Thüringen: Spanner-Alarm? Drohne schockt Sauna-Gäste – ausgerechnet ER steckt dahinter

Eine Drohne schockte saunierende Gäste im Stadtbad Pößneck in Thüringen.
Eine Drohne schockte saunierende Gäste im Stadtbad Pößneck in Thüringen.
Foto: imago images, Collage: Thüringen24

Pößneck. Der entspannte Saunabesuch von rund 30 Frauen und Männern in Pößneck (Thüringen) ist am Sonntag jäh unterbrochen worden.

Denn die Saunagänger im Adamskostüm fühlten sich beobachtet – und zwar von einer Drohne, die in Thüringen fast zehn Minuten über dem Saunabereich des Pößnecker Stadtbads kreiste.

Thüringen: Drohne schwebt über Saunabereich

Gegen 13 Uhr bemerkten die verschwitzten Sauna-Fans das verdächtige Flugobjekt über dem Gelände. Aus Angst, jemand könnte mit der Drohne Aufnahmen von den nackten Besuchern machen, alarmierten sie die Polizei.

Als die Beamten am Freibad ankamen, war die Drohne bereits verschwunden. Auch von dem Urheber der Aufnahmen fehlte jede Spur. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein.

Unbekannter Drohnensteuerer stellt sich selbst

Am Montag wurde dann ein Tatverdächtiger bei der Polizei vorstellig.

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Die Beamten staunten nicht schlecht: Es handelte sich nicht um einen Spanner, sondern ausgerechnet um den Chef des Stadtbads.

Der hatte keine erotischen Aufnahmen von den Nackedeis machen wollen, sondern das Villenviertel am gegenüberliegenden Hang abbilden. Die Bilder will er laut „Bild“ im traditionellen Jahresrückblick der Stadt Pößneck einbauen. Der soll zum Jahresempfang des Bürgermeisters gezeigt werden.

Hier sind Drohnen verboten

Bestimmte Orte sind für Drohnen in Deutschland tabu. Dazu gehören Menschenansammlungen, Wohngrundstücke, Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften oder auch Verbotszonen rund um Flughäfen.

Verstöße gegen die Drohnen-Verordnung gelten als Ordnungswidrigkeit. Wer es trotzdem macht, muss löhnen: Bis zu 50.000 Euro können dafür fällig werden. Wer Bilder von Menschen ohne deren Zustimmung macht, muss sogar mit einer Strafanzeige rechnen.

So weit kommt es bei dem Schwimmbad-Chef und Mitarbeiter des Stadtmarketings in Pößneck nicht: In seinem Fall lag laut Polizei keine Ordnungswidrigkeit vor. (vh)