Mädchen verschwinden nach Syrien – Anti-Terror-Razzia in Erfurt

Zwei Mädchen sind vor Jahren aus Deutschland nach Syrien verschwunden. Unter Obhut des IS. Am Dienstag durchsuchte die Polizei in Erfurt im Rahmen einer Anti-Terror-Razzia mehrere Gebäude.  (undatiert).
Zwei Mädchen sind vor Jahren aus Deutschland nach Syrien verschwunden. Unter Obhut des IS. Am Dienstag durchsuchte die Polizei in Erfurt im Rahmen einer Anti-Terror-Razzia mehrere Gebäude. (undatiert).
Foto: dpa

Erfurt/Sangerhausen. Mit 15 Jahren verschwand Leonora aus Deutschland. Sie fand Obhut in Syrien – bei der Terrormiliz IS. Das Mädchen soll damals in Begleitung einer 18-Jährigen aus Thüringen gereist sein. Jetzt hat die Polizei in Erfurt und Sangerhausen mehrere Objekte hochgenommen. Bei einer groß angelegten Anti-Terror-Razzia.

Mehr als vier Jahre nachdem die Jugendliche zu den islamistischen Terroristen nach Syrien ausgereist sind, sind mehrere Objekte aus ihrem privaten Umfeld durchsucht worden. Das sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Dienstag.

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Anti-Terror-Razzia in Erfurt: Mädchen verschwinden nach Syrien

Es seien auch Objekte in anderen Bundesländern durchsucht worden, darunter in Thüringen, so die Sprecherin. Laut MDR fand der Einsatz in Erfurt statt.

Die schon länger laufenden Ermittlungen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte. Weitere Details wollte die Sprecherin nicht nennen. Ziel sei es gewesen, Beweise zu sammeln, die den Verdacht gegen mehrere Beschuldigte erhärten, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Die Ermittler waren am Dienstagmorgen an mehreren Orten im Einsatz.Für die Durchsuchungen im Großraum Sangerhausen waren laut Magdeburger Landeskriminalamt gut 60 Beamte im Einsatz.

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15-Jährige aus Deutschland schließt sich IS an

Im Frühjahr 2015 war die damals 15-Jährige Leonora aus Sangerhausen gemeinsam mit der 18 Jahre alten Thüringerin nach Syrien ausgereist. Sie soll sich dort den Islamisten vom sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben.

Gegen die junge Frau aus Sangerhausen wird seit ihrer Ausreise ermittelt, wie aus Polizeiakten hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Ermittler vermuten, dass die Sachsen-Anhalterin die treibende Kraft hinter der Ausreise der beiden Mädchen war. Den Angaben nach ist sie seit mehr als vier Jahren mit einem gebürtigen Zeitzer verheiratet, der zum Islam konvertiert war. Der heute 28-Jährige war bereits Ende 2014 über die Türkei nach Syrien ausgereist. (dpa, aj)