Schloss in Thüringen zu verkaufen! Ausgerechnet ER will es haben – das soll unbedingt verhindert werden

Ausgerechnet ER will das Schloss in Thüringen kaufen.
Ausgerechnet ER will das Schloss in Thüringen kaufen.
Foto: Imago Images/Xcitepress, Karte: GoolgeMaps/Geobasis-BKG

Eisfeld. Im Eisfeld in Thüringen soll das historische Schloss Bockstadt verkauft werden. Doch jetzt kam heraus, dass der einzige Interessent ausgerechnet ein Neonazi ist. Und zwar kein Unbekannter!

„Wir werden alles dafür tun, um das zu verhindern“, sagte der Innenminister Georg Maier (SPD) von Thüringen als er Wind von Sache bekommen hat!

Der bekannte Rechtsextremist Tommy Frenck, der sich mit der Organisation von Neonazi-Konzerten einen Namen gemacht hat. will das Schloss offenbar kaufen.

Bekannter Neonazi will das Schloss in Thüringen kaufen

Laut Maier ist das sogar nicht einmal die einzige Immobilie, die der Mann im Blick hat. „Mittlerweile erfahren wir früh von solchen Plänen“, sagte Maier und betonte, dass immer auch die Verkäufer in der Verantwortung stünden, die es sich nicht zu einfach machen dürften, ihre Immobilie an Rechtsextremisten zu verkaufen.

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Der Eisfelder Bürgermeister Sven Gregor (Freie Wähler) sagte auf Anfrage, er stehe in engem Kontakt mit dem Innenministerium.

Bei dem Schloss handele es sich um ein Einzeldenkmal. In solchen Fällen habe die Stadt möglicherweise ein Vorkaufsrecht. „Ich gehe davon aus, dass sich an diesem Status nichts geändert hat“, sagte Gregor. Entschieden sei aber nichts. „Wenn es wieder verkauft werden soll, werden wir eine Entscheidung treffen“, sagte Gregor.

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Thüringen: Schloss soll so bald wie möglich verkauft werden

Die drei Gesellschafter, die sich aktuell noch im Besitz des Schlosses befinden, hatten zuvor ihren Rechtsanwalt Benjamin Richert mit einem schnellstmöglichen Vetragsabschluss beauftragt.

Und der schätzte die Chancen Frencks für den Kauf der Immobilie im Mitteldeutschen Rundfunk relativ hoch ein.

Ewiges Hin und Her nervt die Eigentümer

Eigentlich ist das Schloss bereits vergangenen Sommer an ein Paar auf Oberfranken verkauft worden. Die Beiden planten, das Bauwerk in einer aufwendigen Renovierung zu einer Seniorenresidenz umzubauen, wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet.

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Dazu kam es jedoch nie: Die Kaufsumme sei niemals beglichen worden und das Paar sei plötzlich abgetaucht. Vor Frenck habe eine weitere potentielle Käuferin kurzzeitig Interesse angemeldet – sich aber bald wieder zurückgezogen.

Genervt von dem ständigen Chaos wollen die Gesellschafter die Immobilie schnellstmöglich abtreten und äußern bisher keine Bedenken gegenüber Frenck als Käufer.

Eingriff der Stadt möglich

Scheitern könnte der Vertrag schlussendlich an der Stadt Eisfeld. Bürgermeister Sven Gregor weist gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk auf den Denkmalschutz des Barockschlosses hin.

Deshalb sei die Stadt ohnehin verpflichtet, das Konzept des Investors vor dem Verkauf intensiv zu prüfen und möglicherweise durch das Vorkaufrecht einzugreifen. Dadurch würde die Immobilie in den Besitz der Stadt übergehen. (lh, aj)