Länderspiegel (ZDF) über Thüringen – Passant schimpft: „Gera ist beschissen!“

Am Samstag sendete der ZDF-Länderspiegel live vom Marktplatz in Gera.
Am Samstag sendete der ZDF-Länderspiegel live vom Marktplatz in Gera.
Foto: ZDF

Gera. Der Länderspiegel (ZDF) machte am Samstag Halt in Gera – Thüringens drittgrößte Stadt. Vor den Landtagswahlen wollte die Live-Sendung die Stimmung in der Stadt einfangen. Die zentralen Fragen: Was kann Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) gegen Leerstand, wenig Publikum und hohe Arbeitslosigkeit unternehmen?

Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow stand auf dem historischen Marktplatz Länderspiegel-Moderator Ralph Schumacher Rede und Antwort.

Länderspiegel im ZDF: Passant mit plumper Aussage

Ende des 19. Jahrhunderts erlangte Gera durch die Produktion von Tuch und Stoff Reichtum. Zu DDR-Zeiten Bezirkshauptstadt, war sie einst genauso wichtig wie Erfurt. Mittlerweile ist die Einwohnerzahl von 150.000 auf heute 96.000 gesunken. Die Arbeitslosigkeit liegt mit 8,3 Prozent deutlich über dem Schnitt in Thüringen (5,3 Prozent).

Die Meinungen der Einwohner in Gera gehen stark auseinander. Bei einer Straßenumfrage des Länderspiegels behauptet ein Passant plump: „Gera ist beschissen!“ Doch zahlreiche andere Befragte widersprechen dem Mann. „Ich sehe das nicht so“, so ein anderer Geraer. „Ich bin öfter in der Stadt und zufrieden mit dem, was ich hier so sehe.“

Auch Beschäftigte sehen die Situation in der Kleinstadt längst nicht so schwarz. Die Bemühungen des neuen Oberbürgermeisters seien deutlich zu erkennen. Der parteilose Julian Vonarb gewann gegen den AfD-Gegenkandidaten und kündigt nun neue Investoren an, die hunderte Arbeitsplätze schaffen sollen.

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Bodo Ramelow ist stolz auf Thüringen

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat keine Angst vor der kommenden Landtagswahl. Die Ergebnisse aus Sachsen und Brandenburg hätten gezeigt, dass „die Demokratie gewonnen habe“. Denn zuvor hatten Wahlprognosen der AfD deutlich stärkere Ergebnis vorausgesagt.

Auch stand bereits vor der Wahl fest, dass beide Ministerpräsidenten abgesetzt werden. Dennoch ist die SPD weiterhin die stärkste Partei in Brandenburg und in Sachsen hält die CDU die Mehrheit. Zusätzlich ist die Wahlbeteiligung gestiegen.

Ramelow verweist nicht ohne Stolz darauf, dass Thüringen die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer in Ostdeutschland hat. Der Mittelstand trägt die lokale Wirtschaft. „Das Papamobil ist in Gera mit Leder ausgestattet worden“, verweist der Ministerpräsident auf global vernetze Betriebe aus Thüringen.

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AfD will stärkste Kraft werden

Bei den Landtagswahlen am 27. Oktober wollen mit der CDU und der AfD gleich zwei Parteien die rot-rot-grüne Landesregierung kippen. „Die AfD will stärkste Kraft werden“, kündigt Björn Höcke siegesgewiss an. Die CDU forciert eine Politik der Mitte.

Aktuelle Umfragen sehen die Linke bei 26 %, darauf folgen CDU (24 %) und die AfD (21 %). Die Grüne liegen knapp über der 10-Prozent-Grenze, die SPD fällt leicht darunter. (mb)