Landtagswahl Thüringen: Bangen bei der FDP – neue Zahlen zur Wahl veröffentlicht!

Nach der Landtagswahl Thüringen gratulierte FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner zum denkbar knappen Einzug in den Landtag. Nun wird es doch knapp für die Liberalen.
Nach der Landtagswahl Thüringen gratulierte FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner zum denkbar knappen Einzug in den Landtag. Nun wird es doch knapp für die Liberalen.
Foto: Christophe Gateau/dpa

Jena. Hauchdünn, mit gerade einmal fünf Stimmen oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde, zog die FDP nach der Landtagswahl Thüringen in den Landtag ein. Bereits am Donnerstag wurde es eng mit den fünf Stimmen. Denn in Weimar wurde die Zahl der für die Liberalen abgegebenen Stimmen in einem Wahlkreis von 1662 auf 1658 Stimmen nach unten korrigiert.

Gerade einmal eine Stimme hielt die FDP seitdem im Landtag. Und nun kommt die absolute Hiobsbotschaft für die Partei: Auch in Jena wird das amtliche Ergebnis nach Prüfung des Wahlkreis 37 korrigiert. Dabei werden insgesamt zwei Stimmen abgezogen. Damit wäre die FDP nicht im Landtag vertreten - die Regierungsbildung nach der Landtagswahl Thüringen könnte dies sogar noch verkomplizieren.

Doch die FDP darf wieder Hoffnung schöpfen: Im Wahlkreis 7, Wartburgkreis III, ergab sich ebenfalls eine Veränderung bei Stimmanzahl. Diesmal zu Gunsten der Liberalen. 15 Stimmen mehr wurden der FDP zugerechnet.

Landtagswahl Thüringen: FDP könnte doch nicht in Landtag einziehen

Am Wahlabend musste die FDP lange zittern, ob sie den Sprung über die Fünf-Prozent-Marke schaffen würde. Erst ganz am Ende stand ein hauchdünner Erfolg mit 5,0005 Prozent für die FDP zu Buche.

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Doch in den vergangenen Tagen ist einiges passiert. Nach der Korrektur in Weimar folgt nun die Nachricht aus Jena. Drei Stimmen wurden der Partei aberkannt, eine zugerechnet. In der Summe ein Verlust von zwei Stimmen - und die könnten sehr entscheidend sein. Nicht nur für den Einzug der FDP in den Landtag, auch für die gesamte Regierungsbildung könnte dies wegweisend sein.

Schon jetzt steht die Regierung in Thüringen vor einer ungewissen Zukunft. Ministerpräsident Ramelow ging mit der Linken mit 31 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft hervor. Eine Weiterführung des bisherigen rot-rot-grün-Bündnisses scheitert aber am schwachen Abschneiden der SPD (8,2 Prozent) und der Grünen (5,2 Prozent).

Bisher gehandelte Bündnisse nur schwer aufrecht zu erhalten

Bisher lehnt die CDU (21,8 Prozent) Gespräche über eine Regierung mit der Linken ab. Mit der AfD, die mit 23,4 Prozent zweitstärkste Kraft im Land wurde, will keine Partei über eine Regierungsbildung sprechen.

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Bisher waren zwei mögliche Minderheitenregierungen im Gespräch: Zum einen die Weiterführung von rot-rot-grün, woraufhin CDU und FDP bereits Ablehnung signalisierten, oder eine Minderheitenregierung von CDU, SPD, Grünen und FDP.

Regierungsbildung wird vermutlich noch schwieriger

Sollte die FDP doch noch aus dem Landtag fliegen, würde dies die bisher geführten Gespräche ad absurdum führen.

Die neue Sitzverteilung würde die Bildung einer Regierung jedoch keineswegs einfacher machen - denn vermutlich würde einer Koaltion aus SPD, Linke und Grüne weiter einige Sitze zur absoluten Mehrheit fehlen. Die mögliche Minderheitsregierung aus CDU, SPD, Grünen und FDP unter CDU-Chef Mike Mohring wäre keine Alternative mehr.

Das heißt im Umkehrschluss: Mit dem Wegfall der Stimmen der FDP würde die Regierungsbildung noch weiter verkompliziert. (dav)