Thüringen: Flugzeug riss Männer in den Tod – zwei Details irritieren

In Thüringen auf dem Flugplatz Alkersleben sind zwei Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Jetzt sind die Untersuchungen abgeschlossen.
In Thüringen auf dem Flugplatz Alkersleben sind zwei Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Jetzt sind die Untersuchungen abgeschlossen.
Foto: WichmannTV/dpa, Montage: Thüringen24

Flugplatz Alkersleben. „Ich habe Probleme. Ich komm’ nochmal zurück“, war der letzte Funkspruch, den ein Pilot in Thüringen 2018 absetzen konnte - wenig später war er tot. Der Abschlussbericht über den tödlichen Flugzeugabsturz in Alkersleben offenbart tragische Details über den Absturz der Leichtmaschine.

Anderthalb Jahre nachdem zwei Menschen auf dem Flugplatz in Thüringen ihr Leben verloren, veröffentlichte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nun ihren Abschlussbericht. Der aber gibt nun neue Rätsel auf – vor allem zwei Details sorgen für große Fragezeichen.

Thüringen: Tödlicher Flugzeugabsturz in Alkersleben

Am 26. September 2018 hat sich der 69-Jährige mit seinem gleichaltrigen Freund auf dem Flugplatz in Alkersleben getroffen. Sie wollten bei gutem Wetter ausfliegen. Ziel: die Wasserkuppe – einem Gipfel im hessischen Landkreis Fulda.

Das Flugzeug war vollgetankt und laut Zeugen schon am Vortag vorbereitet. Um 11.22 Uhr stiegen die Beiden schließlich mit ihrem Ultraleichtflugzeug in die Lüfte – alles unauffällig. Nur zwei Minuten später war es schon geschehen!

Pilot sendet letzten Funkspruch nach Alkersleben

Der Flugleiter auf dem Platz trug den Start der Tecnam P 92 Echo in das Hauptflugbuch ein. Plötzlich meldet sich der Pilot über Funk: „Ich habe Probleme. Ich komm nochmal zurück zum Platz.“

Das sollten seine letzten Worte sein, die er der Flugleitung übermittelte. Die Sendetaste im Flugzeug blieb jedoch weiterhin gedrückt. Bis zum Schluss.

+++Verdächtige Substanz im Finanzamt – Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort+++

Flugzeug stürzt ab – Insassen sterben

Die Maschine flog mehrere Kurven. Es sah zunächst sogar so aus, als befinde sie sich schließlich im Endanflug, heißt es vom Flugleiter. Jedoch vergrößerte sich die Querneigung stetig, das Flugzeug kam vom Kurs ab und verschwand hinter einer Baumreihe. Um 11.24 Uhr lag die Maschine in Trümmern auf einem Acker und hatte Feuer gefangen. Beide Männer an Bord sterben.

Als die Ermittler das Wrack untersuchten wurden sie jedoch stutzig. Jetzt – anderthalb Jahre später – sind auch die letzten Auswertungen abgeschlossen und in einem Bericht veröffentlicht worden.

Nach tödlichem Flugunglück: Ermittler entdecken Bemerkenswertes

Demnach war es 14 Jahre her, dass der Pilot seinen Flugschein absolviert hatte. Er flog seither regelmäßig, heißt es in dem Dokument.

Gleich zwei Auffälligkeiten haben die Ermittler ausmachen können.

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DAS ergaben die Untersuchungen

Denn so wie der Flugzeughalter es in seinen Aufzeichnungen angegeben hatte, soll die Maschine rund 3000 Stunden in Betrieb gewesen sein. Der fest integrierte Zähler im Flugzeug aber hatte über 600 Stunden mehr gemessen. Doch das war nicht alles.

Die Tecnam war an jenem Unglückstag offenbar überladen abgehoben. So brachten laut Zeugen alleine Pilot und sein Fahrgast 170 Kilogramm auf die Waage – und das wo das Flugzeug nur mit maximal 157,5 Kilogramm beladen werden darf.

Rettungssystem nicht ausgelöst

Eine konkrete Ursache für den Absturz hat die Bundesstelle jedoch nach ihrer Untersuchung nicht ermitteln können. Nur noch das tragische Details: Das Flugzeug war wohl mit einem Notfallschirm ausgestattet. Jedoch hatte der sich nicht im Flug geöffnet.

Ein Ersthelfer hatte an jenem Tag einen lauten Knall gehört, als er sich dem brennenden Wrack näherte. Vermutlich wurde das System erst dann ausgelöst. (aj)