Corona in Thüringen: Demos schrumpfen zusammen ++ Minister warnt vor zweiter Virus-Welle

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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  • Alle aktuellen Entwicklungen zu Corona in Thüringen erfährst du hier im Newsblog

Thüringen. Das öffentliche Leben in Thüringen wird noch immer von der Corona-Pandemie bestimmt. Freud und Leid liegen während der Corona-Krise in Thüringen nah beieinander: Auf der einen Seite soll es Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben, auf der anderen Seite hat das Virus Thüringen noch immer im Griff.

Du hast den Überblick verloren, was der aktuelle Stand in Sachen Corona in Thüringen ist? Die Bundesregierung hat in Absprache mit den Ländern neue Lockerungen vorgestellt. Mehr dazu hier: Corona-Lockerungen in Thüringen: Das darfst du wieder!

Damit du keine aktuellen Entwicklungen zu Corona in Thüringen verpasst, halten wir dich im Newsblog auf dem Laufenden.

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Alles, was du zum Coronavirus wissen musst:

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Corona in Thüringen aktuell: Hier gibt es alle Entwicklungen

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Sonntag, 7. Juni

8.25 Uhr: Thüringenweite Hygienespaziergänge

In Thüringen hat es gestern wieder so genannte „Hygienespaziergänge“ einiger Corona-Kritiker gegeben. Laut Polizei waren diesmal deutlich weniger Leute unterwegs, in Erfurt waren es demnach rund 130, in Saalfeld knapp einhundert. Insgesamt verliefen die Versammlungen friedlich und störungsfrei.

Samstag, 6. Juni

16.16 Uhr: Wilde Corona-Party in Weimar!

. Mehrere Jugendliche haben in Weimar gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen. Die Polizei Weimar wurde am Freitagabend in den Weimarhallenpark gerufen. Der Einsatz eskalierte. >> Mehr hier!

15.00 Uhr: Ingo Lenßen mit krasser Ansage zu Corona-Maßnahme

Das Coronavirus bestimmt nach wie vor auch Riverboat (MDR). Am Freitagabend war Corona immer wieder Thema in der Talkshow von Kim Fisher und Jörg Kachelmann. Auch Strafverteidiger und TV-Kult-Anwalt Ingo Lenßen bezog klar Stellung. >> Alles dazu hier!

14.06: Drei weitere Menschen nach Corona-Infektion gestorben

In Thüringen sind inzwischen mindestens 170 Menschen gestorben, bei denen eine Corona-Infektion festgestellt worden war. Das waren nach Angaben der Staatskanzlei von Samstag drei Tote mehr als am Vortag.

Die Gesamtzahl der bisher offiziell registrierten Infektionsfälle stieg demnach um 24 auf 3.077. 2.730 zuvor Infizierte gelten Schätzungen zufolge als genesen.

Deutschlandweit haben Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 407 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183.678 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8.646 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 33.

12.09 Uhr: DHL-Paket macht irre Reise

Eine offenbar coronabedingt irre Reise hat ein DHL-Paket gemacht. Es brauchte fast eine Woche, bis es in Erfurt war. Der Empfänger nimmt es mit britischen Humor. >> Mehr hier!

9.08 Uhr: Corona stellt Rettungsschwimmer vor Herausforderung

Nach dem Start in die Badesaison hat der Landesverband des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rettungsschwimmern bei der Beatmung unter anderem den Einsatz von Hilfsmitteln empfohlen.

„Wenn Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, dann ist für eine ausreichende Sauerstoffversorgung eine Atemspende unverzichtbar“, erklärte Eric Lorenz, Wasserwacht-Referent im DRK Landesverband Thüringen. Daher seien dabei zusätzliche Schutzvorkehrungen auch für die Retter selbst nötig.

So rät der Landesverband darauf zu achten, dass Mund und Nase des Menschen, der gerettet wird, vom Rettungsschwimmer abgewandt sind. Wenn die Betroffenen beatmet werden, sollten dafür ausschließlich eine Atemmaske oder ein sogenannter Beatmungsbeutels genutzt werden.

Experten zufolge spielen bei der Infektion mit dem Coronavirus sogenannte Aerosole etwa in der Atemluft eines Menschen eine Rolle.

Freibäder und Badeseen dürfen in Thüringen seit dem 1. Juni öffnen. Voraussetzung ist ein Hygienekonzept mit Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

8.12 Uhr: IMK-Chef: Für mögliche zweite Infektionswelle vorbereiten

Der Chef der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD), hat angemahnt, bis zum Herbst Vorräte mit systemkritischen Artikeln aufzufüllen, um für eine zweite Corona-Infektionswelle gewappnet zu sein.

„Man muss ja damit rechnen, dass es im Herbst ein Wiederaufflammen gibt, weil man sich dann beispielsweise wieder öfter in geschlossenen Räumen aufhält“, sagte Thüringens Innenminister der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Daher müsse man schauen, ob genügend nationale Reserven „was ganz elementare, systemkritische Versorgungsartikel anbelangt“ vorhanden seien. Dabei gehe es zum Beispiel um Schutzbekleidung, aber auch um medizinische Produkte und Medikamente. „Ich denke, dass wir jetzt Zeit haben, um die Vorräte an nötigen Ressourcen aufzufüllen“, sagte Maier.

