Thüringen: DAS waren die krassesten Kriminalfälle 2019

Thüringen: Überaus grausame Morde ließen die Polizei vor Rätseln stehen. Ein Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. (Symbolbild)
Thüringen: Überaus grausame Morde ließen die Polizei vor Rätseln stehen. Ein Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. (Symbolbild)
Foto: imago images / Steve Bauerschmidt

Thüringen. Im Jahr 2019 machte die Polizei in Thüringen einige grausame Entdeckungen. Es passierten extrem brutale Tötungsdelikte.

Bei einem Leichenfund in Thüringen fehlt aber auch Monate später weiterhin jede Spur auf einen möglichen Täter. Viele Fragen bleiben offen.

Thüringen: Mann tötet Rentnerin und verscharrt Leiche im Keller

Ein 24-Jähriger soll am 10. Januar eine 87-jährige Frau in Jena mit einem Gegenstand brutal angegriffen und auf sie eingestochen haben.

Die Leiche der Rentnerin stopfte der mutmaßliche Mörder offenbar in einen Koffer und bewahrte sie im Keller auf. Ermittler fanden den ungewöhnlich schweren Koffer zwei Tage später: Zunächst stießen sie auf ein Bettlaken, dann auf Haare und Finger der Getöten.

Bei dem brutalen Mörder soll es sich um einen Flüchtling aus Afghanistan handeln, der 2011 nach Deutschland gekommen war. Er soll ein Nachbar der 87-Jährigen gewesen seien.

Mord aus Habgier

Die Rentnerin soll den Mann immer wieder mit kleineren Geldbeträgen geholfen haben. Als der 24-Jährige allerdings 7.000 Euro von der Frau verlangt habe, habe die seine Forderung offenbar abgelehnt.

Am 21. Oktober begann schließlich der Prozess vor dem Landgericht Gera. Das Urteil wird frühestens Anfang 2020 fallen.

>> Mehr zum Fall: Tote in Jena: Polizei sucht noch immer Spuren des Keller-Killers

Student verteilt Leichtenteile in der Stadt

Ein ähnlich brutales Schicksal dürfte ein Student in Jena gehabt haben. Der Täter handelte allerdings nicht aus Habgier.

Im August 2018 hatte ein Student aus Vietnam einen chinesischen Studenten in sein Zimmer gelockt und ihn dann mit einem Hammer erschlagen. Er zerstückelte die Leiche des 25-Jährigen und packte diese in mehrere Tüten.

Der heute 24-Jährige entsorgte die Leichenteile an mehreren Orten in der Stadt sowie in der Saale. Später erzählte er seiner Freundin bei Kerzenschein von der grausamen Tat. Diese glaubte ihm zunächst nicht, sagte ihm dann aber, dass er sich bei der Polizei stellen sollte.

Täter handelte offenbar nach seinem Vorbild

Der Student ging zur Polizei, erzählte von dem Mord und führte die Polizisten zu dem Tatort sowie den Überresten der Leiche. Die Polizisten konnten nach und nach Leichenteile von insgesamt 30 Kilogramm finden. Darunter war auch der Brustkorb, von dem der junge Mörder einen Großteil der Haut abgezogen hatte. Die Leber konnten die Polizisten nicht finden.

Was der Student mit dem Organ gemacht hatte und warum er den 25-Jährigen getötet hatte, sagte er der Polizei nicht. Die Polizisten fanden jedoch heraus, dass sich der junge Mörder vor der Tat ausführlich mit dem Kannibalen und Serienmörder Hannibal Lecter, eine fiktive Roman- und Filmfigur, beschäftigt hatte.

Ende Juni wurde der 24-jährige schließlich von dem Landgericht Gera für unschuldig erklärt. Wegen einer schizophrenen Erkrankung wurde er dauerhaft in eine Psychiatrie verwiesen.

>> Mehr zum Fall: Mord in Jena: Student zerstückelt Leiche, weil er DAS vorhatte

Leichenfund ohne heiße Spur

Ein weiterer Tötungsfall, über den die Polizei bisher allerdings noch ermittelt, ist der eines toten Babys. Im April fanden Spaziergänger eine Babyleiche in einem Waldstück bei Geschwenda. Sein Leichnam war bereits stark verwest und von Tieren angefressen.

Das Kind soll – Ermittlungen zufolge – mindestens eine bis drei Wochen gelebt haben und zwischen dem 3. und 12. Dezember 2018 auf der Waldwiese abgelegt worden sein.

Die Polizei geht davon aus, dass die Mutter eine emotionale Bindung zu dem Kind gehabt habe. Schließlich soll es gestillt, versorgt, gewickelt und angezogen worden seien.

Ermittlungen in ganz Deutschland

Es war in eine Damenbluse eingewickelt, was dafür spreche, dass die Mutter unter extremen Druck gestanden haben soll.

Wer die Mutter ist, weiß die Polizei bisher nicht. Auch die Suche nach möglichen Verwandten brachte keinen Erfolg. Es soll sich nicht um ein offiziell geborenes Kind gehandelt haben, was die Suche erschweren dürfte.

Wer also die Mutter ist und was die Hintergründe zu dem Tod des Baby sind, versucht die Polizei weiterhin herauszufinden. Dazu ermittelt sie bundesweit.

>> Mehr zum Fall: Baby in Wald zurückgelassen – diese Details sind unerträglich! (nk)