Nordhausen: Blindgänger erfolgreich entschärft! Oberbürgermeister: „...war nicht einfach“

Ganze 14 Stunden hielt diese Fliegerbombe die Stadt Nordhausen in Schach.
Ganze 14 Stunden hielt diese Fliegerbombe die Stadt Nordhausen in Schach.
Foto: Silvio Dietzel

Nordhausen. Komplizierter Bombenfund Dienstagnachmittag in Nordhausen! Die 227 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei Bauarbeiten am Theater entdeckt – also mitten in der Innenstadt von Nordhausen.

Erst gegen 3.25 Uhr konnte die Stadt Nordhausen Entwarnung geben: 14 Stunden nach der Entdeckung konnte der Blindgänger erfolgreich entschärft werden.

Thüringen: Große Evakuierung in Nordhausen

Wegen des gefährlichen Langzeitzünders mussten die umliegenden Bereiche sofort evakuiert werden. Einem Stadtsprecher zufolge mussten bis zu 15.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch Geschäfte waren betroffen.

Nach der erfolgreichen Entschärfung zeigte sich Oberbürgermeister Kai Buchmann erleichtert: „Heute war es für die Stadt und seine Bürgerinnen und Bürger nicht einfach. Mitten im Herzen der Stadt mussten wir eine Bombe entschärfen.“

Die Evakuierung hätte mehr Menschen betroffen, als bei den letzten Entschärfungen. „Unsere Geduld wurde auf die Probe gestellt“, wird der Oberbürgermeister in einer Stellungnahme zitiert. Sein Dank richtet sich an die Mitarbeiter der Entschärfungsfirma Tauber, sowie an die „mehreren hundert Polizei-, Feuerwehr-, THW- und Rettungskräften von DRK, Johannitern, den Sanitätsdiensten, den Fahrdiensten, dem Landratsamt, Jugendsozialarbeitern von Schrankenlos e.V. sowie den Beschäftigten der Stadtverwaltung und der kommunalen Unternehmen.“

Hier die ganze Stellungnahme zum Nachlesen:

>> Hier siehst du den Sperrkreis

>> Liste Evakuierungsbereich

Sammelplätze für die Bevölkerung:

  • Sporthalle Nordhausen „Ost“
  • Ballspielhalle, Hesseröder Straße
  • Nordhaus, Stolbergstraße
  • Schulgebäude Nordhausen „Ost“
  • Staatliche Regelschule Gotthold-Ephraim-Lessing

Bombe hat einen Langzeitzünder

Nach bisherigen Erkenntnissen hat die Bombe einen Langzeitzünder, der mit Säure funktioniert. „Deshalb ist Gefahr in Verzug, und wir mussten sofort mit der Evakuierung beginnen“, sagte der Sprecher.

Demnach kann die Säure bei Bewegung des Blindgängers noch reagieren und so die Bombe zünden. Im Zweiten Weltkrieg war Nordhausen Ziel alliierter Bombenangriffe.

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Stroh soll Druck ableiten

Der Fundort wurde mit Stroh umgeben, um im Fall einer Detonation den Druck abzuleiten.

Die Entschärfung wurde mit einem Wasserschneidsystem der Firma Hammelmann durchgeführt. Eine Hochleistungspumpe erzeugt ein Wasserdruck bis zu 3.000 Bar. Dem Wasser wird feiner Sand zugeführt und das Gemisch Wasser/Sand schneidet über eine spezielle Düse bis zu 12 Zentimeter Stahl, so die Stadtverwaltung.

„Somit müssen die Sprengmeister nicht mehr den Zünder mit Hammer, Meißel und großer Rohrzange aus der Bombe herausdrehen. Das System wird aus der Deckung heraus gesteuert.“ Über Kameras wurde der Schneidvorgang beobachtet und gesteuert. (ck/mb)