Nebenjob: Was Thüringer Bundestagsabgeordnete dazu verdienen – ER streicht am meisten ein

Bundestagsabgeordnete aus Thüringen verdienen teilweise reichlich Geld in ihren Nebenjobs. Die Top 9 der Spitzenverdiener. (Symbolbild)
Bundestagsabgeordnete aus Thüringen verdienen teilweise reichlich Geld in ihren Nebenjobs. Die Top 9 der Spitzenverdiener. (Symbolbild)
Foto: dpa

Sie sitzen in Aufsichtsräten, beteiligen sich an Gesellschaften oder beraten Kunden – lukrative Nebenjobs erfreuen sich bei Bundestagsabgeordneten aus Thüringen besonderer Beliebtheit. Und das obwohl sowieso schon reichlich auf dem Konto landet. Aber wieviel Geld verdienen die Politiker aus Thüringen denn eigentlich so nebenher? Und wer kassiert am meisten?

Der MDR hat die Zahlen der Transparenzinitiative „abgeordnetenwatch.de“ ausgewertet veröffentlicht – und die sind beachtlich.

Bundestag: Politiker aus Thüringen kassieren in Nebenjobs ab

Demnach haben neun von 22 Parlamentariern aus Thüringen ihren Geldbeutel mit einer Nebentätigkeit aufgebessert. Innerhalb der letzten zwei Jahre seien so insgesamt mindestens 390.000 Euro auf die Konten der Politiker geflossen – zusätzlich zu der steuerpflichtigen Abgeordnetenentschädigung von monatlich 10.083,47 Euro und der steuerfreien Aufwandspauschale von 4.418,09 Euro im Monat.

Und in Thüringen offenbart sich im Blick auf die Top-Verdiener sogar die ein oder andere Auffälligkeit.

Denn bei allen handelt es sich um Männer und alle verteilen sich auf nur drei Fraktionen: CDU/CSU, AfD und FDP, so stellt der MDR fest.

Spitzenreiter: CDU-Politiker Mark Hauptmann

Mark Hauptmann von der CDU/CSU lässt seine Kollegen im Vergleich jedoch ganz schön alt aus sehen. Mit einem Zuverdienst als Betriebswirt hat er seit 2017 mindestens 233.333 Euro einkassieren können. Weit abgeschlagen folgt der zweite Platz mit mindestens 30.000 Euro. Den halten Jürgen Pohl von der AfD und Volkmar Vogel von der Union inne.

Laut Abgeordnetengesetz sind berufliche Tätigkeiten neben dem Mandat grundsätzlich zulässig. Die Einkünfte müssen aber angezeigt werden, wenn sie mehr als 1000 Euro im Monat oder 10.000 Euro im Jahr betragen.

Die Angaben werden in zehn Stufen veröffentlicht, die unterste umfasst Monatseinkünfte von 1000 bis 3500 Euro, die höchste Stufe Einkünfte von mehr als 250.000 Euro. In der mittleren Stufe 5 geht es um Beträge zwischen 30.000 und 50.000 Euro.

Wegen dieser Spannbreite ist die genaue Höhe der Nebeneinkünfte der Abgeordneten nicht feststellbar.

Die Initiative „abgeordnetenwatch.de“ kritisierte deswegen, dass wegen der intransparenten Regeln bei mehreren Millionen Euro unbekannt sei, wer die Geldgeber seien. Nebentätigkeiten von Politikern in der Wirtschaft seien „ein Einfallstor für Lobbyismus“, bemängelt ihre Sprecherin Léa Briand. Sie müssten endlich verboten werden.

Laut „abgeordnetenwatch.de“ und dem MDR wurde die Berechnung konservativ vorgenommen und jeweils der unterste Betrag der Stufe gewählt.

Die Gesamteinnahmen könnten daher auch noch viel höher liegen, zumal niedrige Nebeneinkünfte gar nicht gemeldet werden müssen und die höchste Stufe nach oben offen ist.

Nach der Auswertung waren die Zusatzeinnahmen besonders hoch bei Parlamentariern mit selbstständiger Tätigkeit.

Das sind die Top-Nebenjobber aus Thüringen

  • Mark Hauptmann (CDU/CSU): 233.000 Euro
  • Jürgen Pohl (AfD): 30.000 Euro
  • Volkmar Vogel (CDU/CSU): 30.000 Euro
  • Thomas Kemmerich (FDP): 22.000 Euro
  • Johannes Selle (CDU/CSU): 22.000 Euro
  • Albert Weiler (CDU/CSU): 22.000 Euro
  • Robby Schlund (AfD): 14.000 Euro
  • Stephan Brandner (AfD): 10.500 Euro
  • Christian Hirte (CDU/CSU): 7.000 Euro