AfD in Thüringen: Darum hatte die Partei wirklich Erfolg im Freistaat

Björn Höcke hat einen historischen Wahlerfolg bei der Landtagswahl 2019 hingelegt.
Björn Höcke hat einen historischen Wahlerfolg bei der Landtagswahl 2019 hingelegt.
Foto: dpa

Erfurt. 23,4 Prozent für die AfD in Thüringen!

Die Landtagswahl 2019 in Thüringen Ende Oktober war eine kalte Dusche für die Volksparteien. Während nun über die politische Zukunft in Thüringen gestritten wird, hat sich das Instititut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) den Ursachen für den krachenden Erfolg der AfD in Thüringen gewidmet – und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis.

Häufig ist von den wirtschaftlich „Abgehängten“ die Rede, die in die Arme der Rechtspopulisten getrieben werden. Das sind nicht nur Menschen, sondern auch Städte oder ganze Regionen. Doch das ist laut IDZ nicht die Erklärung für den Wahlerfolg der AfD in Thüringen.

AfD in Thüringen: Rassismus etabliert sich

Die Studie mit dem Titel „Rechtsradikale Landnahme“ zeigt: Die Etablierung von rassistischem bzw. fremdenfeindlichem Denken und die Ablehnung von Demokratie durch Demokratieverdrossenheit haben viel mehr zum am Erfolg der AfD beigetragen, als eine wirtschaftliche Benachteiligung in Thüringen.

Vor allem in Regionen mit geringer Wahlbeteiligung trumpfen die Rechtspopulisten auf.

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„Rechtsextreme Normalisierung“

Und: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit wird zum Normalzustand.„Dort, wo schon bei der Landtagswahl 2014 ein erhöhtes Klima von Demokratieverdrossenheit und rechtsextremer Normalisierung existierte, wurde langfristig die Saat bereitet, den nun die AfD ernten kann“, schreiben die Autoren.

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In jenen AfD-Hochburgen haben die anderen Parteien kaum noch Grund zum Feiern. „Es besteht die Gefahr, dass sich langfristig geschlossene rechte Raumkulturen bilden und der Einfluss anderer politischer oder zivilgesellschaftlicher Akteure schwindet“, erklärt Autor sagt Christoph Richter. (dpa/jg)