Olympia in Thüringen? DAS sind die überraschenden Giga-Pläne für 2030

Olympia in Thüringen - das könnte bald Wirklichkeit werden, heißt es in einem Medienbericht. (Archivbild)
Olympia in Thüringen - das könnte bald Wirklichkeit werden, heißt es in einem Medienbericht. (Archivbild)
Foto: imago

Berlin. Olympia in Thüringen? Ausgeschlossen ist das nicht!

Thüringen und Sachsen haben nämlich nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung überraschend ihr Interesse an Olympischen Winterspielen im Jahr 2030 signalisiert. Ein Schneeflocken-Logo in den olympischen Farben werbe seit Montagabend auf der Seite www.olympia2030.de dafür, dass sich die beiden Ost-Bundesländer gemeinsam mit Bayern als Schauplatz der Winterspiele in elf Jahren bewerben sollen.

Olympia in Thüringen: Große Vision für Thüringen, Sachsen und Bayern

„Olympische Winterspiele 2030, genauer in Thüringen, Sachsen, Bayern und mit anderen Nachbarn – das ist eine große Vision“, heißt es auf der Homepage der Initiatoren. Ein Austragungsort soll laut dem Bericht Oberhof (Thüringen) mit seinem Biathlon-Stadion, der Bobbahn und Sprungschanze sein. Wettkämpfe könnten außerdem im Erfurter Eisstadion ausgetragen werden.

+++ Doping-Skandal um Erfurter Arzt: Auch deutscher Olympia-Teilnehmer im Manipulations-Fokus +++

Einer der Initiatoren ist laut „Bild“ Mike Helios von der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden. Er habe Pläne der privatwirtschaftlichen Initiative bereits an das Internationale Olympische Komitee (IOC) geschickt. Um Olympische Spiele bewerben können sich deutsche Städte und Regionen allerdings nicht direkt - das muss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) offiziell beim IOC machen.

Skiflug-Legende Jens Weißflog ist für den Plan

„Die sportliche Infrastruktur stimmt“, meinte Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz. Skiflug-Legende Jens Weißflog träume ebenfalls von Olympia im heimischen Oberwiesenthal (Sachsen): „Friedlich, freundlich, maßvoll soll es sein.“

+++ So schwer soll die Krankenschwester Doping-Arzt Mark S. aus Erfurt belastet haben +++

Thüringens Minister für Bildung, Jugend und Sport bleibt zurückhaltend

Jedoch: Nicht alle sind von der Nachricht um die Olympia-Bewerbung begeistert. Zu Medienberichten erklärt der Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport, Helmut Holter: „Oberhof und Thüringen sind zu Recht stolz auf die Austragung der Doppel-WM im Biathlon und Rennrodeln im Jahr 2023. Darauf konzentrieren sich die Landesregierung, die Sportverbände und die Kommunen. Der Wunsch, Gastgeber für weitere sportliche Großereignisse zu sein, ist verständlich.

Die Sportministerkonferenz hat sich Anfang November darauf verständigt, dass Bund und Länder – gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Kommunalen Spitzenverbänden – Deutschland zu einem international bedeutsamen Standort für herausragende und nachhaltige Sportgroßveranstaltungen ausbauen und weiterentwickeln wollen. Damit soll eine breite gesellschaftliche Debatte gefördert werden, die wiederum grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche deutsche Olympiabewerbung ist. Nur so kann ein solches Vorhaben gelingen. Bei aller Euphorie sollten wir den zweiten Schritt nicht vor dem ersten gehen. Das haben die Bürgerentscheide über mögliche Olympiabewerbungen in Hamburg und München gezeigt.“

Auch Landessportbund Thüringen äußert sich

Ähnlich äußert sich auch der Landessportbund Thüringen. Von dort heißt es erst einmal: „Wir freuen uns auf die Austragung der Doppel-Weltmeisterschaften 2023 im Biathlon und Rennrodeln in Oberhof, die auch dank des Engagements der Thüringer Landesregierung möglich geworden sind. Solche Großereignisse im Freistaat sind ist eine große Chance für den Sport. Nicht nur für den Spitzensport, wir glauben fest daran, dass auch Impulse für den Sport in den Schulen, für Belange des Kinder- und Jugendsports in den Vereinen, für den Behindertensport, insgesamt für den Stellenwert des organisierten Sports ausgehen werden.“

Noch zurückhaltender bleibt der Sportbund beim Thema Olympische Spiele: „Die Bewertung der Chancen einer möglichen erfolgreichen Olympia-Bewerbung ist eine gesamtdeutsche und nicht allein eine Thüringer Angelegenheit. Insofern stimmen wir mit dem DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann überein, der eine solche Initiative begrüßt hat, aber die Erfolgschancen einer möglichen Olympia-Bewerbung von Bayern, Sachsen und Thüringen zu gegebener Zeit prüfen möchte.“

Nach Pleiten in München und Hamburg hofft nun NRW weiter auf Olympia

Im Oktober hatte die Region Rhein-Ruhr ihr Interesse an der Austragung Olympischer Spiele 2032 signalisiert - über die privatwirtschaftliche Initiative „Rhein Ruhr City 2032“. Nach den verlorenen Referenden in München (für die Winterspiele 2022) und Hamburg (Sommerspiele 2024) hofft NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf eine „eine breite Unterstützung der Bevölkerung“. (dpa/lin)