Björn Höcke (AfD): Auftritt im MDR zeigt genau, was sein Ziel ist

Freundlich, gemäßigt und staatsmännisch. So präsentiert Björn Höcke (AfD) sich am Wahlabend.
Freundlich, gemäßigt und staatsmännisch. So präsentiert Björn Höcke (AfD) sich am Wahlabend.
Foto: dpa
  • Björn Höckes AfD hat einen großen Erfolg erzielt
  • Am nächsten Ziel lässt Höcke kaum einen Zweifel
  • Eine Analyse

Erfurt. Das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen sollte eigentlich keinen Beobachter überraschen. Die Ergebnisse wurden von den Demoskopen sehr korrekt vorhergesagt. Nur wahrhaben wollte das offenbar niemand.

Nach dieser Wahl ist klar, dass die AfD in den ostdeutschen Bundesländern konstant Ergebnisse von etwa 25 Prozent holen kann - und dass sie die treuesten Wähler hat. Während die Ergebnisse der anderen Parteien schwanken, je nachdem, ob gerade Bundestagswahl, Europawahl oder Landtagswahl ist, kann die AfD sich auf ihre Wähler verlassen.

Björn Höcke will raus aus der Schmuddelecke

Die Partei hat sich hier etabliert - das zeigen die Wahlen in Thüringen, Brandenburg oder Sachsen. Nun will die Partei den nächsten Schritt machen. Das Ziel von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, der in Thüringen einen klaren Erfolg erzielte, ist klar.

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Höcke will raus aus der rechten Schmuddelecke und rein in die Regierung. Das machte er noch am Wahlabend klar. Wer Höcke noch nie gesehen hat und nur seine diversen TV-Auftritte an diesem Abend erlebte, dürfte ihn für einen gemäßigten Politiker halten.

Nichts war zu hören von seinen Skandal-Aussagen, dem „vollständigen Sieg der AfD“, den Deutschland brauche oder vom „Denkmal der Schande“. An diesem Abend gab Höcke sich im MDR ganz staatsmännisch. Er lobte die hohe Wahlbeteiligung und hielt fest, dass „die meisten Nichtwähler sind von der AfD wieder an die Wahlurne gerufen wurden.“

Die AfD macht sich für die Zeit nach Merkel hübsch

Und weiter: „Wir tragen staatspolitische Verantwortung in uns. Wir wollen regieren. Eine Koalition der bürgerlichen Mitte ist für uns eine Option.“

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Auch in der ARD platzierte Höcke später diese Botschaft: „Wir sind zu einer bürgerlichen Koalition bereit. Und wir halten Wort.“ Von seinen radikalen Ansichten ist an diesem Abend nichts zu hören. Und auch keiner der anderen Gäste widerspricht der Behauptung, dass die AfD eine „bürgerliche“ Partei sei.

Björn Höcke und die AfD planen nach der Etablierung den nächsten Schritt. Sie wollen hoffähig werden für eine Regierung mit der CDU.

Dass dafür in Thüringen die Mehrheit fehlt, dürfte dabei ebensowenig eine Rolle spielen wie die Tatsachse, dass diese Idee in der aktuellen CDU undenkbar ist. Die Regierungszeit von Angela Merkel endet spätestens 2021. Danach werden die Karten neu gemischt. Das wissen auch die AfD und Björn Höcke.