Thüringen: Kinder (†8) sterben bei Busunglück – jetzt gibt es erste Konsequenzen

Mittels Hebekissen wird der verunglückte Schulbus aufgestellt. Bei Eisenach in Thüringen verunglückte am Morgen auf eisglatter Straße ein Schulbus. Bei dem Unfall kamen zwei Kinder ums Leben.
Mittels Hebekissen wird der verunglückte Schulbus aufgestellt. Bei Eisenach in Thüringen verunglückte am Morgen auf eisglatter Straße ein Schulbus. Bei dem Unfall kamen zwei Kinder ums Leben.
Foto: Swen Pförtner/dpa

Eisenach. Ein schreckliches Unglück hat am Donnerstag die Menschen in Thüringen und ganz Deutschland erschüttert. Mehr als 20 Grundschüler stiegen am Morgen in den Schulbus nach Berka vor dem Hainich in Thüringen – doch dort kamen sie nie an.

Bei Eisenach ist es zu einem tragischen Unglück gekommen. Der Schulbus ist anscheinend einen Abhang heruntergerutscht, nachdem er zuvor auf einer glatten Straße ins Schlittern geraten war.

Zwei Kinder haben den Unfall nicht überlebt, fünf weitere sind schwer verletzt.

Alle Infos zu dem tragischen Unglück gibt es in unserem Newsblog:

Thüringen: Schulbus verunglückt bei Eisenach

Montag, 27. Januar

16.22 Uhr: Momentan fahre der Bus nicht über die Unfallstrecke zur Schule, hieß es am Montag beim Landratsamt.

Die Route, auf der es zu dem Unglück kam, war eigentlich aus Sicherheitsgründen gewählt worden. Durch die Streckenführung konnte der Bus an der Schule halten, ohne dass die Kinder noch eine Straße überqueren müssen.

Um den Kindern nun aber den Anblick des Unfallortes zu ersparen, fahre eine Betreuerin mit, die die Kinder im Dorf über diese Straße begleite.

14.59 Uhr: Nach ersten Ermittlungserkenntnissen gibt es keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder ein Fehlverhalten des Fahrers. Ob der Mann bereits vernommen werden konnte, darüber gab der Polizeisprecher am Montag keine Auskunft.

Wie viele Kinder am Montag die Krankenhäuser bereits verlassen hatten, konnte das Landratsamt des zuständigen Wartburgkreises nicht sagen. Einige Kinder waren allerdings bereits am Freitag wieder in der Schule gewesen, wo Schulpsychologen sie betreuten.

Sonntag, 26. Januar

13.40 Uhr: Noch ist unklar, ob die Schüler in dem Bus angeschnallt waren. Doch schon jetzt werden Diskussionen um eine mögliche Anschnallpflicht laut. So forderte Susanne Arndt, Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern, gegenüber dem „Spiegel“:„Wir müssen dafür sorgen, dass der Transport von Kindern zur Schule sicherer wird.“ Der Paragraf 21 der Straßenverkehrsordnung müsse geändert werden. Der beinhaltet eine Ausnahmeregelung: Die Anschnallpflicht gilt nicht in Omnibussen, bei denen die Beförderung stehender Fahrgäste zugelassen ist.

Samstag, 25. Januar

11.00 Uhr: Der Ort des tragischen Unglücks ist zu einem Ort des Trauerns und Gedenkens geworden. Menschen stellen Kerzen auf, legen Blumen nieder. In der Stadt herrscht Unverständnis über den schrecklichen Vorfall.

Freitag, 24. Januar

21.35 Uhr: Für den Trauergottesdienst wurde ein eigener Klagepsalm geschrieben, den Ralf-Peter Fuchs, evangelischer Superintendent des Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen, vorlas. Darin stand: „Herr, unser Gott, stell diesen gestrigen Tag noch mal auf Beginn, dreh die Uhren zurück.“

20.19 Uhr: Der Andrang beim Trauergottesdienst in der Dorfkirche von Bischofroda war groß. Zahlreiche Familien, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Innenminister Georg Maier kamen, um den zwei verstorbenen Kindern zu gedenken. Das kleine Dorf ist geprägt von der Trauer um die getöteten Kinder. Die Gottesdienstbesucher zündeten Kerzen für die Kinder an.

