Thüringen: Tourismus-Verband mit dramatischer Prognose: „Noch so ein Winter...“

Schnee ist in Thüringen bislang Mangelware – darunter leidet der Tourismus.
Schnee ist in Thüringen bislang Mangelware – darunter leidet der Tourismus.
Foto: imago images / photo2000

„Noch so ein Winter ist finanziell kaum zu machen“ – die Tourismus Branche in Thüringen schlägt Alarm! Der Grund: Fehlender Schnee, ausbleibende Gäste und ein entsprechendes Loch in der Kasse.

Normalerweise ist im Januar in Thüringen Hochsaison: Urlauber und Ausflügler tummeln sich auf den Loipen und Skipisten. Doch in diesem Jahr ist das anders.

Thüringen: Milde Temperaturen und fehlender Schnee

Milde Temperaturen und ausbleibender Schnee vermiesen den Wintersportanbietern im Thüringer Wald aktuell ordentlich die Laune. Langlauf ist lediglich in der Oberhofer Skihalle möglich, die Skiarena Silbersattel, die Skiarea in Heubach und der Fallbachhang in Oberhof bieten nur ein eingeschränktes Angebot für Alpin-Ski. Und das auch nur dank der künstlicher Beschneiung.

Doch auch hier gibt es Probleme: Wegen der hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit ist aber auch die Herstellung des Kunstschnees nicht immer möglich.

Stefan Ebert vom Regionalverbund Thüringer Wald weiß: „Die schlechte Schneesituation ist für Gastgeber und Dienstleister sicher mit Einbußen in dieser Saison verbunden.“ Konkrete Zahlen zu dieser düsteren Prognose liegen allerdings noch nicht vor.

+++ Erfurt: „Eine Stadt, die keiner kennt“ – DARUM soll sich das jetzt ändern +++

Vergleichsweise gut ist die Lage dem Geschäftsführer der Oberhofer Freizeit und Tourismus GmbH, Rainer Mahn, zufolge in Oberhof. „Wir haben viele Traditionsgäste, deshalb gibt es derzeit keine verstärkten Stornierungen von Hotelzimmern.“ Mangels Schnees wichen die Gäste auf Wanderungen oder die Skihalle aus oder nutzten stärker die verschiedenen Wellnessangebote. Dass die Kurzurlauber fehlten, mache sich allerdings deutlich bemerkbar. „Es ist längst nicht so ein Gewimmel wie normalerweise um diese Zeit.“

Schneekanonen sichern teilweise Betrieb auf Pisten

In Silbersattel in Steinach seien derzeit etwa ein Drittel der Alpinpisten geöffnet, so Geschäftsführer Axel Müller. Lediglich am Eröffnungswochenende sei das Fahren auf Naturschnee möglich gewesen, seitdem muss mit Schneekanonen nachgeholfen werden. Von den 2000 Besuchern, die sich normalerweise an einem guten Wintersportwochenende in der Arena tummeln, ist man dieses Jahr weit davon entfernt.

„Noch so ein Winter ist finanziell kaum zu machen“, ist seine bittere Erkenntnis. Mehr Schneekanonen könnten in Zukunft helfen, die kurzen Kältephasen effektiver zu nutzen. „Denn wenn der Schnee erstmal da ist, bleibt er wegen der Lage von Steinach auch sehr lange liegen.“

+++ Riverboat (MDR): Schauspielerin Simone Thomalla mit intimer Beichte: „Ich möchte mich selbst nicht...“ +++

In Gegenden, in denen der Schnee komplett ausgeblieben ist, fällt das Fazit sogar noch dramatischer aus. „Gerade in Hinblick auf die Winterferien kommen schon viele Stornierungen und Absagen“, erklärt Nadine Kröckel. Sie arbeitet in einem Hotel in Masserberg. Bereits jetzt sei abzusehen, dass der Februar einen deutlich schlechteren Umsatz bringen werde als im vergangenen Jahr. „Kein Schnee, keine Gäste.“

Regionalverband mit Hoffnung auf Winter

Neben den Hoteliers kämpfen auch die Skiliftbetreiber mit den Folgen des Schneemangels. „Wir werden jetzt alle nicht zwingend nötigen Investitionen zurückfahren und hoffen, dass nichts weiter kaputt geht“, so Wieland Weiß, der technische Leiter des Skilifts in Goldlauter bei Suhl.

------------------------

Mehr Themen aus Thüringen:

------------------------

Der Thüringer Wald, das wichtigste Feriengebiet im Freistaat, verfügt über rund 1600 Kilometer Ski- und Langlaufstrecken. Veranstaltungen wie der Rennsteig Skilauf, das Schlittenhunderennen Frauenwald sowie Schneeschuhtouren und Winterfeste müssten in diesem Jahr bereits verschoben werden oder seien laut dem Regionalverband komplett ausgefallen. Die Anzahl der Langlauftage den Loipen sei enttäuschend gering. „Wir bleiben aber optimistisch und hoffen sehr auf Schnee zu den Winterferien und einen echten Wintereinbruch“, so der Regionalverband. (dpa)