AfD auf dem Domplatz in Erfurt: Als Björn Höcke redet, muss die Polizei eingreifen

Während Björn Höcke spricht, gibt es einen Zwischenfall.
Während Björn Höcke spricht, gibt es einen Zwischenfall.

Erfurt. Es ist ein historischer Ort – und ein historisches Datum: Am 26. Oktober 1989 versammelten sich Zehntausende Menschen auf dem Domplatz in Erfurt für eine Friedliche Revolution.

Heute, 30 Jahre später, versammelt sich dort die Rechtsaußen-Spitze der AfD, um den Domplatz für ihren Wahlkampf zu benutzen: Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke, AfD-Sachsen-Chef Jörg Urban und Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz.

AfD-Veranstaltung am Domplatz in Erfurt

Um 16 Uhr ging es zwischen Schlager- und Volksmusik um die sogenannte „Wende 2.0“ gehen: Ein politischer Kampfbegriff von AfD-Mann Björn Höcke, der selbst ebenso wie Andreas Kalbitz in Westdeutschland aufgewachsen ist.

Gleichzeitig waren Gegendemos angekündigt, unter anderem ein Protestzug des Bündnisses „Auf die Plätze“: Die Demonstranten zogen ab 15 Uhr vom Hauptbahnhof in Erfurt zum Domplatz.

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AfD in Erfurt:

19:26 Uhr: Die Polizei spricht am Abend von 1200 AfD-Anhängern und 700 Gegendemonstranten. „Aus beiden Lagern kamen deutlich weniger Menschen, als angemeldet“, sagt eine Polizeisprecherin.

19:21 Uhr: Laut Polizei gab es am Nachmittag vereinzelte Zwischenfälle. Nachdem Björn Höcke von der Bühne abgetreten war, sei etwa ein 37-Jähriger über die Absperrung zu den AfD-Anhängern gestiegen, so die Polizei gegenüber Thüringen24. Als die Polizei eingriff, habe der Mann einen Beamten geschlagen, beide Männer wurden leicht verletzt.

18:44 Uhr: Auf dem Domplatz kehrt nun wieder Ruhe ein. Die Demonstranten sind auf dem Weg zum Bahnhof, nur vereinzelt sind Streifenwagen zu sehen und zu hören.

18:19 Uhr: Die Demonstranten gehen jetzt wieder in Richtung Hauptbahnhof. „Empfehle allen, in der Gruppe zu gehen, um Sicherheit zu gewährleisten“, sagt eine Polizeisprecherin.

18:17 Uhr: Offenbar gab es einen Konflikt zwischen Polizei und Gegendemonstranten.

18:11 Uhr: Es wird noch einmal brenzlig auf dem Domplatz! Die Polizei stürmt plötzlich in die Menge.

„Nazis raus“
„Nazis raus“

18:07 Uhr: Die Kundgebung ist beendet. Die Gegendemonstranten sagen: „Wer morgen AfD wählt, wählt den Faschismus und nicht den Protest“.

17:58 Uhr: Zum Abschluss der AfD-Kundgebung wird die Deutschlandhymne gesungen.

17:54 Uhr: „Holen wir uns unser Land zurück“, ruft Höcke – er muss laut gegen den Lärm der Domglocken und der Gegendemonstranten anrufen. Die Menge jubelt, skandiert wieder „Höcke Höcke“. Die Einwanderungspolitik der „Kartellparteien“, wie Höcke sagt, müsse beendet werden. Er fordert eine „Abschiebeinitiative 2020“.

17:50 Uhr: Die Domglocken läuten.

17:45 Uhr: Noch ein Zwischenfall: Eine junge Frau läuft vorbei, ruft „Buh“ in Richtung Bühne. Ein paar Leute drängen sie weg: „Was stimmt denn bei Ihnen nicht?“

17:36 Uhr: Während Höcke redet, muss die Polizei eingreifen: Zwei Gegendemonstranten sind in die erste Reihe vor der Bühne gedrungen. Sie rufen „Lügen-Höcke“. Die Polizei holt die beiden aus der Menge.

17:31 Uhr: Die Gegendemonstranten schreien „Bernd Höcke alias Landolf Ladig“. Sie sind so laut, dass man Höcke in den mittleren Reihen nicht mehr hört.

+++ AfD: Björn Höcke spricht über Landolf Ladig – DAS hat jetzt Folgen +++

17:30 Uhr: Ein Auto fährt vorbei, hupt ununterbrochen und unterbricht damit Höckes Rede.

17:24 Uhr: Björn Höcke ist jetzt da. Die Menge johlt.

17:19 Uhr: Die Polizei meldet bis jetzt keine Zwischenfälle auf der AfD-Demo, rechnet aber damit, dass zum Wahlkampf-Auftritt von Björn Höcke noch mehr AfD-Anhänger zum Domplatz kommen, so eine Sprecherin.

17:12 Uhr: Möller schießt gegen den CDU-Kandidaten: „Mike Mohring hat uns als Drecksnazis bezeichnet“. Das ist aber nicht richtig: Mike Mohring hat Björn Höcke als Nazi bezeichnet!

