Bodo Ramelow bei Maischberger – Eine Frage reizt ihn besonders: „Bin nicht hier für billigen Klamauk“

Bodo Ramelow zeigte sich beim Talk von Sandra Maischberger gereizt.
Bodo Ramelow zeigte sich beim Talk von Sandra Maischberger gereizt.
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Bodo Ramelow ist sichtlich gereizt.

Das ist von der ersten Sekunde an klar: Sandra Maischberger kann kaum ihre Fragen zu Ende stellen, weil der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen sich permanent in Rage redet.

Er macht beim Talk „Maischberger. Die Woche“ den Eindruck, als habe er das, was an jenem folgenreichen Mittwoch im Landtag in Erfurt passiert ist, immer noch nicht verarbeitet.

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Bodo Ramelow: „Björn Höcke will diesen demokratischen Rechtsstaat von innen aushöhlen“

Was in ihm vorgegangen sei, als das Wahlergebnis stand, will Maischberger wissen. „Ich kann Ihnen sagen, was in mir vorgegangen ist. Acht Tage zuvor waren an der gleichen Stelle die Überlebenden von Buchenwald", so der Linken-Politiker. Dass im Jahr 2020 mit den Stimmen der Partei, deren Fraktionsvorsitzender „gerichtlich testiert“ Faschist genannt werden dürfe, eine Landesregierung gebildet werden sollte, habe ihn "fassungslos" gemacht.

Kurz nach der Wahl hatte Bodo Ramelow mit einem Tweet für Aufsehen gesorgt: Er hatte das berühmte Bild vom Hitler-Hindeburg-Handschlag zusammen mit jener Aufnahme von AfD-Landeschef Björn Höcke, der Thomas Kemmerich die Hand reicht, gepostet, „Sehen Sie in Björn Höcke wirklich einen Wiedergänger von Adolf Hitler?“, will Sandra Maischberger wissen. Pause. Bodow Ramelow denkt kurz nach. „Es gibt keine Wiedergänger von niemandem“, sagt er schließlich. Aber Höcke habe ein Ziel: Er wolle diesen demokratischen Rechtsstaat von innen aushöhlen.

Bodo Ramelow bei Maischberger: Harter Tobak

Maischberger reicht die Antwort nicht. Ob das wirklich ein legitimer Vergleich sei, will sie wissen. „Sie haben den Tweet gelöscht, deswegen frage ich.“ Ramelow seufzt. „Ja, weil die Identitäre Bewegung mich zum Feind Nummer 1 in Deutschland erklärt hat. Meine Familie steht unter Polizeischutz, ich steh unter Polizeischutz.“ Harter Tobak.

Sandra Maischberger bleibt in ihren Fragen lösungsorientiert. Die Situation in Thüringen ist verfahren: Ramelow will nach wie vor erneut Ministerpräsident werden - und Umfragen zufolge will ihn eine klare Mehrheit der Thüringer im Amt sehen. Ramelow ist beliebt. Nur: Was, wenn CDU und FDP wieder nicht mitspielen?

„Sagen Sie mir doch, wie sie es machen. Wie haben Sie sie überzeugt?“, fragt Maischberger. Ramelow wird immer gereizter. „Ich hab überhaupt niemanden überzeugt. Sie haben gefragt und ich antworte. Sie sind nicht die CDU und nicht die FDP.“ Fast geht zwischen den Sätzen unter, wie Sandra Maischberger süffisant kontert: „Gott sei Dank.“

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Bodo Ramelow bei Maischberger: „Billiger Klamauk“

Eine klare Antwort von Bodow Ramelow gibt es indes nicht. Maischberger insistiert: „Was glauben Sie, wie es ausgeht? Werden Sie Ministerpräsident?“ Ramelow antwortet säuerlich: „Frau Maischberger. Ich bin hergekommen einfach, um Rede und Antwort zu stehen. Nicht um billigen Klamauk zu machen.“

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Maischberger schießt zurück: „Entschuldigung, das ist kein Klamauk, wenn die Thüringer Wähler wissen wollen: Wie geht das aus und wie kommen wir aus der Situation?“ Ramelow bleibt dabei: „Am Montag finden die Verhandlungen statt.“ Dann will er mit der CDU sprechen. Den Wählern bleibt also nur: abwarten.