Freitag, 5. Juni

21.45 Uhr: Erzieherin positiv auf Coronavirus getestet - Kita geschlossen

In Bad Tennstedt im Unstrut-Hainich-Kreis ist eine Erzieherin einer Kita positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Einrichtung wurde daraufhin am Freitag bis zunächst Dienstag geschlossen, wie das Landratsamt am Abend mitteilte.

Noch am Freitag und nochmals am Montag sollten vom gesamten Kita-Personal und der betroffenen Kindergruppe für einen Coronavirus-Test Nasen-Rachen-Abstriche genommen werden.

Es werde als relativ wahrscheinlich eingeschätzt, dass die meisten Erzieherinnen negativ getestet werden, hieß es in der Mitteilung des Landratsamtes. Die Lage soll am Dienstag im Laufe des Tages neu bewertetet werden. Je nachdem, wie die Testergebnisse ausfielen, komme eine Öffnung der Kita im Laufe der nächsten Woche wieder in Betracht. Wie viele Kinder von der Schließung betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt. Für die Erzieher wie Kinder und Familien wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

19.10 Uhr: Sieben Neuinfektionen in Gera

Nach einer Beruhigung bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen sind in Gera am Freitag jedoch sieben neue Infektionen dazugekommen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 252. Der Schwerpunkt der aktuell Infizierten liege dabei in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen, so die Stadt Gera.

„Diese Entwicklung zeigt, dass wir uns nicht in Sicherheit wähnen können [...]“, betont Sozialdezernentin Sandra Wanzar. „Mit der Allgemeinverfügung der Stadt Gera, die am 5. Juni 2020 um eine Woche verlängert wurde, wird weiter an einer Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung beim Einkaufen, im ÖPNV sowie in öffentlichen Gebäuden festgehalten und auch das Abstand halten bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens“, so die Sozialdezernentin weiter.

Derzeit gibt es in Gera 42 aktive Fälle, 191 Genesene sowie 19 Personen, die an Covid-19 verstorben sind. Die 7-Tagesinzidenz liegt aktuell bei 19,12.

16 Uhr: Weitere Todesfälle nach Coronavirus-Infektion

In drei Orten in Thüringen hat es weitere Todesfälle nach einer Kreis Coronavirus-Infektion gegeben. In Greiz, in der Stadt Gera und im Kreis Sonneberg wurde am Freitag jeweils einen Todesfall gemeldet, berichtet der MDR.

Bei einem Massentest in einem Pflegeheim in Altenburg sind die meisten Ergebnisse negativ ausgefallen. Insgesamt wurden 101 Bewohner und Mitarbeiter getestet, bei einer Mitarbeiterin sei dabei das Virus nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. 94 Tests waren negativ, sechs Ergebnisse stehen noch aus.

13.38 Uhr: 1,26 Milliarden Euro großes Hilfspaket abgenickt

Der Thüringer Landtag hat ein 1,26 Milliarden Euro schweres Hilfspaket zur Linderung der Folgen der Corona-Krise verabschiedet.

Das sogenannte Mantelgesetz erreichte am Freitag im Parlament die nötige Mehrheit, nachdem sich zuvor Linke, SPD und Grüne mit der CDU auf die Details des Pakets verständigt hatten.

Das Paket sieht unter anderem finanzielle Hilfen für Unternehmen und Kommunen vor. Vertreter von Rot-Rot-Grün und der CDU bezeichneten das Vorhaben als eines der wichtigsten Gesetze, die in den vergangenen Jahren im Thüringer Parlament behandelt worden seien.

Mit rund 185 Millionen Euro soll den Kommunen unter die Arme gegriffen werden. Sie müssen wegen der Corona-Krise und den zeitweisen Schließungen von Geschäften und Betrieben mit erheblichen Steuerausfällen rechnen. Weitere 15 Millionen Euro sollen an Thüringer Kur- und Erholungsorte gehen, denen wochenlang die Urlaubsgäste fehlten.

Eltern sollen für die Monate April bis Juni keine Kindergarten- oder Hortbeiträge zahlen müssen. Für mittelständische Unternehmen und Soloselbstständige sieht das Paket Überbrückungshilfen vor. Firmen, die Auszubildende aus Corona-Insolvenzen übernehmen, bekommen eine Prämie.

13.04 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen wieder leicht gestiegen

Die Zahl der offiziell registrierten Fälle von Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 ist in Thüringen wieder leicht gestiegen. Bis Freitag wurden 3.053 Infektionen verzeichnet, zehn mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Die Zahl der im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie registrierten Todesfälle blieb im Vergleich zum Donnerstag mit 168 unverändert. Als genesen gelten nach Schätzungen 2.710 zuvor Infizierte.

12.07 Uhr: Erste leichte Entspannung im Handwerk nach Corona-Lockerungen

Nach rund drei Monaten der Corona-Krise zeichnet sich im Handwerk in Nord- und Mittelthüringen eine erste leichte Entspannung ab. Zwar berichteten 63 Prozent der Betriebe in der Region noch von Umsatzeinbußen, teilte die Handwerkskammer Erfurt unter Verweis auf eine aktuelle Befragung am Freitag mit.

Im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage Anfang Mai sei dies jedoch ein Rückgang um fünf Prozentpunkte. Auch die Höhe des Umsatzausfalls habe sich in den vergangenen Wochen von 53 Prozent auf 46 Prozent verringert.

