hier wohnen.

Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) hat zu diesem Thema einen Runden Tisch mit Verantwortlichen zur Raupen-Plage in Gera ins Leben gerufen. Die Raupen könnten eine Folge des Klimawandels sein, der nur schwer zu begegnen ist, hieß es. Ein Fachkreis nimmt sich jetzt des Themas an.

Gera und Raupen-Plage: „Ich nehme das sehr ernst“

Oberbürgermeister Julian Vonarb verschaffte sich am Donnerstag ein Bild von der Raupen-Plage in der Salzstraße in Gera-Liebschwitz. „Ich nehme das sehr ernst und habe deshalb einen Runden Tisch aller Verantwortlichen initiiert“, erklärt Vonarb. Ziel sei es, Lösungsansätze und Möglichkeiten der Vorbeugung für die Zukunft zu entwickeln.

Auch die Stadtverwaltung sieht Handlungsbedarf und hat ein Treffen mit dem Forstamt Weida und dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft vereinbart. Auch Ortsteilbürgermeister Christian Hollandmoritz war anwesend.

Fachkreis beschäftigt sich mit Raupen-Plage in Gera-Liebschwitz

„Die überregionalen Behörden müssen an diesen Tisch, weil sie Verantwortung für den angrenzenden Wald tragen, aus dem die Raupen sich abseilen, und weil sie Erfahrungen im Umgang mit Plagen in anderen Gebieten haben“, sagt der Fachdienstleiter für Umwelt, Konrad Nickschick. „Zum Termin soll besprochen werden, ob und wie der Bevölkerung kurzfristig geholfen werden kann und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die nächste Generation Raupen in diesem Ausmaß zu vermeiden.“

Das Ergebnis: Ein Insektizid ist wohl erstmal ausgeschlossen. Das ist ein Mittel, das die Raupen in ihrem jetzigen Stadium noch vernichten könnte. Aber: "Das würde auch andere Insekten im Breitband hinwegraffen, weil es nicht spezifisch wirkt", sagt Nickschick.

-----------------------

Mehr Themen aus Thüringen:

-----------------------

Fünf Zentimeter lange Schwammspinner-Raupen halten Gera auf Trab

Die bis zu fünf Zentimeter langen Schwammspinner-Raupen treten zurzeit massenweise in Gera-Liebschwitz auf. Besonders die Anwohner in der Salzstraße in Liebschwitz sind betroffen. Nickschick, spricht sogar von Millionen Tieren, die sich im Ortsteil ausgebreitet hätten.

Diese Zustände in der Salzstraße hat sich Oberbürgermeister Julian Vonarb am Donnerstag vor Ort angesehen. Anwohner schilderten dem Oberbürgermeister ihre Beeinträchtigungen: Viele beschrieben, dass ihnen der Ekel schwer zu schaffen mache, ständig von Hunderten Raupen umgeben zu sein. Sie seien überall.

++Hitze in Thüringen: Deshalb muss jetzt diese Veranstaltung abgesagt werden++

Anwohner können Fenster tagelang nicht öffnen

Anwohner können die Fenster nicht lange öffnen, weil die Raupen dann ins Haus gelangen. In den Gärten fressen sie viele Pflanzen. Konrad Nickschick erklärte, dass es sich eigentlich um ein normales einheimisches Insekt handelt, dass durch den viel zu warmen Winter nicht so abgestorben sei wie sonst.

Es handele sich zudem um ein so genanntes „Mastjahr.“ Die Larven befinden sich im vierten Larvenstadium und werden sich danach verpuppen. „Wir hoffen, dass es in zwei bis drei Wochen vorbei ist“, so Nickschick.

Die Stadt habe den Anwohnern wohl vergangene Woche Ausweichquartiere angeboten - diese wurden allerdings nicht in Anspruch genommen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Feuerwehr habe außerdem Fliegengitter verteilt.

Ein weiterer runder Tisch ist nun für Herbst geplant, wenn es einen Überblick über die Zahl der gelegten Eier geben soll. Diese könnten abgesammelt werden, bevor die Raupen schlüpfen, so Nickschick. Im kommenden Jahr könnten die Raupen frühzeitig mit einem biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel beseitigt werden.(mj)