16.45 Uhr: Nach dem tödlichen Busunfall in Thüringen werden die Regelungen zur Anschnallpflicht in Schulbussen möglicherweise verschärft. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) werde den Bundesländern vorschlagen, die seit 2005 geltenden Empfehlungen für die Schülerbeförderung zu aktualisieren, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Freitag in Berlin. „Uns ist allen daran gelegen, dass unsere Kinder sicher zur Schule kommen.“

13.31Uhr: Am Unglücksort haben mehrere Menschen Blumen und Kerzen als Zeichen der Trauer ausgelegt. Die Straße, auf der der Bus ins Rutschen kam und sich dann überschlagen hat, ist sehr eng. Am Abend gibt es eine Andacht für die verstorbenen Kinder.

12.01 Uhr: Warum der Bus auf einer Straße mit eingeschränktem Winterdienst gefahren ist, bleibt unklar. Auch ob das Unglück auf einer anderen Strecke hätte verhindert werden können.

Eine Sprecherin des Wartburgkreises sagt gegenüber Thüringen24: „Selbst wenn ein Winterdienst gefahren wäre, hätte dies bei Blitzeis vermutlich nicht geholfen. Wir möchten aber die Ermittlungen der Polizei abwarten und wollen weitere Spekulationen verhindern. Wir bitten um Verständnis.“

Klar ist nur: Der Bus ist jeden Tag diese Route gefahren, eine Umleitung, damit die Kinder nicht über eine Hauptstraße laufen müssen. Der gesamte Ort steht unter Schock, die Polizei ermittelt.

10.55 Uhr: Am Freitagabend plant die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland eine Andacht in Bischofroda für die verstorbenen und verletzten Kinder. Christian Stawenow, Regionalbischof für den Propstsprengel Eisenach-Erfurt, erinnert sich noch an die Kinder: „Gestern waren die beiden Kinder noch in unserer Christenlehre.“

Um 18 Uhr soll die Andacht mit dem Landesbischof Friedrich Kramer in Bischofroda beginnen.

09.28 Uhr: In dem verunglückten Bus haben 23 Kinder gesessen im Alter von sechs bis elf Jahren. Der Fahrer (27) des Busses hat einen Schock erlitten und wurde leicht verletzt. Das Fatale: Der Bus nimmt jeden Tag die Umleitung, die teilweise über Kopfsteinpflaster führt. Doch dort gibt es nur einen eingeschränkten Winterdienst. An Morgen des Unglücks war die Straße spiegelglatt und es war neblig. Weiterhin ist unklar, ob die Kinder angeschnallt waren. Allerdings gibt es in Linienbussen keine Anschnallpflicht, viele Menschen stehen in Bussen.

07.50 Uhr: Der verunglückte Schulbus fährt die Strecke jeden Tag. Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, wird die Nebenstrecke im Winter nicht geräumt oder gestreut, die Straße soll spiegelglatt gewesen sein. Ein möglicher Auslöser für das tragische Unglück? Die Polizei ist immer noch bei der Spurensicherung, der Bus wurde als Beweismittel sichergestellt.

06.34 Uhr: Am Freitagmorgen ist in dem kleinen Dorf in Thüringen nichts mehr so wie es mal war. Nachdem bei einem tragischen Busunglück zwei Achtjährige gestorben sind, steht ein ganzes Dorf unter Schock. Die Grundschule, zu der der Bus am Donnerstagmorgen unterwegs war, ist zwar geöffnet. Den Kindern bleibt es aber selbst überlassen, ob sie heute in die Schule gehen wollen.

Donnerstag, 23. Januar

20.27 Uhr: Warum es zu dem Busunglück kam, ist noch nicht klar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gibt es aber keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder ein Fehlverhalten des Fahrers. Der Bus soll nun technisch untersucht werden.

17.35 Uhr: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat eine Andacht im Heimatort der Kinder angekündigt. Sie soll am Freitagabend in Bischofroda gehalten werden. Christian Stawenow, Regionalbischof für den Propstsprengel Eisenach-Erfurt, erinnert sich noch an die Kinder: „Gestern waren die beiden Kinder noch in unserer Christenlehre.“

16:33 Uhr: Besonders belastend für die zahlreichen Einsatzkräfte am Donnerstag ist, dass die Betroffenen aus dem unmittelbaren Umfeld stammen. „Jeder kennt jeden“, sagte Innenminister Georg Maier. Der ganze Ort sei im Schockzustand.

16:20 Uhr: Noch ist der genaue Unfallhergang nicht ganz geklärt. Laut Feuerwehr musste der Bus angehoben werden, um die beiden toten Kinder zu bergen. Ob die Kinder im Bus angeschnallt waren, ist weiter unklar. Laut „Bildzeitung“ gibt es daran Zweifel. Die Kinder seien aus dem Bus geschleudert worden, als er sich überschlagen hatte.

