Thüringen: Enkel will Opa aus Fluss retten – wenig später bekommt er eine Anzeige

Bei Blankenhain im Weimarer Land sind am Mittwochmorgen zwei Pkw in die Schwarza gerutscht.
Bei Blankenhain im Weimarer Land sind am Mittwochmorgen zwei Pkw in die Schwarza gerutscht.
Foto: Polizei

Blankenhain. In Thüringen verunglückt ein 91 Jahre alter Mann. Auch sein Enkel ist vor Ort - er will seinem Großvater helfen. Doch dann läuft alles aus dem Ruder.

Wie die Polizei mitteilte, ging am Mittwochmorgen ein äußerst beunruhigender Notruf bei der Polizei in Weimar ein.

Thüringen: Zwei Autos im Fluss gefunden

Ein Zeuge meldete in einem Flussbett in Thüringen gleich zwei Autos auf einmal. Die Fahrzeuge hatten sich offenbar überschlagen.

Es war zu dem Zeitpunkt nicht klar, ob sich Verletzte in den Wagen befinden. Durch die getönten Scheiben sei die Sicht auf das Innnere des Wagens verdeckt gewesen.

Die Ermittler vermuteten einen schweren Unfall und brachen sofort auf – mitsamt Rettungshubschrauber.

Lange Suche nach Unfallopfern

Weil der Anrufer den Notruf jedoch von seinem Haus aus absetzte und so nicht mehr am Unfallort wartete, habe die Suche nach den Unfallautos eine Weile gedauert, so die Polizei.

Schließlich fanden die Ermittler die Fahrzeuge im Wassergraben der Schwarza zwischen Blankenhain und Tannroda.

Großvater hält nach Wild Ausschau und verunglückt

Vor Ort ergab sich folgendes Bild: Ein Range Rover war offenbar vom Weg abgerutscht und auf dem Dach in der Schwarza gelandet. Der Fahrer hatte laut Polizei zuvor wohl Ausschau nach Wild gehalten.

Der 91-Jährige kontaktierte noch seinen Enkel, der ihm helfen sollte. Offenbar keine gute Wahl.

Der 31-Jährige hatte daraufhin versucht, mit seinem Pick-Up den Rover seines Opas aus dem Graben zu ziehen. Dann nahm das Unheil weiter seinen Lauf.

Auch der Pick-Up rutschte ab und fand sich schließlich neben dem anderen Auto im Graben wieder. Und damit nicht genug. Denn die Polizei bemerkte, hier ist etwas faul.

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Retter kassiert Anzeige statt Lob

Denn nachdem beide Fahrzeuge von einem Abschleppdienst aus der Schwarza geborgen worden – mit einem Sachschaden von 14.000 Euro – vernahm die Polizei einen verdächtigen Geruch.

Der 31-Jährige Enkel und Retter in der Not hatte nämlich eine auffallende Alkoholfahne. Die Beamten entnahmen dem Blut, gefolgt von einer Anzeige gegen ihn. Verletzt wurden die beiden Fahrer aber immerhin nicht. (aj)