Rewe: Üble Gerüchte über brutale Familien-Fehde in Worbis – Jetzt zählt die Polizei auf EUCH!

Familien-Clans geraten aneinander: In Thüringen in Worbis ist es an einem Rewe-Markt zu einem brutalen Streit zwischen zwei verfeindeter Familien gekommen. Im Internet verbreiten sich im Nu wilde Gerüchte.
Familien-Clans geraten aneinander: In Thüringen in Worbis ist es an einem Rewe-Markt zu einem brutalen Streit zwischen zwei verfeindeter Familien gekommen. Im Internet verbreiten sich im Nu wilde Gerüchte.
Foto: Gregor Mühlhaus, Screenshot Facebook AfD

Worbis. Ein Rewe in Thüringen wurde zu einem Schauplatz von Gewalt! In dem Geschäft haben sich am Wochenende brutale Szenen abgespielt. Zwei verfeindete Familien-Clans sind in Worbis aufeinander losgegangen.

Die Polizei ermittelt, doch unterdessen verbreiten sich über den Tumult wilde Gerüchte im Internet. Jetzt setzen die Ermittler große Stücke auf die Leser von Thüringen24.

Was war passiert?

Rewe in Worbis: Clans treffen aufeinander – es endet brutal

Am Samstagnachmittag wurde die Polizei in den Rewe in die Franz-Weinrich-Straße in Worbis gerufen worden. Hier berichtete man den Beamten von einer Prügelei zwischen mehreren Beteiligten.

Anfänglich hätten die Familien sich gegenseitig durch Gesten beleidigt, doch dann gipfelte es in rohe Gewalt. Fäuste flogen, gar Pfefferspray kam zum Einsatz. Auf dem Parkplatz ging das Ganze weiter:

Dort beschädigten mehrere der Beteiligten einen BMW, der einem der Rivalen gehörte.

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Familen-Clans in Thüringen

Ermittlungen zufolge ging es bei den Auseinandersetzungen um einen Streit zwischen zwei verfeindeten Familien-Clans.

Zahlreiche Polizisten mussten eingesetzt werden, um die Auseinandersetzungen zu beenden. Noch bis zum Abend war die Kriminalpolizei im Einsatz.

Rewe in Worbis: Vier Personen bei Clan-Streit verletzt

Nach dem jetzigen Ermittlungsstand der Polizei wurden vier Jugendliche im Alter von 16 und 18 Jahren leicht verletzt. Gegen drei Männer (28, 29 und 30 Jahre alt) wird nun unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

Die Beteiligten stammten laut Polizei aus Russland, Libyen, Armenien und Deutschland.

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Andere Kunden blieben unverletzt

Unbeteiligte Kunden des Supermarktes seien in die Auseinandersetzung nicht involviert gewesen und blieben unverletzt.

Gerüchteküche brodelt in Thüringen: „Kriegsgetümmel“

Die Polizei hat nach dem Vorfall ihre Präsenz in Leinefelde Worbis erhöht.

Soweit zu der Darstellung der Polizei.

Im Internet hat sich indes innerhalb kürzester Zeit ein anderes Bild der Vorfälle gezeichnet.

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Facebook-User und alternative Presse verbreiten ANDERE Geschichte

Hier verbreiten mehrere Facebook-User, darunter auch die AfD Kyffhäuser-Sömmerda-Weimarer Land und Mitglieder der Gruppe „Stadt Worbis – City Worbis“ eine noch bedrohlichere Version der Geschehnisse von Samstag. Auch die selbsternannte „Alternative Presse“ greift den Beitrag auf.

Mutmaßlicher Augenzeuge: „30 Männer malträtieren sich gegenseitig“

Es handelt sich dabei um einen mutmaßlichen Augenzeugenbericht, der überall in Ich-Form und in ein und demselben Wortlaut auf Facebook auftaucht.

Darin ist gar von „Kriegsgetümmel“ die Rede. Von 30 mit Macheten bewaffneten, ausländischen Männern, die sich „gegenseitig malträtieren“. 200 Menschen seien bei dem Rewe vor Ort gewesen und Kleinkinder mittendrin.

Familien-Fehde in Worbis: DAS sagt die Polizei zu den Gerüchten

Die Polizei kann die Gerüchte gegenüber unserer Redaktion weder bestätigen noch dementieren. „Bei der Anzeigenaufnahme haben wir keine Macheten gefunden, was nicht heißt, dass es keine gab“, so die Polizeisprecherin von Nordhausen.

Sie weist darauf hin, dass mutmaßlich Bewaffnete bis zum Eintreffen der Polizei auch hätten flüchten können. „Die Möglichkeit besteht.“

Eines hingegen sei sicher: „Die Verletzungen, die die Jugendlichen davon getragen haben, entsprechen nicht derer, die durch eine solche Waffe hervorgerufen werden.“ Es deute also nichts darauf hin, dass eine Machete genutzt wurde. Dennoch will die Polizei nicht vollends ausschließen, dass jemand eine Waffe bei sich trug.

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Auch, dass sich 200 Menschen vor dem Rewe-Markt befunden haben sollen, können die Einsatzkräfte zunächst so nicht bestätigen. Hier heißt es wieder: „Beim Eintreffen der Polizei war dem nicht so.“

Polizei Nordhausen bittet Zeugen um Bildmaterial

Als Beteiligte an der Gewalttat und der Sachbeschädigung an dem Auto wurden lediglich vier Verletzte und drei Tatverdächtige ausgemacht.

Wer jedoch bezeugen kann, dass sich die Ereignisse anders dargestellt haben, wird dringend gebeten sich bei den Ermittlern zu melden, heißt es von der Polizei Nordhausen.

„Insbesondere diejenigen, die die Geschichte im Internet verbreiten, dürfen uns gerne Videos und Bildmaterial zur Verfügung stellen, die ihre Version belegen. Denn den Einsatzkräfte bot sich ein anderes Bild“, so die Pressesprecherin abschließend.

Zeugen können sich unter der Nummer (0361) 7443 1504 mit der Pressestelle der Polizei Nordhausen in Verbindung setzen.