15.10 Uhr: Der schulpsychologische Dienst und mehrere Schulpsychologen kümmerten sich am Donnerstag um die Mitschüler. Auch die Angehörigen und die Einsatzkräfte wurden psychologisch betreut. Zusätzliches pädagogisches Personal wird auch am Freitag in die Grundschule in Berka vor dem Hainich kommen, kündigt die Stadt Eisenach an.

14.06 Uhr: Nach dem Busunglück, bei dem ein Junge und ein Mädchen ums Leben gekommen sind, äußern sich auch Politiker. Der Thüringer SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Hey sagt: „Wir sind tief betroffen und in Gedanken bei allen Angehörigen. Unser Dank in diesen schweren Stunden gilt insbesondere auch den Einsatzkräften vor Ort und an der Unfallstelle, auch sie sind derzeit mit diesem großen menschlichen Leid konfrontiert.“

Bereits kurz nach dem Unglück hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow bei Twitter geschrieben, dass er „erschüttert“ sei.

13.32 Uhr: In den sozialen Netzwerken drücken die User ihr Mitgefühl für die Familien aus. „Ich bin zutiefst erschüttert, die kleinen Mäuse hatten ihr ganzes Leben noch vor sich“, schreibt eine Userin. Andere drücken ihr Unverständnis über die möglicherweise nicht angeschnallten Kinder aus. Derzeit wird ermittelt, ob die Grundschüler zwischen 8 und 11 Jahren angeschnallt waren.

Die meisten User sprechen den Angehörigen ihr Beileid aus und wünschen ihnen Kraft. „Die Kinder gehen morgens aus dem Haus und kommen abends nicht zurück. Da muss ich einfach nur weinen“, schreibt eine andere Userin.

13.19 Uhr: Die beiden verstorbenen Kinder besuchten die zweite Klasse der Grundschule in Berka (Wartburgkreis) in Thüringen. Um die Kinder überhaupt bergen zu können, musste der Bus mit schwerem Gerät angehoben werden.

13.01 Uhr: Das Bildungsministerium hat für Betroffene des Busunglücks eine Notfallnummer eingerichtet. Unter 0361/573411606 können Fragen zum Schulbetrieb geklärt werden, auch Schulpsychologen sind erreichbar. Den Kindern ist laut MDR freigestellt, am Freitag zur Schule zu kommen oder zu Hause betreut zu werden.

12.45 Uhr: Offenbar ist unklar, ob die Kinder im Bus angeschnallt waren oder nicht. 22 Kinder hatten sich an Bord des verunglückten Busses befunden. Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen im Alter von je acht Jahren, sind ums Leben gekommen.

12.41 Uhr: Die Polizei hat bisher keine Hinweise auf eine technische Ursache oder ein Fehlverhalten des Fahrers. Der Bus sei gegen 7.30 Uhr auf glattem Kopfsteinpflaster ins Schlittern geraten und dann rückwärts einen Hang hinuntergerutscht.

12.30 Uhr: „Jeder, der die Situation vor Ort gesehen hat, steht morgen nicht wieder so auf, wie er gestern ins Bett gegangen ist“, sagte die Oberbürgermeisterin von Eisenach Katja Wolf während der Pressekonferenz bedrückt. „Die Bilder vergisst man ganz sicher nicht.“ Sie spricht von der schlimmsten Situation, die im täglichen Leben passieren kann.

12.06 Uhr: Allen Einsatzkräften, die am Unglücksort im Einsatz waren, wurde großer Dank ausgesprochen. „Die Situation vor Ort war bedrückend“, berichtet der diensthabende Einsatzleitdienst des Landkreises Christian Grebe. „Die Einsatzkräfte haben da Großes geleistet.“

12.03 Uhr: Besonders tragisch: Der Bus fährt täglich aus Sicherheitsgründen eine Umleitungsstrecke, damit die Kinder im Ort nicht über die vielbefahrenen Straßen laufen müssen. Er soll als Entlastung für einen Bus auf der Hauptstrecke dienen und fahre die Strecke regelmäßig.

11.57 Uhr: Die Grundschüler, die im Bus saßen, sind zwischen 8 bis 11 Jahre alt. Die tödlich verunglückten Kinder waren beide 8 Jahre alt.

