Wolf in Thüringen: Mehrere Tiere erschossen – doch Jagd fängt jetzt erst richtig an

Bislang waren nur vom Ministerium beauftragte Jäger ermächtigt, die Wolfshybriden zu schießen. Das soll sich jetzt ändern. (Symbolbild)
Bislang waren nur vom Ministerium beauftragte Jäger ermächtigt, die Wolfshybriden zu schießen. Das soll sich jetzt ändern. (Symbolbild)
Foto: Imago Images/Agentur 54 Grad

Thüringen. In Thüringen sorgt seit Monaten ein weiblicher Wolf, eine Wölfin, für Aufsehen im Wald und bei den Menschen in ihrem Revier. Denn der Wolf paart sich immer wieder mit streunenden Hunden, was bereits zu mehreren Schwangerschaften geführt hat.

Daraus ist nun schon der zweite Wurf von sogenannten Hybriden entstanden. Doch die dürfen wegen des Artenschutzes nicht am Leben bleiben – und werden deswegen erschossen. So wie jetzt kürzlich erst zwei schwarze Wolf-Hund-Mischling getötet wurden.

Ein weibliches Tier sei am vergangenen Freitag getötet worden, wie das Umweltministerium aus Thüringen am Montag mitteilte. Das andere Weibchen sei nur wenige Tage später erschossen worden. Und jetzt soll alles ganz schnell gehen!

Die Behörden gehen jetzt noch von drei weiteren Wolf-Hund-Mischlingen im Revier um den Truppenübungsplatz Ohrdruf aus. Aus Paarungen einer dort lebenden Wölfin mit einem streunenden Hund waren 2017 und 2019 zwei Würfe von Hybriden hervorgegangen.

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Mehrere von ihnen waren bereits zuvor aus Artenschutzgründen geschossen worden.

Wolf in Thüringen: Jetzt tritt DIESE Verfügung in Kraft

Um den Abschuss der weiteren Mischlingsnachkommen zu forcieren, soll am Dienstag nächster Woche eine Allgemeinverfügung in Kraft treten, wie Umweltstaatssekretär Olaf Möller am Montag bei einem Treffen mit Thüringer Jagdverbänden in Crawinkel (Ilm-Kreis) informierte.

„Dadurch ergeben sich bessere Chancen, die Hybride noch vor einem möglichen Abwandern zu erlegen“, erklärte Möller laut Mitteilung. Das Umweltministerium hatte bereits im September 2019 eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Wolf-Hund-Mischlinge erwirkt.

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Mit der neuen Allgemeinverfügung dürften dann die in einem 275 Quadratkilometer großen Gebiet um den Übungsplatz Ohrdruf zugelassenen Jäger die schwarz gefärbten Mischlinge bis Ende des Jahres schießen. Bislang waren dazu nur vom Ministerium beauftragte Jäger ermächtigt.

Wolfsfarbene Mischlinge dürften bis Ende April getötet werden.

Was passiert mit der Wölfin aus Ohrdruf?

Über den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin selbst muss hingegen erst noch das Geraer Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren entscheiden.

Thüringens oberste Naturschutzbehörde hatte den Abschuss erlaubt, nachdem das Tier mehrfach für unüberwindbar gehaltene Herdenschutzzäune übersprungen und Schafe und Ziegen gerissen hatte. Die Umweltverbände Nabu und BUND hatten jedoch gegen den Abschuss der Wölfin geklagt. (dpa, aj)