Thüringen: Diese 3 Ereignisse haben den Freistaat 2019 besonders ergriffen

Das bewegte die Menschen 2019 in Thüringen: Björn Höcke darf seit diesem Jahr offiziell als Faschist bezeichnet werden.
Das bewegte die Menschen 2019 in Thüringen: Björn Höcke darf seit diesem Jahr offiziell als Faschist bezeichnet werden.
Foto: Matthias Biesel

Thüringen. Im Jahr 2019 gab es in Thüringen mehrere Ereignisse, die das Land in Zukunft entscheidend verändern werden. Die Ereignisse sorgten auch über den Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen.

Vor allem der Thüringer Landtag trug zu essentiellen Veränderungen in Thüringen bei.

Thüringen: Das gibt es in keinem anderen Bundesland

Im Februar beschloss der Thüringer Landtag, dass Familien mehr Zeit miteinander verbringen sollen. Deshalb hat Thüringen seit diesem Jahr einen neuen Feiertag.

Die Rede ist vom sogenannten Weltkindertag, der ab jetzt immer am 20. September in Thüringen stattfindet. Er ist also ein arbeits- und schulfreier Feiertag, bei dem alle Menschen, die in Thüringen arbeiten aber auch wohnen, Zeit für ihre Familie und ihre Kinder finden sollen.

>> Mehr dazu: Nach Weltkindertag: Nun könnte es noch einen neuen Feiertag geben – aus DIESEM Anlass

Landtagswahl mit historische Ergebnis

Nach fünf Jahren kam es am 27. Oktober zu einem Wechsel der Regierungsparteien in Thüringen. Dort gab es ein historisches Ergebnis: Die Linke wurde zum ersten Mal stärkste Kraft in einem Bundesland. Mit 31 Prozent der Stimmen gewann sie die Wahl deutlich.

Auf den zweiten Platz schaffte es die AfD mit 23,4 Prozent der Stimmen. Die CDU erreichte 21,7 Prozent. Ein noch schlechteres Ergebnis musste die SPD einstecken. Mit 8,2 Prozent landete die Partei von Wolfgang Tiefensee auf dem vierten Platz - vor den Grünen mit 5,2 Prozent, der FDP mit 5 Prozent sowie anderen Parteien mit 5,5 Prozent der Stimmen.

Mit einem Zuwachs um 12,8 Prozent war die AfD die Partei mit der größten Zunahme. Die CDU steckte dagegen den größten Verlust (um 11,8 Prozent) ein.

Von den fast 1,73 Millionen Wahlberechtigten gaben 1,12 Millionen Bürger ihre Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung lag damit bei knapp 65 Prozent.

Einigung noch unklar

Der aktuellen Minderheitsregierung aus rot-rot-grün fehlen vier Stimmen. Trotzdem wolle der Ministerpräsident der Linke Bodo Ramelow die Minderheitsregierung fortführen. CDU und FDP sind indes gegen eine rot-rot-grüne Koalition.

Um endgültig eine Regierung bilden zu können, soll es im Januar erneut Gespräche mit den beiden Parteien geben. Ende Februar will Ramelow dann bei der Ministerpräsidentenwahl antreten.

>> Mehr zum Thema: Bodo Ramelow greift AfD scharf an – und vergleicht sie mit diesen beiden Parteien

AfD-Chef offiziell „Faschist“

Die AfD rückte im Jahr 2019 aber auch weiter ins schlechte Licht. In einem Eilverfahren stufte das Verwaltungsgericht Meiningen den AfD-Vorsitzenden in Thüringen, Björn Höcke, im September als „Faschist“ ein. Damit darf er nun offiziell als „Faschist“ bezeichnet werden.

Anfang Dezember folgte schließlich ein weiterer Schritt gegen den Politiker. 150.000 Menschen unterschrieben eine Unterschriftenaktion, um Höcke aus dem Beamtenverhältnis zu bringen.

Die Unterschriftenaktion sollte dem hessischen Kulturministerium übergeben werden, damit Höcke seinen ursprünglichen Beruf als Lehrer nicht mehr ausüben darf.

Das Kultusministerium sagte daraufhin, dass es alles dafür tun würde, Höcke nicht mehr an einer Schule unterrichten zu lassen. Allerdings sei der AfD-Politiker momentan nicht in einem aktiven Beamtenverhältnis, sodass er zu diesem Zeitpunkt auch nicht entlassen werden könne.

>> Mehr dazu: Dämpfer für die AfD – Gericht fällt Entscheidung gegen Björn Höcke (nk)