11.50 Uhr: Der leitende Polizeidirektor Günther Lierhammer rekonstruiert den Unfallhergang wie folgt: Der Bus mit 22 Kindern an Bord war am Morgen gegen 7.30 Uhr durch eine Senke gefahren und auf glattem Kopfsteinpflaster außer Kontrolle geraten. Er sei auf der Ortsumgehungsstraße zunächst rückwärts gerutscht und dann seitlich von der Fahrbahn gekippt. Dort rutschte er einen Abhang hinunter und überschlug sich dabei mehrfach. Der Bus blieb schließlich in einem Graben auf der Seite liegen.

11.41 Uhr: Fünf Kinder wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Drei von ihnen wurden ins Krankenhaus nach Eisenach gebracht, eines nach Mühlhausen und eines nach Gotha.

11.37 Uhr: Landrat Reinhard Krebs ist sichtlich mitgenommen und bestürzt über das schlimme Unglück. „Wenn zwei Kinder sterben, dann bleibt die Welt einen kurzen Moment stehen“, sagt er zu beginn der Pressekonferenz traurig.

11.30 Uhr: Eine Pressekonferenz des Landratsamtes Wartburgkreis soll bald losgehen.

11.15 Uhr: Nach derzeitigem Stand erlitten zwei Kinder tödliche Verletzungen, fünf Kinder wurden schwer und 15 weitere Kinder leicht verletzt, so die Landespolizei. Die Verkehrsunfallaufnahme sowie Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an.

11.10 Uhr: Laut Informationen der Landespolizei Thüringen hatten sich am Morgen 22 Kinder und der Fahrer an Bord des Busses befunden. Der Unfall passierte an der Landstraße L2113 vor dem Ortseingang Berka.

Der Bus war Morgen von der eisglatten Straße abgekommen und einen Abhang hinunter in einen Wassergraben gerutscht.

10.59 Uhr: Nach Angaben des Landratsamtes sind Notfallseelsorger und Kriseninterventionsteams im Einsatz. Alle Eltern der Kinder seien informiert. Angaben zum Alter der Kinder oder welche Klasse sie besuchten, gab es zunächst nicht. Auch zum Geschlecht der Toten gab es noch keine Infos.

10.58 Uhr: Neben den zwei tödlich verunglückten Grundschülern sind auch zahlreiche weitere Kinder und der Busfahrer verletzt worden, berichtet das Landratsamt Wartburgkreis. Alle Kinder seien in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.

10.55 Uhr: Erste Bilder vom Unglücksort zeigen das ganze Ausmaß der Tragödie am Donnerstagmorgen. Der Bus rutschte von der glatten Straße und stürzte einen Abhang hinunter. Dort blieb er auf der Seite liegen.

10.28 Uhr: Ministerpräsident Bodo Ramelow zeigt sich bestürzt über den tödlichen Schulbusunfall am Donnerstagmorgen. Er spricht via Twitter den Angehörigen sein Beileid aus: „ich trauere mit den Eltern und Angehörigen.“

10.27 Uhr: Der Thüringer Bildungsminister ist auf dem Weg in die betroffene Grundschule, um bei der Trauerbewältigung zu helfen, schreibt Ministerpräsident Ramelow bei Twitter. Innenminister Maier ist außerdem unterwegs zum Unfallort. „Die Landesregierung ist in tiefer Trauer.“

10.15 Uhr: Mehr als 20 Kinder sollen während des Unfalls in dem Bus in Thüringen gesessen haben, berichtet der MDR. Demnach sei der Schulbus von der rutschigen Straße abgekommen und schließlich den Abhang heruntergerutscht sein.

10.01 Uhr: Der Busunfall soll am Ortseingang von Berka passiert sein.

9.46 Uhr: Das Landratsamt Wartburgkreis kündigt für Donnerstagvormittag eine Pressekonferenz unter anderem zusammen mit dem Landrat, der Einsatzleitung und der Polizei an. Um 11.30 Uhr soll diese beginnen.

Schulbus-Unglück in Thüringen: Zwei Kinder sterben

9.46 Uhr: Mehrere Kinder seien bei dem Unfall schwer verletzt worden. Zwei haben den Unfall nicht überlebt, das teilt das Landratsamt Wartburgkreis mit.

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7.47 Uhr: Am Morgen seien die Straßen in der Region sehr glatt gewesen. Polizei und Rettungskräfte waren im Einsatz. Genauere Angaben zur Zahl der Verletzten konnte die Polizei zunächst nicht machen.

7.30 Uhr: Ein Schulbus, der von Eisenach nach Berka vor dem Hainich unterwegs war, ist am Morgen von der Straße abgekommen und in einen Wasser führenden Graben gerutscht.

(fno, fb, aj, dpa)