Thüringen rätselt: Helles Licht in am Nachthimmel – das steckt dahinter!

So sah der Himmel am 30. Januar um 20.20 Uhr über Thüringen aus.
So sah der Himmel am 30. Januar um 20.20 Uhr über Thüringen aus.
Foto: Carl Zeiss Planetarium Jena

Thüringen. Derzeit zieht ein strahlender Lichtpunkt am Abendhimmel allerlei Blicke auf sich. Was könnte das nur sein? Ganz Thüringen rätselt.

„Was ist das für ein Licht neben dem Mond?“ – immer wieder erreicht unsere Redaktion ein und dieselbe Frage.

Sobald die Sonne in Thüringen untergegangen ist und der Himmel nicht allzu bewölkt, da macht sich in Richtung des westlichen Horizonts schon ein Lichtpunkt bemerkbar. Mit zunehmender Dunkelheit tritt er immer deutlicher hervor bis er bald unübersehbar ist.

Heller ,‚Abendstern“ erstrahlt über Thüringen

Wie das Planetarium in Jena unserer Redaktion verrät, wird es sich wohl um unseren direkten Nachbarplaneten – die Venus – handeln, den die Thüringer derzeit bestaunen.

Sehr hell sei aber auch der Stern Sirius im Sternbild Großer Hund, meint die Sternwarte in Jena. Sirius ist der hellste Fixstern am irdischen Firmament. Am frühen Abend sei er in südlicher Richtung links unterhalb des auffälligen Sternbilds Orion.

Die Venus spielt zurzeit ihre Rolle als Abendstern, so die landläufige Bezeichnung. Aber warum leuchtet sie so hell?

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Das liegt an einer dichten, geschlossenen Wolkendecke, die den Venusglobus einhüllt. Sie reflektiert einen Großteil des Sonnenlichtes, weshalb der Abendstern so hell ist.

Fakten über die Venus

  • Unter allen Planeten kann die Venus der Erde am nächsten kommen.
  • Sie ist auch fast so groß wie diese.
  • Sie ist 108 Kilometer von der Sonne entfernt. Das sind 72 Prozent der Distanz Sonne-Erde.
  • Die Temperaturen liegen bei 470 Grad Celsius. An manchen Orten wurde über 590 Grad gemessen, sodass sogar Blei (Schmelzpunkt bei 327,5 Grad) schmelzen würde.
  • Der Atmosphärendruck ist etwa so hoch wie in 900 Meter Meerestiefe auf der Erde.
  • Wasser gibt es keines, die Venus ist staubtrocken
  • Nicht nur die größere Sonnennähe bedingt die hohen Temperaturen. Eine wesentliche Rolle spielt der Treibhauseffekt.
  • Zu über 96 Prozent setzt sich die Venusatmosphäre aus Kohlendioxid zusammen.

Hier lohnt es sich, in den Himmel zu schauen

Ihre Abendsichtbarkeit baut Venus im Laufe des Februars aus. Geht sie zu Monatsbeginn kurz vor neun Uhr abends unter, so erfolgt ihr Untergang am 29. Februar erst eine Viertelstunde nach zehn Uhr abends.

Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 27. gegen 21 Uhr, wenn die zunehmende Mondsichel im Westen nahe der Venus zu sehen ist. (aj,dpa)