Thüringen: Babys ohne Hände – was bisher über die Fälle aus Mühlhausen bekannt ist

Derzeit werden in Deutschland Fälle von Geburten von Babys mit Fehlbildungen diskutiert. (Symbolbild)
Derzeit werden in Deutschland Fälle von Geburten von Babys mit Fehlbildungen diskutiert. (Symbolbild)
Foto: dpa/Jasper Jacobs

Thüringen. Es ist ein Thema, das die Menschen in Deutschland – und auch in Thüringen – derzeit bewegt: Babys, die mit fehlgebildeten Händen zur Welt kommen. Wie diverse Medien berichten, werden immer mehr Fälle bekannt.

Denn immer mehr Familien gehen jetzt mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit – so auch zwei Familien aus Thüringen.

Losgetreten wurde die Geschichte in Nordrhein-Westfalen. Im Sankt Marien-Hospital in Gelsenkirchen wurde zuerst bekannt, dass eben jene Babys mit einer solchen Fehlbildung zur Welt gekommen ist. Zwischen Juni 2019 und Anfang September 2019 sind dort drei Kinder mit einer einseitigen Handfehlbildung geboren worden. Das bestätigt die Klinik in einer Stellungnahme.

Thüringen: Zwei Fälle bekannt – sie haben eine Gemeinsamkeit

Die Klinik in Gelsenkirchen sagt ganz klar: „Fehlbildungen dieser Art haben wir viele Jahre lang nicht gesehen. Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig.“

Ethnische, kulturelle oder soziale Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien gebe es übrigens in diesen konkreten Fällen nicht.

Mögliche Ursachen für die Fehlbildungen bei Babys laut Klinik

  • statistisch gesehen werden circa ein bis zwei Prozent aller Neugeborenen mit einer Fehlbildung unterschiedlicher Ausprägung geboren
  • Fehlbildungen von Extremitäten können beispielsweise während der Schwangerschaft durch Infektionen oder Noxen unterschiedlicher Art auftreten
  • auch eine Abschnürung von Extremitäten durch Amnionbänder oder Nabelschnurumschlingungen seien denkbar

Nun sind auch zwei Fälle in Thüringen bekannt geworden. Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, handelt es sich um zwei betroffene Familien aus Mühlhausen. Die „Bild“ hat mit einer werdenden Mutter aus dem Ortsteil Windeberg in Mühlhausen gesprochen.

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Mühlhausen: Familie ratlos – Gen-Tests fallen negativ aus

Der Geburtstermin für ihr Kind ist Ende September. Bei der Feindiagnostik im Mai habe sie erfahren, dass ihr Kind mit Fehlbildungen zur Welt kommen wird. Warum, habe man ihr nicht genau erklären können. Ein DNA-Test habe keine Ergebnisse geliefert.

Und auch der zweijährige Pepe aus Mühlhausen kam mit nur einer Hand auf die Welt. Das berichtet „RTL“. Auch hier seien Tests auf einen Gendefekt ins Negative gelaufen. Es sei wohl „eine Laune der Natur“, habe man der Familie gesagt. Doch daran wolle die Familie nicht so recht glauben.

Babys mit Fehlbildungen: Es gibt kein bundesweites Melderegister

Noch ist unklar, wie es zu derlei Fehlbildungen kommen kann. Erschwert wird die Ursachenforschung dadurch, dass es kein bundesweites Register gibt, in dem Fehlbildungen systematisch und detailliert erfasst werden.

Ob ein Melderegister der richtige Weg sei, gelte es gemeinsam zu prüfen, sagte die Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesministeriums, das von dem CDU-Politiker Karl-Josef Laumann (CDU) geführt wird. (abr mit dpa)