Thüringen: Katzenbabys im Müll entsorgt – und dann wird's noch viel grausamer

Auf einer Mülldeponie in Thüringen wurde ein Karton mit vier kleinen Kätzchen gefunden. Sie wurden dort offenbar einfach entsorgt.
Auf einer Mülldeponie in Thüringen wurde ein Karton mit vier kleinen Kätzchen gefunden. Sie wurden dort offenbar einfach entsorgt.
Foto: Imago Images/Winfried Rothermel, Tierheim Mühlhausen

Mühlhausen. „Abartig“, „jämmerlich“, „herzlos“ – eigentlich findet man keine Worte mehr dafür, was diesen kleinen Lebewesen in Thüringen angetan wurde. Die vier jungen Kätzchen hatten keine Chance. Jetzt beginnt die Spurensuche.

Tatort: Eine Müllkippe in Thüringen, zwischen Webstedt und Schönstedt im Unstrut-Hainich-Kreis.

Katzenbabys in Thüringen auf Müllkippe entsorgt

Zwischen Speise- und Schlachtabfällen kauerten die Kitten inmitten auf der Müllkippe in ihrem Pappkarton. Neben ihnen: ein totes, bereits mumifiziertes Tier.

„Hier war nicht mehr zu erkennen, ob es sich um eine Katze oder ein anderes Tier handelte“, heißt es vom Tierheim Mühlhausen, das die Findelkinder aufgenommen hat – noch voller Hoffnung sie irgendwie aufpäppeln zu können.

Die Kleinen waren ganz verängstigt und schmutzig, erzählen die Pfleger.

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Doch dann die Hiobsbotschaft: Ihre kleinen Körper waren innerlich von Parasiten befallen. Eine Behandlung erfolgte umgehend.

Über mehrere Tage hat das Tierheim Mühlhausen um die Kätzchen gekämpft. „Gepäppelt mit Milch, Spritzen und Futter bis spät in die Abendstunden. Gewärmt und gut zu geredet“ – doch es gab kein Happy End.

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Keines der Jungen hat es geschafft. „Zwei Jungtiere sind verstorben und zwei mussten wir erlösen lassen“, berichtet das Tierheim am Freitag in tiefer Trauer.

Es sei so frustrierend, dass „Elend von Menschenhand herbeigeführt wurde“, schreiben die Pfleger Tierheim auf Facebook. Die Nutzer finden noch deutlich harschere Worte.

Bildergalerie: Diese süßen Kätzchen wurden einfach weggeworfen

Veterinäramt: Aussetzen mit Todesfolge ist eine Straftat

Es ist bereits der zweite Fall in dieser Woche, in welchem Katzenwelpen ausgesetzt werden, heißt es von der Amtstierärztin für Unstrut-Hainich-Kreis.

Das Veterinäramt weist deshalb erneut darauf hin: Wer ein Tier auszusetzt oder zurückzulässt, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen, begeht einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

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Diese Person muss dann mit einer hohen Geldstrafe und einem unbefristeten Tierhalteverbot rechnen.

Stirbt ein Tier infolge des Aussetzens oder wird absichtlich getötet, um sich seiner zu entledigen, so handelt es sich dabei sogar um eine Straftat.

Wer Hinweise auf den Tierhalter hat, sollte sich bei Veterinäramt Mühlhausen melden. Per Telefon unter der Nummer 03601/802522 oder per E-Mail: veterinaeramt@lrauh.thueringen.de.

Anzeigen werden anonym behandelt, versichert die Amtstierärztin. (aj)