Grund für die Entwicklung sei die Wiederöffnung vieler Dienstleistungsbetriebe im Kammerbezirk, darunter Friseur- und Kosmetiksalons sowie Kfz-Betriebe. Diese stünden aufgrund der geltenden Hygienevorschriften aber vor großen Herausforderungen, weil sie etwa die Zahl der bedienten Kunden reduzieren müssten. „Daneben zeigen die Kunden noch eine gewisse Zurückhaltung“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek.

Große Probleme bereiten dem Handwerk in Nord- und Mittelthüringen zudem Engpässe bei Materialien, Vorprodukten, Komponenten oder Betriebsmitteln. Insbesondere Kfz-Gewerke (43 Prozent) berichteten von Nachschubproblemen, die sich aus den ins Stocken geratenen Lieferketten ergeben, hieß es. Auch die Ausbaugewerke (38 Prozent), wie Elektrotechniker, Maler und Lackierer sowie Tischler und die Bauhauptgewerke (35 Prozent) seien stark davon betroffen.

6.02 Uhr: Landtag soll Weg für milliardenschwere Corona-Hilfen ebnen

Trotz schwieriger Mehrheitsverhältnisse im Landtag soll das Parlament heute Vormittag ein milliardenschweres Hilfspaket zur Abmilderung der Corona-Krise beschließen.

Linke, SPD, Grüne und die CDU hatten sich nach langen Verhandlungen auf das Paket verständigt. Die CDU-Fraktion signalisierte, dass sie dem sogenannten Mantelgesetz zustimmen will.

Das Hilfspaket richtet sich vor allem an Unternehmen, Solo-Selbstständige, Kommunen und Familien und hat ein Gesamtvolumen von rund 1,26 Milliarden Euro.

Es sieht unter anderem vor, dass Unternehmen einen Zuschuss bekommen, wenn sie Azubis aufnehmen und weiter ausbilden, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben. Außerdem sollen die Kommunen eine Finanzspritze von 185 Millionen Euro bekommen – um unter anderem Steuerausfälle auszugleichen.

Donnerstag, 4. Juni

21.43 Uhr: Aktuelle Zahlen für Thüringen

In Thüringen sind derzeit 3.043 Personen mit dem Coronavirus infiziert, das sind 19 Fälle mehr als am Vortag. Im Freistaat sind bislang 168 mit dem Coronavirus infizierte Personen verstorben. Die Zahl der Genesenen wird auf 2.680 geschätzt.

18.01 Uhr: Thüringer Landtag soll Weg für milliardenschwere Corona-Hilfen ebnen

Trotz schwieriger Mehrheitsverhältnisse im Landtag soll das Parlament am Freitagmorgen ein milliardenschweres Hilfspaket zur Abmilderung der Corona-Krise beschließen. Linke, SPD, Grüne und die CDU hatten sich nach langen Verhandlungen auf das Paket verständigt.

Die CDU-Fraktion signalisierte, dass sie dem sogenannten Mantelgesetz zustimmen – und damit der Minderheitsregierung von Linke, SPD und Grünen zu einer Mehrheit im Parlament verhelfen könnte. Das Hilfspaket richtet sich vor allem an Unternehmen, Solo-Selbstständige, Kommunen und Familien und hat ein Gesamtvolumen von rund 1,26 Milliarden Euro.

Es sieht unter anderem vor, dass Unternehmen einen Zuschuss bekommen, wenn sie Auszubildende aufnehmen und weiter ausbilden, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben. Außerdem sollen die Kommunen eine Finanzspritze von 185 Millionen Euro bekommen - um unter anderem Steuerausfälle auszugleichen.

Die Verabschiedung des Gesetzespaketes gilt als eine wichtige Bewährungsprobe des sogenannten Stabilitätsmechanismus zwischen Rot-Rot-Grün und der CDU.

15.38 Uhr: Landesregierung verlängert Corona-Regeln bis 12. Juni

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat die bisher bestehenden Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 12. Juni verlängert.

Die Verordnung soll bereits am Freitag in Kraft treten, wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte. Die Verlängerung war nötig, weil die bisherigen Regeln am Freitag ausgelaufen wären. Das Kabinett beschäftigt sich am Dienstag mit einer neuen Verordnung, die nach bisherigen Plänen unter anderem vorsieht, die Kontaktbeschränkungen aufzuheben und in Empfehlungen umzuwandeln.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil er sich für weitreichende Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen ausgesprochen und angeregt hatte, den Menschen mehr Eigenverantwortung zuzubilligen. Nach bisherigem Stand will Thüringen aber weiterhin an einer Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Straßenbahnen sowie in Geschäften festhalten.

13.11: Aktuelle Fallzahlen für Thüringen

Derzeit gibt es in Thüringen 3.043 bestätigte Corona-Fälle. Das sind 19 mehr als noch am Vortag. 168 Menschen sind bereits verstorben. 2.680 gelten als genesen.

6.23 Uhr: Milliardenschweres Hilfspaket soll Corona-Krise abmildern

Linke, SPD, Grüne und die CDU wollen mit einem milliardenschweren Hilfspaket die Folgen der Corona-Krise bekämpfen. Das Vorhaben soll am Freitag bei einer Sondersitzung im Thüringer Landtag diskutiert werden. Vorangegangen war ein wochenlanges Ringen um die Grundzüge und die Details des Pakets.

