Landtagswahl in Thüringen 2019: CDU-Kandidat lässt sich in Boot ablichten – das sorgt für Ärger

CDU-Kandidat Guntram Wothly wollte viel Heimat auf sein Wahlplakat packen - wegen einer Sache gab es jetzt Aufregeung.
CDU-Kandidat Guntram Wothly wollte viel Heimat auf sein Wahlplakat packen - wegen einer Sache gab es jetzt Aufregeung.
Foto: dpa

Jena. Guntram Wothly wollte ein Bild mit Symbolkraft: Er sitzt am Ruder, sitzt samt Familie auf einem Boot mitten in der Thüringer Natur.

So sieht das Wahlplakat des CDU-Listenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen 2019 aus. Jetzt gab es deswegen Ärger – Grund ist das Boot, in dem Wothly sitzt.

Landtagswahl Thüringen: Streit um ein Bild

In einem offenen Brief beschuldigt der Bootsverleiher von der Bar „Der Strand 22“ den CDU-Politiker aus Jena nun via Facebook, das Boot ohne seine Einwilligung für den Wahlkampf benutzt zu haben.

„Der Strand 22 und sein Inventar möchten sich für keine parteipolitischen Interessen vereinnahmen lassen“, heißt es darin.

Landtagswahl_in_Thuringen_Das soll sich ändern
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Und weiter: „Was wir politisch denken und fühlen, zeigen wir mit einem weltoffenen Programm und einem offenen Herzen für Mitarbeiter und Gäste aller Nationalitäten. Wir zeigen es aber nicht mit einem Parteibuch! Und so hätten wir ihnen niemals erlaubt, unser Boot für ihre öffentlichen Werbeinteressen zu nutzen.“

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Guntram Wothly fiel aus alle Wolken, als er von dem offenen Brief erfuhr. „Ich verstehe nicht, was das soll“, sagte er gegenüber THÜRINGEN24. „Hätte ich gewusst, dass das so läuft, hätte ich einfach irgendwo anders ein Boot geliehen.“

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Er habe durchaus vorher Bescheid gesagt, was er mit dem Boot vorhabe, als er es telefonisch reserviert habe. „Vor Ort war ich dann mit einem Fotografen samt Kamerausrüstung, da ist also nichts heimlich passiert.“

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Umfrage Landtagswahl Thüringen

  • CDU: 24%
  • SPD: 8%
  • Grüne: 7%
  • FDP: 4%
  • Linke: 29%
  • AfD: 24%

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Landtagswahl: „Frage mich, was damit bezweckt werden soll“

Er habe ordnungsgemäß für die Anmietung des Bootes gezahlt. „Ich finde das schade, dass das nun so kurz vor der Wahl sein muss und frage mich, was damit bezweckt werden soll.“

Tatsächlich ist auf dem Boot nicht erkennbar, dass es zum „Strand 22“ gehört. Der Bezug dürfte den meisten Menschen überhaupt erst durch den offenen Brief bei Facebook klar geworden sein.

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Viele Facebooknutzer kommentieren den Post eher kritisch:

  • „ Hm... hätte ich diesen Beitrag nicht gelesen hätte ich nicht bemerkt dass da im Hintergrund der Strand 22 zu sehen ist... auch das Boot stellt für mich keinen Bezug dazu her.“
  • „Das nächste mal regt sich bestimmt sein Hemdenhersteller auf oder der Laden wo er seine Brille gekauft hat. Ich kann in dem Bild keinen Bezug zum Strand 22 erkennen also wo ist das Problem?“

Der Betreiber der Bar schreibt in seinem offenen Brief, er habe sich schon zuvor direkt an die CDU und Guntram Wolthey gewandt – habe aber keine Antwort bekommen. Das dementiert Wothly: „Wir haben ihm Gesprächstermine angeboten.“

Für eine Stellungnahme waren die Betreiber vom „Strand 22“ bislang nicht zu erreichen.