Thüringen: Wölfin soll abgeschossen werden – doch ER stiftet jetzt Verwirrung

In Thüringen sorgte ein Foto aus einem Wald im Wartburgkreis für große Überraschung. (Symbolbild)
In Thüringen sorgte ein Foto aus einem Wald im Wartburgkreis für große Überraschung. (Symbolbild)
Foto: Imago Images/Chromorange, dpa/Carsten Rehder

Gerade erst wurde die Wölfin aus Thüringen zum Abschuss freigegeben – jetzt gibt es plötzlich eine völlig überraschende Wende von der Wolfsfront!

Lange Zeit galt die Wölfin mit Revier auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr beim etwa 40 Kilometer von Gräfen-Nitzendorf entfernt gelegenen Ohrdruf (Landkreis Gotha) als einziger standorttreuer Wolf in Thüringen. Inzwischen soll sich auch ein männlicher Wolf zu ihr gesellt haben. Und jetzt auch noch das:

Mit einer Wildkamera hat ein Jäger im Wartburgkreis nämlich einen außergewöhnlichen Schnappschuss landen können. Ihm lief noch ein weiterer Wolf vor die Linse.

Thüringen: Foto-Sensation! Ein neuer Wolf im Freistaat

Experten des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) bestätigten nach Sichtung der Aufnahmen, dass es sich bei dem abgebildeten Tier mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um einen Wolf handle, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Das Foto entstand am 8. Januar in einem Waldstück beim Moorgrunder Ortsteil Gräfen-Nitzendorf, hieß es beim TLUBN – rund 50 Kilometer von Ohrdruf entfernt, wo die bereits lange bekannte Wölfin beheimatet ist.

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Die Aufnahme sei allerdings kein Beleg dafür, dass sich der Wolf tatsächlich dort angesiedelt hat. Es könne sich auch um ein durchziehendes Tier handeln. Auch habe es zuletzt keine Meldungen über gerissene Schafe in der Gegend gegeben.

Thüringen: Wölfin zum Abschuss freigegeben – aus diesem Grund

Wölfe sind eigentlich streng geschützt. Die Wölfin bei Ohrdruf darf aktuell dennoch offiziell gejagt werden. Das TLUBN hat in ihrem Fall eine Ausnahmegenehmigung erlassen. Die Wölfin hat unter anderem nachweislich immer wieder selbst sehr hohe Schutzzäune überwunden und viele Schafe, Ziegen und andere Nutztiere gerissen. Naturschutzverbände wollen juristisch gegen die Freigabe zum Abschuss vorgehen.

Naturschützer wollen Wolfabschuss gerichtlich verhindern

Mit einem juristischen Eilantrag wollen Thüringer Naturschutzverbände gegen den geplanten Abschuss der Wölfin vorgehen. Entsprechende Unterlagen dazu seien bereits bei Gericht eingereicht, teilten die Landesverbände vom Naturschutzbund (Nabu) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch mit.

Die von der obersten Naturschutzbehörde Ende vergangenen Jahres erteilte Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Wölfin nehme etwa in Kauf, dass auch ein seit einigen Monaten auf dem Übungsplatz lebender Wolfsrüde abgeschossen werden könnte, so die Kritik der Naturschutzverbände.

Die Wölfin galt lange Zeit als einzige standorttreue Vertreterin ihrer Art in Thüringen. Deswegen sei Thüringens gesamte Wolfspopulation durch den Abschuss gefährdet, argumentieren die Verbände noch am Mittwoch.

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Das passiert, wenn der Antrag Erfolg hat:

Beim Klageverfahren könnte sich die Entscheidung über eine Zulassung mehrere Monate ziehen. Der Eilantrag ziele darauf ab, dass die Abschussgenehmigung so lange ausgesetzt werde, bis geklärt ist, ob die Genehmigung so überhaupt haltbar sei.

Sollte der Eilantrag erfolgreich sein, dürfte die Wölfin also vorerst doch nicht gejagt werden. Der Gerichtssprecher geht davon aus, dass die Prüfung dieses Antrags einige Tage in Anspruch nimmt. (dpa aj)