Landtagswahl Thüringen: Auf dieses Thema stürzen sich alle Parteien

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Vor 20 Jahren wäre es vielleicht nur ein Ding der Grünen gewesen. Doch vor der Landtagswahl haben die Parteien ein gemeinsames Thema in Thüringen auf der Wahlkampf-Agenda: Das Waldsterben.

Zigtausende Bäume wurden in den letzten Jahren 15 Jahren durch Unwetter und Stürme vernichtet, allein der Orkan Kyrill mähte 2007 11.000 Hektar Wald einfach weg.

Landtagswahl_in_Thuringen_Das soll sich ändern
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Landtagswahl Thüringen: Waldsterben ist Riesenthema

Vor allem in diesem Jahr machte die anhaltende Dürre den Wäldern in Thüringen massiv zu schaffen. Bis Jahresende werden Schätzungen zufolge etwa 600.000 Buchen wegen Trockenheit absterben. Gleichzeitig werden fünf bis sechs Millionen Fichten Opfer des Borkenkäfers.

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Die Zerstörung ihrer Landschaft bewegt die Thüringer, ihr Bundesland ist berühmt für seine ausgedehnten Wälder. Vor einigen Wochen haben sämtliche Parteien im Landtag Konzepte zur Waldrettung, zur Unterstützung betroffener Waldbesitzer und Anpflanzungen klimabeständigerer Baumarten gefordert. Und die meisten Parteien behandeln das Thema Waldsterben in ihren Wahlprogrammen.

Es geht konkret um das Wiederaufforsten von inzwischen über 20.000 Hektar zerstörter Waldflächen in Thüringen.

„Situation ist dramatisch“

„Die Situation in unseren Wäldern ist absolut dramatisch und wir müssen vollkommen neu denken“, sagte der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe. Die Schäden summierten sich inzwischen auf mehrere Hundert Millionen Euro und die vom Land bereits angekündigte Unterstützung in Höhe von 1,5 Millionen Euro könne allenfalls eine erste Soforthilfe sein.

Auch der AfD-Abgeordnete Stefan Wirtz, der „eine Sachdebatte ohne Klimapanik“ anmahnte, nannte die zugesicherte Summe „einen Tropfen auf den heißen Stein“.

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„Wir brauchen ein massives Waldrettungsprogramm auch in Niedersachsen“, sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer. Länder wie Hessen und Thüringen hätten bereits dreistellige Millionensummen zur Waldrettung angekündigt.

Grüne: Radikaler Klimaschutz nötig

„Wir werden unsere Waldbesitzer nicht alleine lassen“, betonte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). „Es wird Geld geben.“ Die Höhe der finanziellen Unterstützung für Aufforstungen werde Niedersachsen Ende September nach dem Klima- und Waldgipfel in Berlin konkreter beziffern können. Dabei werde das Aufforsten etliche Jahre dauern, schon weil Pflanzgut für neue Bäume nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

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Ein radikaler Klimaschutz sei unumgänglich, „wenn wir unseren Wald erhalten wollen“, so die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte. „Die Wahrheit ist, dass der Klimawandel in den Wäldern angekommen ist.“ Künftig werde es nicht mehr darum gehen, mit dem Wald Geld zu machen, sondern ihn zu erhalten.

Thüringens CDU-Frakrionschef hatte sogar angesichts des dramatischen Waldsterbens den Einsatz von Bundeswehr und Technischem Hilfswerk gefordert. Sie könnten dem Forst „Amtshilfe“ bei der zügigen Räumung von Bäumen leisten, die durch Borkenkäfer befallen sind. (pen, dpa)