Baby in Wald zurückgelassen – diese Details sind unerträglich!

Mit dem Bild einer Puppe, die die Kleidung des Baby-Leichnams trägt, sucht die Polizei weiterhin nach Hinweisen.
Mit dem Bild einer Puppe, die die Kleidung des Baby-Leichnams trägt, sucht die Polizei weiterhin nach Hinweisen.
Foto: Polizei Gotha

Geschwenda. Noch immer sind die Menschen erschüttert. Und noch immer beschäftigt der Fall die Polizei. Die gibt jetzt einen Einblick in die Ermittlungen.

Es geht um ein totes Baby, das vor knapp einem Jahr im Thüringer Wald gefunden wurde – die Eltern sind nicht bekannt. Mit bedrückenden Details gehen die Ermittler nun erneut an die Öffentlichkeit – denn sie finden: Jetzt ist es an der Zeit!

Was auch immer dieser Mutter widerfahren ist – es muss unerträglich gewesen sein. Ist sie selbst Opfer geworden? Opfer eines Verbrechers oder Opfer ihrer selbst? Hat sie ihr eigenes Baby gepflegt, gestillt und dann getötet? Der Fall um das tote Baby von Geschwenda lässt auch Monate nach dem Fund unendlich viele Frage offen.

Baby tot im Wald aufgefunden: Ermittler mit neuen Details

Im April entdeckten Spaziergänger die Baby-Leiche. Das Mädchen aber war schon lange tot. Ein Jahr muss es nun her sein, dass es aufhörte zu atmen.

„Bislang war es nicht möglich, dem Baby eine würdige Verabschiedung und Beerdigung zu ermöglichen“, schreibt die Polizei. Jetzt sei es an der Zeit. In einem hochemotionalen Appell wenden sich die Beamten nun direkt an Täter, an Mitwisser, an die Eltern, speziell an die noch immer unbekannte Mutter.

Aus dem wenigen, was bekannt ist, zogen die Ermittler ihre Schlüsse. Demnach muss die Kindsmutter eine emotionale Bindung zum Kind aufgebaut haben, heißt es von der Polizei. Der Fall hebe sich deutlich von anderen bekannten Kindstötungen ab.

Das Baby von Geschwenda hat nach seiner Geburt mindestens einen Zeitraum von einer bis drei Wochen gelebt, da sind sich die Beamten sicher. Es wurde gestillt, es wurde versorgt, gewickelt, angezogen. Es wurde beim Ablegen in eine Damenbluse eingewickelt.

Polizei fordert „würdevolle Beerdigung“

All diese Dinge sprechen dafür, dass die Kindsmutter unter einem enormen Druck stehen muss, schreiben die Beamten. Jetzt fordern sie von ihr, dass sie sich endlich meldet. Mit deutlichen Worten.

„Es gebietet es der Respekt vor dem eigenen Kind, dass es einen Namen, ein Geburtsdatum und ein Sterbedatum mit einer würdevollen Beerdigung bekommt.“

Dringend Hinweise gesucht!

Die Ermittler sprechen mit der neuerlichen Veröffentlichung nun direkt die betroffenen Personen an. Ebenfalls werden mit dieser neuerlichen Veröffentlichung Personen angesprochen, die vom Sachverhalt, sei es familienintern oder im Bekannten- und Freundeskreis, Kenntnis haben und Angaben zu den Kindseltern und den Umständen des Ablebens und Ablegens des Babys geben können.

Sie werden ersucht, sich unter der bekannten Rufnummer (03628-920166) oder persönlich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Es besteht die Möglichkeit, Hinweise auch anonym und vertraulich entgegen zu nehmen.

________________________

Mehr zum Thema:

________________________

Baby vor genau einem Jahr abgelegt

Die Arbeitsgruppe Baby der Kriminalpolizeiinspektion Gotha führt seit dem Auffinden des Leichnams am 20.04.2019 intensive Ermittlungen zum Kind, zu den Kindseltern und den Umständen des Ablegens.

Im Rahmen einer rechtsmedizinischen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Ablage des Babys zwischen dem 03.12.2018 und dem 12.12.2018 stattgefunden haben muss.

Bislang wurden 69 Personen mittels einer freiwilligen Speichelprobe zu einem möglichen Verwandtschaftsverhältnis untersucht. Alle Überprüfungen verliefen negativ.

Fall kommt erneut ins Fernsehen

Ebenfalls wurden intensive Ermittlungen zu den bekannten Geburten im Zeitraum 2017 und 2018 geführt, die mit heutigem Stand bestätigen lassen, dass es sich bei dem toten Baby nicht um eines dieser offiziell geborenen Kinder handelt.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen haben bis zum heutigen Tag keine Erkenntnisse zu den Kindseltern ergeben.

Die Ermittlungen dazu laufen in der Kriminalpolizeiinspektion Gotha weiterhin. Mit einer neuerlichen Aufnahme und Veröffentlichung des grausamen Falles in der Fernsehsendung Kripo Live am Sonntag, 08.12.2019, erhoffen sich die Ermittler nochmals Hinweise aus der Bevölkerung zur Aufklärung des Falles.