Vorgesehen ist unter anderem ein Familienbonus. Die Pläne sehen vor, dass das Land pro Kind unter 18 Jahren einmalig 100 Euro zahlt. Weil der Bund in der Nacht aber einen Kinderbonus von einmalig 300 Euro pro Kind beschlossen hat, soll das Thüringer Geld verrechnet und nicht obendrauf gesattelt werden.

Ein größerer Teil der eingeplanten 1,2 Milliarden Euro ist für die Kommunen vorgesehen. Allein auf die Gemeinden, Landkreise und kreisfreien Städte entfallen 185 Millionen Euro. Hinzu kommen noch 15 Millionen Euro für die Thüringer Kurorte.

Mittwoch, 3. Juni

19 Uhr: Neuer Todesfall nach Corona-Infektion

Im Ilm-Kreis hat es einen weiteren Todesfall nach einer Corona-Infektion gegeben, berichtet der MDR.

Von den Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte wurden bis Mittwoch 19 neue Infektionen gemeldet. Allein acht davon wurden im Landkreis Hildburghausen festgestellt. Im Kreis Sonneberg liegt die Zahl der Neuinfizierten innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner bei 53 und damit weiter über dem Grenzwert von 50.

15.47 Uhr: 1,2 Milliarden Euro – Hilfspaket soll Corona-Krise abmildern

Familienbonus, kostenlose Kita und Millionen für die Kommunen: Mit einem milliardenschweren Hilfspaket will Thüringen der Corona-Krise mit ihren wirtschaftlichen und sozialen Folgen begegnen. Rund 1,2 Milliarden Euro will der Freistaat in die Hand nehmen – etwa 586 Millionen Euro davon sollen vom Bund kommen.

Nach einem fast neunstündigen Verhandlungsmarathon einigten sich in der Nacht zum Mittwoch die Fraktionen von Linke, SPD, Grüne und CDU auf das Paket, wie die Fraktionen mitteilten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Mario Voigt bezeichnete das Ergebnis als Bewährung dafür, dass der sogenannte Stabilitätsmechanismus funktioniert. „Das Besondere ist, dass wir zum ersten Mal in einem Parlament mit der CDU ein solches fast einem Haushalt gleichendes Paket auf den Weg gebracht haben“, sagte Linke-Fraktionschefin Hennig-Wellsow.

Das nun vereinbarte Hilfspaket soll am Freitag im Thüringer Landtag verabschiedet werden. Nach Ansicht der beteiligten Fraktionen ist allerdings schon jetzt klar, dass die Maßnahmen wohl nicht ausreichen werden. Voigt sagte, es sei ein erster Schritt getan, man müsse später aber auch über einen zweiten und vielleicht dritten Schritt reden.

13.55 Uhr: Rot-Rot-Grün und CDU planen Familienbonus von 100 Euro pro Kind

Die Fraktionen von Linke, SPD, Grüne und CDU in Thüringen wollen einen einmaligen Familienbonus von 100 Euro pro Kind (bis 18 Jahre) auf den Weg bringen. Wie mehrere der beteiligten Fraktionen am Mittwoch mitteilten, verständigte man sich nach mehrstündigen Beratungen auf Soforthilfen zur Bewältigung der Corona-Krise. Die Einigung sieht unter anderem 185 Millionen Euro Hilfe für Kommunen sowie zusätzlich 15 Millionen Euro für die Kurorte vor.

Außerdem sollen die Kindergartenbeiträge aller Eltern für die Monate April, Mai und Juni erstattet werden. Davon sollen auch Eltern profitieren, die ihre Kinder in die Notbetreuung gegeben haben. Das Gesamtpaket soll am Freitag während einer Sondersitzung im Landtag verabschiedet werden.

13.08 Uhr: Die aktuellen Zahlen für Thüringen

In Thüringen gibt es derzeit 3024 bestätigte Corona-Infektionen. Das sind nur noch vier mehr als am Vortag. 166 Menschen sind verstorben. 2.660 gelten bereits wieder als genesen. Insgesamt steigt die Zahl der Neuinfektionen nur sehr langsam an.

10.59 Uhr: Arbeitslosenzahlen wegen Corona gestiegen

Die Corona-Pandemie hat Spuren auf dem Thüringer Arbeitsmarkt hinterlassen. Im Mai waren insgesamt 70.500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – damit stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum April um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.

Insgesamt sind im Mai 12.500 mehr Menschen arbeitslos als noch im April.

07.00 Uhr: Corona-Verordnung soll bis Mitte Juni verlängert werden

Die in Thüringen geltende Verordnung mit Beschränkungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie soll bis Mitte Juni verlängert werden. Laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums plane die Landesregierung die entsprechende Verlängerung noch im Laufe der Woche. Die Verordnung, wonach sich unter anderem nur Menschen zweier Haushalte treffen dürfen, läuft eigentlich zum Ende dieser Woche aus.

Der Entwurf für eine neue Verordnung, die lediglich Empfehlungen statt Vorgaben enthält, ist laut des Sprechers schon vorhanden.

Dienstag, 2. Juni

17.31 Uhr: Tests in Pflegeheim und Schule

Nach Corona-Ausbrüchen in einem Pflegeheim in Sonneberg und an einer Regelschule in Worbis (Eichfeld) wurden in den betroffenen Einrichtungen am Dienstag umfangreiche Corona-Tests durchgeführt. Insgesamt 140 Personen, Mitarbeiter und Bewohner des Heimes, wurden getestet. Im Landkreis Sonnenberg gilt weiterhin ein Besuchsverbot in Pflegeheimen.

