Wetter in Thüringen: Düstere Bedrohung richtet sich auf – „extrem gefährlich!“

In Thüringen wüteten Unwetter. Plötzlich errichtete sich diese gewaltige Gewitterwand.
In Thüringen wüteten Unwetter. Plötzlich errichtete sich diese gewaltige Gewitterwand.
Foto: DWD/RüdigerManig/kis

Sonneberg. Wetter-Phänomen in Thüringen: Eine riesige finstere Wand richtete sich plötzlich am Himmel auf. Die Naturgewalt traf mitten in eine Kleinstadt und soll dort eine Schneise der Zerstörung hinterlassen haben. Jetzt gab der Deutsche Wetterdienst erneut eine Unwetterwarnung heraus.

In Teilen Thüringens war das Wetter am Wochenende mehr als ungemütlich: In Sonneberg etwa wütete am Sonntag ein Gewitter mit verheerenden Folgen. Der Himmel verdunkelte sich und innerhalb von Sekunden flog einem alles um die Ohren.

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Gewitter in Thüringen: Downburst

Ein sogenannter Downburst richtete in einem Ortsteil in Neuhaus am Rennweg beträchtliche Schäden an, so schrieb der Deutsche Wetter Dienst (DWD) auf Twitter über das spektakuläre, zugleich bedrohlich wirkende Foto des Wetterphänomens.

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Downbursts tauchen als plötzliche Abwinde im Bereich einer Gewitterzelle auf und bringen in kürzestern Zeit äußerst viel Regen mit. Die Winde können extrem zerstörerische Kräfte entwickeln – ähnlich wie die eines Tornados, erklärt Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des DWD.

Das passiert beim Downburst:

„Hinter dieser grauen Wand auf dem Foto fällt enorm starker Regen oder Hagel“, so der Experte. Der Niederschlag reiße dort die kalte Luft mit hoher Geschwindigkeit zu Boden, wo diese dann schneisenartig auseinanderschlägt.

Der Wind würde dann quasi horizontal nach vorne katapultiert – in Zugrichtung des Gewitters. „Innerhalb von Sekunden fliegt einem dann alles um die Ohren“, so Friedrich. Die Orkanböen können laut dem Experten Geschwindigkeiten zwischen 150 und 200 Stundenkilometer erreichen.

Downburst – extrem gefährlich!

„Sollte jemals eine solche Wand auf Sie zukommen…Das ist sehr gefährlich“, betont der Tornadoexperte.

Durch Täler und Hausschluchten können dann regelrechte Düseneffekte entstehen, die Schneisen der Zerstörung schlagen.

Mit zunehmender Entfernung zu dem Punkt, an dem der Abwind auf den Boden zerschellte, nimmt die Windgeschwindigkeit wieder relativ schnell ab. In der nur sieben Kilometer entfernten Wetterstation hat Rüdiger Manig vom DWD nur noch Windstärke 5 gemessen – mit einer Geschwindigkeit von rund 30 km/h.

„Ein Downburst plauzt runter, geht aber nicht in die Fläche“, fasst Manig zusammen.

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Sturmschäden nach Downburst in Neuhaus am Rennweg

Wie hoch die Schäden sind, die in Neuhaus am Rennweg angerichtet worden sind, darüber gibt es derzeit keine Auskünfte.

Doch für Betroffene hat Manig Hoffnung: „Weil ein ganzer Ortsteil getroffen wurde, dürfte das kein Problem sein, mit der Versicherung“.

Neue Gewitter drohen

Auch zu Beginn der Woche wurde Thüringen von Gewittern nicht verschont. Stetig strömt feuchtwarme Luft vom Rand eines Hochdruckgebiets über Osteuropa zu uns. Trifft die auf kältere Luftmassen entladen sich schwere Gewitter.

Einzelne starke Unwetter drohen am Mittwoch erneut wieder in Teilen des Landes. Für Jena, Weimar und das Weimarer Land haben die Experten bis 16.30 Uhr eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter ausgerufen.

Regional kann dann innerhalb kurzer Zeit 25 Liter Starkregen pro Quadratmeter innerhalb nur einer Stunde auf die Erde prasseln. Das alles bei Sturmböen bis zu 70 km/h und Temperaturen bis zu 31 Grad Celsius. Die Vorhersage für Donnerstag sieht ähnlich aus.

Am Donnerstag werden schwere Gewitter erwartet. Sie können Starkregen (bis 40 Liter pro Quadratmeter und Stunde) und Sturmböen (bis 80 Stundenkilometer) mit sich bringen.

(aj/ak)