„Pfeffi“ aus Nordhausen auf dem Vormarsch: Darum ist das Ost-Getränk so beliebt wie nie

Der „Pfeffi“ boomt nun auch im Westen.
Der „Pfeffi“ boomt nun auch im Westen.
Foto: Gregor Tholl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Thüringen. Zu Silvester wurden so einige Flaschen „Pfeffi“ geleert. Der Pfefferminzlikör aus Nordhausen in Thüringen ist aktuell so beliebt wie noch nie. Vor einigen Jahren war „Pfeffi“ im Westen noch unbekannt. Nur im Osten gehörte der Likör beim Feiern dazu. Das hat sich jetzt geändert. Wieso lieben alle auf einmal „Pfeffi“?

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Zwei Varianten des Pfefferminzlikörs dominieren den Getränkehandel. Der „Pfeffi“ (Pfefferminz) von der Firma Nordbrand aus Thüringen und die „Berliner Luft“ des Unternehmens Schilkin aus Berlin.

Hersteller produzieren so viele „Pfeffi“-Flaschen wie bisher noch nie

„Pfeffi“-Hersteller Nordbrand aus Thüringen gehört dem Rotkäppchen-Konzern an. Betriebsleiter Robert Becke verrät, dass 2019 rund 9,6 Millionen 0,7-Liter-Flaschen produziert wurden. Fünf Jahre zuvor waren es gerade einmal 3,8 Millionen „Pfeffi“-Flaschen.

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Das ist „Pfeffi“:

  • Hergestellt wurde „Pfeffi“ zum ersten Mal 1952
  • Hersteller ist die Nordbrand Nordhausen GmbH aus Thüringen
  • Alkoholgehalt: 18 Prozent
  • Es gibt verschiedene Flaschengrößen, zum Beispiel: 0,02 Liter, 3,0 Liter Maxiflasche oder in der Dose mit 10 Prozent Alkohol
  • Im Juli 2019 eröffnete für kurze Zeit sogar ein „Pfeffi“-Popup-Store in Hamburg

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Schilkin mache nach eigenen Angaben einen noch größeren Sprung. 2014 wurden 150.000 Flaschen produziert. 2019 rechne der geschäftsführende Gesellschafter Erlfried Baatz mit „plusminus 7 Millionen“. Aber: die Berliner haben gerade erst eine Insolvenz überstanden.

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Woher kommt der „Pfeffi“-Boom?

Aber wie kam der Boom zustande? Baatz hat eine Vermutung: „Uns haben die Studenten wahnsinnig weit getragen.“ Studenten, die aus dem Westen nach Osten gezogen sind, lernten „Pfeffi“ dort kennen und lieben. Als Geschenk oder einfach zum Feiern nahmen sie den Likör mit und brachten weitere Menschen auf den Geschmack.

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Vor allem die 18 bis bis 40 Jahren stehen im Fokus der „Pfeffi“-Hersteller. „Im Osten trinkt man uns von 18 bis 88 Jahren, Frauen und Männer. Da kommt der 'Pfeffi' immer auf den Tisch, da ist der 'Pfeffi' gelernt“, sagt Nordbrand-Produktmanagerin Patricia Wöllner. Im Westen trinken vor allem Jüngere gerne den Likör aus Thüringen. (ldi mit dpa)