+++ Wahl in Thüringen: Mike Mohring mit krassen Worten gegen AfD-Mann Björn Höcke: „Ich finde, er ist ein ...“+++

17:07 Uhr: Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag, ist krank und wird nicht auf dem Domplatz sprechen. Stattdessen ist dort nun Stefan Möller, der Landessprecher der AfD-Thüringen.

16:59 Uhr: Jörg Urban spricht jetzt: „Die Migranten belasten unsere Soziallasten auf Jahrzehnte“. Es gibt immer wieder Unterbrechungen von Seiten der Gegendemonstration. Beide Seiten drehen die Lautstärke immer weiter auf.

16:50 Uhr: Immer wieder Tonprobleme. „Da steckt die Antifa dahinter!“, ruft eine Frau.

16:45 Uhr: Der Ton auf dem Domplatz ist ausgefallen! Es gibt technische Schwierigkeiten mit dem Mikro auf der Bühne.

16:44 Uhr: Jörg Urban begrüßt die Menge mit „liebe Erfurter, liebe Sachsen“. Urban ist Chef der AfD in Sachsen. Er ist für seine rechtsextremen Positionen bekannt.

16:42 Uhr: Kalbitz redet von den Medien, vergleicht sie mit der „Aktuellen Kamera“, dem Nachrichtenprogramm der DDR. Brandenburgs AfD-Chef bedankt sich ausdrücklich bei der rassistischen und völkischen Organisation Pegida: „Wir sind eine Bewegung!", ruft er.

AfD-Mann Kalbitz schließt seine Rede mit: „Ich möchte später sagen können, ich habe für mein Land gekämpft und nicht nur mein Reihenhaus abbezahlt. Das ist im Kalifat nichts mehr wert. Holen wir uns unser Land zurück.“

16:36 Uhr: Andreas Kalbitz spricht über Migranten „mit ihren Kopftüchern und Kinderwagen“. Die Menge grölt: Abschieben! Abschieben!

16:30 Uhr: Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz spricht jetzt auf dem Domplatz. Er ruft in Richtung der Gegendemonstranten: „Sucht euch Arbeit“. Dann kehrt er den Spruch: „Eure Kinder werden so wie wir“ – mit diesem Song wurde zuletzt Björn Höcke bei einer Veranstaltung gestört.

16:14 Uhr: Die Gegendemonstranten sind einige 100 Meter von der Bühne entfernt hinter der Absperrung. Polizei aus der Hundertschaft baut sich dazwischen auf. Der Lärm der Demonstranten übertönt den Schlager von der Bühne.

AfD Gegendemonstration
AfD Gegendemonstration

16:10 Uhr: AfD-Fans und Gegendemonstranten treffen auf dem Domplatz aufeinander. Die Gegendemonstranten sind sehr laut, machen Lärm mit Trillerpfeifen und skandieren: „Nazis raus“.

15:54 Uhr: Rund 500 Leute sind bereits auf dem Domplatz in Erfurt. Man sieht Deutschlandflaggen – und auch immer wieder die in der rechtsextremen Szene verbreitete sogenannte Wirmer-Flagge (Kreuz in schwarz-rot-gold).

Von der Bühne kommt Volksmusik und Schlager, eine Coverband spielt Helene Fischers „Atemlos“.

15:36 Uhr: Sechs Busse der Polizei sichern den Bereich am Hauptbahnhof ab. Anwohner sind aber in Sorge, so wie eine Mutter mit Kinderwagen: „Lass uns lieber reingehen“, sagt sie zu ihrem Mann. „Das sieht ja wild aus mit der ganzen Polizei“.

15:27 Uhr: Etwa 100 Gegendemonstranten sind am Hauptbahnhof in Erfurt angekommen. Die Polizei sichert den Bereich ab.

Unter den Gegendemonstranten sind auch Grünen-Chef Robert Habeck und der Thüringer Spitzenkandidat der Grünen, Dirk Adams. Adams: „Wir wollen keine Wende um 180 Grad“ – damit kommentierte er den AfD-Kampfbegriff von der „Wende 2.0“.

14.48 Uhr: Insgesamt acht Versammlungen sind im Vorfeld der Landtagswahl in Erfurt angemeldet. Hunderte Polizisten sind am Samstag im Einsatz. Mehrere Tausend Demonstranten werden bei Kundgebungen und Versammlungszügen in der Stadt erwartet.

Es muss mit Behinderungen im Straßen- und im Nahverkehr gerechnet werden.

Nach Angaben der Thüringer AfD sollten beim Wahlkampfabschluss der Partei Spitzenkandidat Björn Höcke sowie AfD-Chef Alexander Gauland sprechen. Laut Polizei wurden rund 2500 Teilnehmer angemeldet.

+++ Landtagswahl Thüringen: Das will die AfD wirklich +++

14 Uhr: Kritik an der AfD-Veranstaltung gibt es von den Thüringer Grünen. Die Partei schreibt via Twitter: „Die Höcke-AfD will den Erfurter Domplatz als sinnbildlichen Ort der friedlichen Demonstrationen 1989 für ihren Wahlkampfabschluss missbrauchen und sich als neue Bewegung für Meinungsfreiheit zu stilisieren.“

12 Uhr: Das Erfurter Bündnis weist bei Twitter darauf hin: „Am Anger nicht stehenbleiben & keine Trillerpfeifen - Fahnen 1m Abstand zu Oberleitungen - keine Waffenähnliche Gegenstände“