In Worbis wurden über 60 Lehrer, Schüler und Verwaltungsbeschäftigte gestestet. Alle Ergebnisse sollen frühestens am Mittwoch vorliegen. Von deren Ausgang hängt ab, ob der Unterricht regulär fortgesetzt wird oder nicht. Im Falle weitere Infektionen müsste die Schule vorerst komplett geschlossen werden.

11.45 Uhr: Krisenstab beendet seine Arbeit

Wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow am Dienstag auf Twitter verkündete, hat der Corona-Krisenstab des Innenminsteriums seine Arbeit vor Ort beendet. „Heute endet formell in Thürigen die Steuerung durch die Epidemie mit einem Krisenstab“, schreibt der Linken-Politiker. Die Krisensteuerung liegt nun beim Gesundheitsministerium des Bundeslandes.

07.04 Uhr: Drei weitere Tote im Sonnenberg – Kreis liegt weiterhin über kritischer Marke

Der Kreis Sonneberg, der als Brennpunkt der Corona-Pandemie in Thüringen gilt, hat am Montag drei weiteres Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Dadurch erhöht sich die Zahl der Todesopfer in dem Landkreis auf 17 Fälle.

Die Verstorbenen waren 78,85 und 88 Jahre alt gewesen, teilte das Landratsamt mit. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist um vier Personen auf 253 Infizierte gestiegen. Demnach wurden in den letzten sieben Tagen in Sonneberg 74 Neu-Infizierte auf 100 000 Einwohner bekannt – der Landkreis liegt damit auf der von Bund und Ländern vereinbarten kritischen Marke von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner.

Montag, 1. Juni

16.30 Uhr: CDU fordert Finanzhilfe für Kurorte

Die CDU-Landtragsfraktion in Thüringen hat zusätzliche Hilfen für die Kurorte gefordert, weil sie ein wichtiger Motor für die Entwicklung des Gesundheitstourismus im gesamten Freistaat seien, so Maik Kowalleck, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion. Durch die fehlenden Gäste hätten die Kurorte Einnahmeausfälle zu verkraften, deshalb sei es gerade jetzt wichtig, mit einer zusätzlichen Förderung Sicherheit für geplante Investitionen zu geben.

09.30 Uhr: Schock! Zwei Infektionen an Thüringer Schulen

Schock in Worbis! Bei einem Lehrer einer Regelschule ist das Coronavirus nachgewiesen worden. Auch die Stadt Suhl hat am Sonntag eine zweite Corona-Infektion an einer Grundschule gemeldet. Dort sei ein Kind positiv auf das Virus getestet worden. Das Gesundheitsamt stehe in Kontakt mit den Eltern, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Von 22 getesteten Personen seien sonst alle anderen Ergebnisse negativ ausgefallen.

Sonntag, 31. Mai

17.00 Uhr: Polizei: Tausende Verstöße gegen Corona-Auflagen

Das ist ja mal eine Bilanz! In Thüringen haben laut Landespolizeidirektion mehrere Tausend Menschen gegen Corona-Auflagen verstoßen. Von Ende März bis Ende Mai habe sie insgesamt 926 Fälle erfasst, in denen das Infektionsschutzgesetz missachtet worden wäre. 4.067 Personen hätten Ordnungswidrigkeiten begangen.

14.51 Uhr: Aktuelle Zahlen für Thüringen

In Thüringen gibt es derzeit 2.986 bestätigte Corona-Infektionen. Das nur nur noch neun mehr als zum Vortag! 162 Menschen sind bislang verstorben, 2.590 gelten als genesen.

10.26 Uhr: Land will bei Test-Kosten einspringen

Thüringen will wohl für die Kosten erweiterter Corona-Tests aufkommen. Zumindest so lang, bis die Kostenübernahme durch die Krankenkassen geklärt sei. Tests von Kontaktpersonen von Infizierten, die noch keine Symptome zeigten, würden inzwischen auch vom Robert-Koch-Institut empfohlen.

Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) hatte zuvor dem Land vorgeworfen, sich der Kostenübernahme zu verweigern. Laut dem Ministeriumssprecher liegt dazu aber bislang noch gar keine Anfrage aus dem Kreis Greiz vor. Das Ministerium habe sich nur Tests in Pflegeheimen ohne Corona-Infektionen verweigert.

8.14 Uhr: Schulen und Kitas bald wieder in Normalbetrieb?

Bodo Ramelow überlegt, Schul- und Kitabetrieb bald wieder normal laufen zu lassen. Doch dieser Vorschlag stößt nicht überall auf Zustimmung. „Ich sehe das mit Skepsis“, sagte die Erfurter Erziehungswissenschaftlerin Barbara Lochner.

„Die Betreuungsbedingungen in der Kita werden sicher schlechter sein als vor der Krise.“ Schon vor der Corona-Pandemie habe es in den Thüringer Einrichtungen ein Fachkräfteproblem gegeben. Mit Blick auf die Risikogruppen könnte sich das weiter verschärfen. Es würden dann noch mehr Erzieherinnen fehlen bei einer gleichbleibend hohen Zahl zu betreuender Kinder.

