Thüringen: „So isser der Ossi“ Riesen-Wirbel um Spiegel-Bericht – „Peinlich“

Die aktuelle Spiegel Titelstory: „So isser der Ossi. Klischee und Wirklichkeit: Wie der Osten tickt – und warum er anders wählt“ – sorgt für Kritik.
Die aktuelle Spiegel Titelstory: „So isser der Ossi. Klischee und Wirklichkeit: Wie der Osten tickt – und warum er anders wählt“ – sorgt für Kritik.
Foto: imago images / Manfred Segerer (Symbolfoto)

Die Wahlen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen bevor. Ein gutes Abschneiden der AfD gilt als sicher. Die möglichen Gründe dafür greifen viele Medien immer wieder auf, auch das Nachrichtenmagazin: „Der Spiegel.“

Nun sorgt die aktuelle Spiegel-Titelstory: „So isser der Ossi. Klischee und Wirklichkeit: Wie der Osten tickt – und warum er anders wählt“ für Empörung.

Thüringen: Wirbel um Spiegel-Coverstory – was steckt dahinter?

Im Spiegel-Verlag selbst, kann Kolumnist Stefan Kuzmany die Aufregung gut verstehen. Die aktuelle Ausgabe des Magazins hat sich der Sitaution in den neuen deutschen Bundesländern gewidmet. Dazu reiste der Journalist Steffen Winter quer durch die Provinz um sich ein Bild zu machen.

Die Kritik an der Reportage >>hier lesen<<, zielt vor allem auf das Titelbild ab. Es suggeriert laut den Kritikern, dass Ostdeutschland hauptsächlich aus Hutbürgern besteht. Schließlich wurde als Symbolbild der Schwarz-Rot-Goldene Anglerhut gewählt, den der Mann aus Sachsen getragen hat, der dem ZDF-Kamerateam bei einer Pegida-Demonstration 2018 die Berichterstattung verbieten wollte.

Der Vorwurf an Titelbild und Bericht: Die Reportage über Ostdeutschland sei undifferenziert.

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Twitter-Nutzer kritisieren Spiegel-Titel: „Transformation braucht kulturelle Wertschätzung“

So schreibt CDU-Politiker Bülent Arslan auf Twitter: „Die Wiedervereinigung ist strukturell und politisch geglückt, kulturell jedoch ist sie kaum aufgearbeitet. Die Kultur der Menschen in Ostdeutschland wurde nie wertgeschätzt. Solche Titel, wie im Spiegel verstärken dieses Gefühl. Transformation braucht kulturelle Wertschätzung.“

Auf Kosten von Ostdeutschland? „So isser, der Spiegel“

Auch Nutzer Stefan Schneider sieht den Spiegel-Titel als missglückt war. „Journalismus 4.0: Einfach mal was Plattes hinauskrähen und sich dann die Schenkel klopfen, wenn eine Debatte zündet. Heute: Auf Kosten von Ostdeutschland. So isser, der Spiegel.“

Medien kritisieren Spiegel: „pauschalisierend und peinlich“

Aber auch andere Medien halten die Spiegel-Reportage für unausgegoren. Das junge Online-Portal: „zett“ nennt die Titelstory „pauschalisierend und peinlich.“ Man solle nicht weiter das Bild, des „dummen abgehängten Ossis vertiefen und so den Graben noch tiefer schaufeln.“

Fest steht: Die Reportage hat große Aufmerksamkeit erzeugt und kurz vor der Landtagswahl in Sachsen, Brandenburg und Thüringen die Debatte um das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland neu eröffnet.