Thüringen: Pferd infiziert sich mit Virus – auch Menschen in Gefahr?

In Thüringen hat sich erstmals ein Pferd mit dem West-Nil-Virus infiziert. (Symbolbild)
In Thüringen hat sich erstmals ein Pferd mit dem West-Nil-Virus infiziert. (Symbolbild)
Foto: imago images / Frank Sorge

Bad Langensalza. Bei einem Pferd in Thüringen ist zum ersten Mal eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) festgestellt worden. Betroffen ist ein Bestand in der Nähe von Bad Langensalza im Unstrut-Hainich-Kreis, berichtete das Gesundheitsministerium am Montag.

Das West-Nil-Virus wird durch blutsaugende Stechmücken übertragen. Das eigentliche Virusreservoir stellen aber nicht Pferde, sondern Vögel dar. Vor allem Sperlings-, Raben- und Greifvögel erkranken, bei anderen Wildvögeln verläuft die Infektion meist symptomlos.

Pferd in Thüringen hat West-Nil-Virus

Dass sich das Virus auch auf Pferde oder gar Menschen überträgt, ist nach Ministeriumsangaben eher selten. Zumal sowohl Pferde als auch Menschen als sogenannte „Fehlwirte“ gelten.

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Das heißt, das Virus vermehrt sich nicht so stark, dass sich Stechmücken beim Blut saugen von Pferd oder Mensch erneut infizieren könnten. Daher geht von Pferden oder Menschen keine Ansteckungsgefahr aus.

Das kann das Virus bei einem Pferd auslösen

Die Mehrzahl der infizierten Pferde entwickeln - ähnlich dem Menschen - keine klinischen Symptome. Es kann aber bei einigen Pferden zu sichtbaren Störungen kommen, ausgelöst durch Hirn- und Hirnhautentzündungen. Beispiele sind:

  • Stolpern
  • Nachhandlähmungen
  • Bewegungsstörungen
  • allgemeine Schwäche
  • Muskelzittern
  • Lähmungen bis hin zum Festliegen

Es werden auch Appetitlosigkeit, die Unfähigkeit zu schlucken, Schwierigkeiten beim Aufstehen und Krämpfe beschrieben.

Gesundheitsministerium Thüringen gibt Tipps

Das Gesundheitsministerium Thüringen empfiehlt daher Haltern von Pferden, ihre Tiere prophylaktisch gegen eine WNV-Infektion zu impfen.

Pferdebesitzern rund um Bad Langensalza wird eine Insektenschutz-Behandlung ihrer Tiere empfohlen. Außerdem könne es sinnvoll sein, die Pferde nachts in den Stall zu holen und Wassersstellen zu entfernen.

Infizieren sich Menschen, leiden diese unter Grippe ähnliche Symptomen:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Hautausschlag

Normalerweise dauert die Erkrankung eine Woche. In seltenen Fällen können ähnlich wie bei einer normalen Grippe auch schwere Krankheitsverläufe auftreten.

Insbesondere Menschen aus der betroffenen Region sollten bei Verdacht einen Arzt konsultieren. Da es für Menschen noch keinen Impfstoff gibt, wird dazu geraten, ausreichend Mückenschutz aufzutragen, insbesondere bei der Gartenarbeit.

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Auch der Insektenschutz in Fenstern sollte noch hängen bleiben, da sich in den kühler werdenden Nächten Mücken gern in warme Räume im Haus zurückziehen. (ck)