Sex-Objekt! Thüringen sackt Preis ein – aber er ist eine Schande

Eine Region in Thüringen hat einen Preis gewonnen – nicht unbedingt ein Grund zum Feiern. (Symbolbild)
Eine Region in Thüringen hat einen Preis gewonnen – nicht unbedingt ein Grund zum Feiern. (Symbolbild)
Foto: imago

Meiningen. Das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen in Thüringen hat einen Preis abgeräumt. In einer bundesweiten Aktion belegte das Amt den zweiten Platz. Gratulation? Wohl eher nicht!

Thüringen: Region gewinnt Negativpreis

Besonders freuen, dürfte sich das Landratsamt über den Preis aber wahrscheinlich nicht.

Die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ verlieh dem thüringischen Amt den Negativpreis „Zorniger Kaktus“ für sexistische Werbung, berichtet der MDR.

Rund 2.700 Menschen hatten in einer Online-Abstimmung aus 50 nominierten Anzeigen die frauenverachtendste Reklame ausgewählt, wie „Terre des Femmes“ am Montag in Berlin mitteilte.

Der Landkreis aus Thüringen war ganz oben mit dabei.

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Amt macht Werbung für die Region – auf den Hintern von Frauen

Das Landratsamt in Schmalkalden-Meiningen wollte für die schöne Region in Thüringen Werbung machen – nicht auf die herkömmliche Weise.

Stattdessen wurde eine Damen-Volleyballmannschaft aus der Region als Werbeträger ausgewählt. Besser gesagt: Die Hintern der Damen.

Auf den Höschen der Volleyballspielerinnen prangt nun die Aufschrift „Prachtregion“. Die Frauenrechtsorganisation findet's weder lustig noch angebracht.

„Sportlerinnen zu Sexobjekten degradiert“

Statt für mehr Tourismus zu sorgen, würden die Sportlerinnen hier zu Sexobjekten degradiert werden, erklärt die Jury.

Der Landkreis hat dafür auch bereits eine Rüge des Werberates verpasst bekommen.

Landrätin Peggy Greiser hatte dazu gesagt: „Es handelt sich hierbei um eine gravierende Fehleinschätzung des Deutschen Werberats. Hier lässt man jegliches Augenmaß vermissen.“

Landrätin verteidigt Werbung: „Wir stehen kurz vor der Zensur!“

„Wenn jeder mehr oder weniger versteckte Hinweis auf geschlechterspezifische Reize künftig als Sexismus gebrandmarkt wird, brauchen wir über Werbefreiheit in Deutschland nicht mehr zu reden. Dann stehen wir kurz vor der Zensur!", hatte sich Greiser nach der Rüge des Werberates echauffiert.

Werbefreiheit sei auch Meinungsfreiheit. „Dafür haben die Menschen in Ostdeutschland vor knapp 30 Jahren hart gekämpft.“

Als „Sieger“ des Negativpreises ging übrigens ein fränkisches Unternehmen für Rohr- und Kanalreinigung hervor, das auf seinem Firmenwagen mit einer Frau wirbt, die in einem Rohr sitzt und mit dem Slogan „Wir… kommen immer durch!!!“ wirbt. Ausführlich berichtete der MDR. (fno)