Samstag, 30. Mai

15 Uhr: Jetzt steht fest – Dann fällt das Kontaktverbot

Thüringen will Mitte Juni das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot aufweichen. Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung sehe vor, dass die Kontaktbeschränkungen dann nur noch als Empfehlung gelten sollten, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Frank Schenker, am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Er bestätigte damit einen Bericht der „Thüringer Allgemeinen“. Die derzeit geltende Vorgabe, dass sich nur Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen, wäre dann nicht mehr bindend und könnte bei Verstößen auch nicht mehr mit Bußgeldern belegt werden.

Bund und Länder hatten sich zuletzt darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Länder den Aufenthalt im öffentlichen Raum mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte gestatten können. Thüringen hatte sich jedoch abweichende Regelungen offen gehalten.

Der Mindestabstand von 1,5 Meter und ein Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Verkehr sowie in Geschäften werde aber auch mit der neuen Thüringer Corona-Verordnung beibehalten, sagte Schenker. Der kritische Wert bei Neuinfektionen solle mit 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche strenger gefasst werden, um bei lokalen Infektionsherden schneller eingreifen zu können. Derzeit liegt er bei 50 neuen Infektionen. Über die neue Verordnung will das Kabinett laut Schenker am 9. Juni entscheiden. Sie könnte dann am 11. oder 13. Juni in Kraft treten.

14.02 Uhr: Aktuelle Fallzahlen für Thüringen

In Thüringen gibt es derzeit 2977 bestätigte Corona-Infektionen. Das sind 16 mehr als am Vortag. 162 Menschen sind bislang verstorben. Die Zahl der genesenen wird auf 2590 geschätzt.

8.30 Uhr: So geht es in Thüringen weiter

Bereits in den vergangenen Tagen hat Bodo Ramelow für Aufstehen mit seinem Thüringen–Weg gesorgt. Während lange unklar war, was genau er darunter versteht, sickern jetzt erste Informationen durch. So berichtet die „Thüringer Allgemeine", dass beispielsweise die Maskenpflicht und der Mindestabstand bleiben sollen. Die Kontaktbeschränkungen allerdings sollen aufgehoben werden. So wolle die Landesregierung lediglich Empfehlungen aussprechen.

Die „Thüringer Allgemeine" beruft sich bei ihren Informationen auf einen Entwurf der neuen Corona-Verordnung, der der Redaktion vorliegen soll.

Freitag, 29. Mai

19.38 Uhr: Rot-Rot-Grün für einheitliches Vorgehen bei Kita-Öffnungen

Die Landtagsfraktionen von Linke, SPD und Grünen haben die Betreiber von Kindergärten zu einem einheitlichen Vorgehen bei der Öffnung der Einrichtungen aufgerufen. „Warum die meisten Träger tägliche Betreuungszeiten von sieben Stunden und mehr anbieten, andere dies aber nur wochenweise oder tageweise, also im Wechselmodell, absichern, erschließt sich uns nicht“, erklärten sie am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Bildungspolitiker Torsten Wolf (Linke), Thomas Hartung (SPD) und Astrid Rothe-Beinlich (Grüne) sprachen sich zudem für regelmäßige Corona-Tests bei Erziehern und die Einbeziehung von Virologen in die Beobachtung der Situation an den Kindergärten aus.

Einem Medienbericht zufolge sollen die Kindergärten und Grundschulen in Thüringen vom 15. Juni an täglich mindestens acht Stunden für alle Kinder öffnen. Ein Modell mit zeitlich wechselnder Betreuung solle es nicht mehr geben, berichtete die „Thüringische Landeszeitung“ (Online). Ein Sprecher des Bildungsministeriums wollte dies auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Das Ministerium arbeite intensiv und im Austausch mit allen beteiligten Kommunen und Trägern daran, dass möglichst alle Kinder wieder täglich in den Kindergarten oder die Schule gehen könnten, sagte er.

14.25 Uhr: Kitas betreuen wieder regelmäßig Kinder

Thüringen bereitet weitere Lockerungen in Kitas und Schulen ab dem 15. Juni vor. Wie die berichtet, soll es ab diesem Zeitpunkt wieder volle acht Stunden Betreuung der Kinder in Kitas und auch Grundschulen geben. Dadurch werde es kein Wechselmodell mehr geben sowie keine Regelungen mehr zu Raumgrößen.

13.30 Uhr: Theater machen sich für Neustart bereit

Nach der aktuellen Corona-Zwangspause forciert das Theater Rudolstadt den Neustart für Anfang September. Die neue Spielzeit stellen die Theatermacher unter das Schiller-Motto „Lust und Zuversicht allein sind die Seele meines Wirkens“ und planen 21 Premieren.

Allerdings steht der am Freitag vorgestellte Spielplan unter Vorbehalt. Sollte es auch im September noch maßgebliche coronabedingte Beschränkungen geben, würden Alternativen erarbeitet, kündigte Intendant Steffen Menschning an. Eingeläutet werden soll die Saison 2020/21 am 5. September mit einem Theaterfestspaziergang „Heine - stationär“ im Rudolstädter Heinepark.

7.58 Uhr: Zahl der Neuinfektionen gestiegen

In Thüringen ist die Zahl der Neuinfektionen leicht gestiegen. Das teilte sie Staatskanzlei mit (Stand Donnerstagabend). Demnach gibt es 31 Neuinfektionen im Freistatt und damit insgesamt knapp 3000 Infektionen. In Thüringen sind bisher 158 Menschen wegen des Coronavirus gestorben.

