Thüringen: Tödliches Virus! Das hat es mit dem mysteriösen Vogelsterben auf sich

In Thüringen werden immer wieder tote Vögel gefunden. Was hat es damit auf sich?
In Thüringen werden immer wieder tote Vögel gefunden. Was hat es damit auf sich?
Foto: Nabu

Jena. Der Nabu in Thüringen schlägt Alarm! Auch in diesem Sommer sterben ungewöhnlich viele Vögel. In Thüringen wurden bereits mehrere Fälle des Usutu-Virus an Amseln nachgewiesen. Das Virus wird von Stechmücken auf die Tiere übertragen. Nabu und Tropenmediziner haben jetzt eine wichtige Bitte.

Thüringen: Mysteriöses Vogelsterben – das steckt dahinter

Dieses Jahr sind in Thüringen bereits 25 Fälle mit teils mehreren kranken oder toten Vögeln gemeldet worden. 38 Amseln tote Amseln wurden gezählt, bei 15 konnte das Virus nachgewiesen werden, berichtet der Nabu.

„Der trockenheiße Sommer 2018 war günstig für die Ausbreitung des wärmebedürftigen Usutu-Virus, auch wenn die Zahl der Mücken als potentielle Überträger aufgrund der Trockenheit allgemein eher gering war“, so Tropenmediziner Dr. Renke Lühken.

2019 ist genauso heiß, dabei aber deutlich feuchter und mückenreicher als das Vorjahr. Lühken: „Daher könnte die diesjährige Usutu-Saison noch stärker ausfallen.“

Bis zum 12. August wurden dem NABU deutschlandweit bereits über 1.300 Verdachtsfälle gemeldet. Die toten Vögel werden neben dem Usutu- auch auf das West-Nil-Virus getestet, das im vergangenen Jahr erstmals in Deutschland in Vögeln und Pferden nachgewiesen wurde. „Beide Viren können in seltenen Fällen auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen“ erklärt Lühken.

Vögel von Virus befallen – das rät der Nabu

„Vögel die vom Usutu-Virus heimgesucht wurden wirken oft apathisch, verlieren ihre Scheu vor den Menschen, torkeln und haben im Kopfbereich ein zerzaustes Gefieder“, erklärt Klaus Lieder vom NABU Thüringen. Meist sterben die Tiere dann auch innerhalb weniger Tage.

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Nabu und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung nun, kranke oder verendete Tiere zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. Dafür müssen genaue Angaben zum Fundort gemacht werden.

Die Vögel sollten außerdem am besten in einer Plastiktüte eingesammelt und an den Nabu geschickt werden. Keine Sorge, das sei gesundheitlich völlig ungefährlich, versichert der Nabu. (fno)