6.30 Uhr: Bürgermeister stellen sich gegen Sonderweg für Thüringen

Thüringer Kommunalpolitiker haben sich in einem offenen Brief an Bodo Ramelow gegen die Corona-Lockerungspläne der Landesregierung geäußert. Sie sind der Meinung, eine komplette Aufhebung der Corona-Beschränkungen in einem Grenzgebiet wie diesem sei fatal.

Die Landräte aus Coburg, Kronach, Lichtenfels, Sonneberg und Hildeburghausen sowie die Stadtoberhäupter von Coburg, Sonneberg und Neustadt haben den Brief unterzeichnet. Sie befürchten einen Wieder-Anstieg der Infektionen in der gesamten Region. Es brauche überregionale Maßnahmen, um die Infektionswege nachvollziehen zu können.

Auch die Bürgermeister mehrerer Städte haben jetzt Forderungen gestellt: >>> Coronavirus: Lockerungen in Thüringen? Bürgermeister wollen DAS durchsetzen – „kein Sonderweg im Freistaat“

Donnerstag, 28.Mai

21.41 Uhr: Ramelow zu Umgang mit Corona: „keine Ängste schüren“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will beim Umgang mit der Corona-Pandemie keine Ängste schüren. „Jetzt vor einer zweiten Welle zu warnen, die dann gar nicht kommt – das fände ich schwierig“, sagte der Linken-Politiker dem „Spiegel“. „Und dann zu sagen: Es könnte sein, dass die dritte kommt, während die Hälfte der Landkreise null Infektionen hat – das würde mir doch niemand mehr glauben.“

Er wundere sich, „wie es mancher Verschwörungsunsinn bis in den eigenen Freundeskreis schafft“. Eine Erklärung sei, dass es nie zuvor solche Beschränkungen gegeben habe. „Die Zumutung, diesen Lockdown aushalten zu müssen, ist riesengroß.“ Ihn mache es aber fassungslos, bei manchen Demonstrationen den Davidstern zu sehen. „Diesen Antisemitismus, der da gezeigt wird, finde ich abstoßend.“ Vor dem Protest etwa von Beschäftigten der Reisebüros oder der Reisebusunternehmen habe er dagegen höchsten Respekt.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Thüringen hält sich aber abweichende Regelungen offen. Zu den Vorschlägen des Bundes gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit oder zu Hause treffen dürfen. In Thüringen ist das Treffen von Mitgliedern von zwei Haushalten bereits erlaubt.

19.49 Uhr: Landtag will Corona-Hilfspaket verabschieden

Der Landtag will am 5. Juni über das milliardenschwere Thüringer Corona-Hilfspaket für Wirtschaft, Bürger und Kommunen entscheiden. Dafür sei eine Sondersitzung einberufen worden, teilte die Landtagsverwaltung am Donnerstag in Erfurt mit.

Vor einer Verabschiedung des Hilfspakets, das mit einer Reihe gesetzlicher Regelungen verbunden ist, müssen die Abgeordneten noch einige Detailfragen klären, sagten Mitglieder des Haushaltsausschusses. Das Gremium wolle sich deshalb am 4. Juni nochmals für letzte Entscheidungen treffen.

Das Finanzpaket hat ein Volumen von etwa 1,2 Milliarden Euro und wird aus Geldern des Bundes und des Landes finanziert. An Detailregelungen, beispielsweise nach welchen Regeln 185 Millionen Euro Soforthilfe für notleidende Kommunen verteilt werden, würde derzeit noch gefeilt, sagte die SPD-Abgeordnete Diana Lehmann.

17.05 Uhr: Geringer Anstieg der Neuinfektionen in Thüringen

Die Corona-Infektionen in Thüringen steigen weiterhin nur gering. Innerhalb von 24 Stunden wurden 31 neue Fälle verzeichnet, wie die Staatskanzlei am Donnerstag in Erfurt mitteilte.

Damit haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 2941 Menschen im Freistaat mit dem Virus infiziert. Schätzungen zufolge gelten inzwischen 2550 Thüringer als genesen.

Vor allem im Kreis Sonneberg stieg die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter an. Drei neue Fälle wurden dort bestätigt. Insgesamt wurden damit 225 Menschen im Kreis positiv auf das Virus getestet.

13.45 Uhr: Jeder dritte Thüringer Corona-Risikopatient

Etwa jeder dritte Thüringer gehört zur Corona-Risikogruppe – rund 562 000 Menschen sind zwischen 60 und 79 Jahren alt, weiter 159 000 Einwohner sind älter als 80 Jahre.

Das geht aus der ersten Sonderveröffentlichung des Statistischen Landesamtes hervor, die am Donnerstag in Erfurt vorgelegt wurde.

Thüringen ist seit Beginn der Corona-Pandemie das Land mit dem höchsten Infektionsanteil in Ostdeutschland. Es gab bisher 134 nachgewiesene Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Mittwoch, 27.Mai

18.11 Uhr: Merkel pfeift Ramelow zurück

Am Mittwochnachmittag haben die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Videokonferenz abgehalten. Dabei kritisierte die Kanzlerin auch Bodo Ramelows Vorstoß, die Corona-Maßnahmen in Thüringen schon bald beenden zu wollen.

Ramelows Botschaften seien „etwas zweideutig“ gewesen, sagte Merkel. Ihrer Meinung nach sei er Mindestabstand zu anderen eine „Verpflichtung“. Wer sich daran nicht halte, gefährde andere. Merkel warnte vor einer Situation, in der sich „die Schwächeren nicht mehr auf die Straße trauen“, berichtet die Thüringer Allgemeine Zeitung.

Jeder dürfe im Rahmen seiner Zuständigkeit arbeiten, sagte Merkel. Es sei aber wichtig, „dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben“. Die Vorschriften zum Abstandhalten und zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in bestimmten Situationen müssten überall gelten.

17.29 Uhr: Thüringer AfD-Fraktion fordert Regelbetrieb ab Schulen ab Mitte Juni

Die geplante Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen und Kindergärten geht der Thüringer AfD-Fraktion nicht schnell genug. „Spätestens bis Mitte Juni muss es Eltern wieder möglich sein, ihre Kinder in Betreuung zu geben, so dass sie ihrer Arbeit in gewohnter Weise nachgehen können“, erklärte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Denny Jankowski.

Gesundheitsvorsorge sei nicht die einzige Fürsorgepflicht der Regierung. Es sei inakzeptabel, Eltern eine Doppelbelastung aufzubürden, erklärte der AfD-Politiker.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte am Dienstag eine Rückkehr in den Regelbetrieb an Schulen und Kindergärten nach den Sommerferien in Aussicht gestellt. Die Umsetzung gilt jedoch als schwierig – auch, weil viele Lehrer in Thüringen zu Risikogruppen gehören und derzeit in den Schulen keinen Präsenzunterricht geben müssen.

9.38 Uhr: CDU-Vize Stroble nennt Ramelow-Pläne „verantwortungslos“

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl kritisiert das Vorgehen von Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Was in Thüringen geschieht, ist verantwortunglos“, so der CDU-Politiker in der „Rhein-Neckar-Zeitung“.

Während Bodo Ramlow angekündigt hat, für kommende Woche weitere Corona-Lockerungen zu planen, ist für manche Menschen in Thüringen immer noch das Tragen des Mundschutzes ein Problem >>>> hier mehr dazu.

7.00 Uhr: Diese Maßnahmen gibt es auf dem Erfurter Flughafen

Der Flughafen Erfurt-Weimar stellt sich auf die Zeit nach dem Corona-Lockdown ein. Doch um während dem Flughafenbetrieb kein Infektionsrisiko einzugehen, muss ein striktes Maßnahmen-Paket eingehalten werden. >>>> Hier lesen, mit welchen Einschränkungen du als Passagier rechnen musst.

Dienstag, 26 Mai

22.18 Uhr: Erfurter Bürgermeisterin spricht Warnung auf

„Wenn es keine einheitlichen Regelungen im Freistaat gibt, wird es in den Kommunen einen Flickteppich geben“, sagte Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke. Bei ihrem Parteigenossen Bodo Ramelow will Hofmann-Domke nun dafür werben, „dass es diesen Flickenteppich eben nicht gibt.“ Am Wochenende hatte der Thüringer Ministerpräsident überraschend angekündigt, dass ab dem 6. Juni landesweite Regeln zur Verhinderung neuer Infektionen wegfallen sollen. Am Mittwoch will das Thüringer Landeskabinett über eine mögliche Lockerung der Corona-Regeln entscheiden.

„Wir werden am 6. Juni nicht die alte Normalität in Thüringen wieder haben“, erteilte Hofmann-Domke der Hoffnung einiger Bürger und Bürgerinnen einen Dämpfer. Auch dann werde es in Erfurt Abstandsregeln und den Mund-Nasen-Schutz im Nahverkehr sowie Geschäften und Restaurants geben. „Wenn das Land es nicht mehr macht, werden wir es wieder machen müssen“, sagte sie. Was bedeutet, dass die Landeshauptstadt separate Regeln in Form von Allgemeinverfügungen erlassen wird.

13.45 Uhr: Ramelow stellt Regelbetrieb von Kindergärten und Schulen in Aussicht

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat einen Regelbetrieb an Schulen und Kindergärten nach den Sommerferien in Aussicht gestellt. Dafür müssten aber die Voraussetzungen stimmen, sagte Ramelow am Dienstag nach Beratungen des Kabinetts in Erfurt. Alle Menschen, die in Schulen oder Kindergärten arbeiten, sollten seiner Meinung nach ein Recht auf Corona-Tests haben. „Wir wollen über sogenannte Pool-Testungen in Kindergärten hineingehen oder in Schulen hineingehen - ohne, dass es dort einen Verdachtsfall gibt“, sagte Ramelow.

Der Regierungschef betonte, dass es in aktuell 21 von 23 Landkreisen und kreisfreien Städten keine Neuinfektionen gebe. In den vergangenen sieben Tagen habe es in neun Kreisen keine Infektion gegeben.

13.29 Uhr: Ramelow stellt Kontaktverbot infrage

Weiterhin gelten 1,5 Meter Abstand, jedoch soll nächste Woche geklärt werden, ob weiterhin sich nur Personen aus zwei Haushalten öffentlich treffen dürfen. Bodo Ramelow stellt infrage, ob es sinnvoll sei, wenn Polizisten Gruppen befragen, ob sie in einem Haushalt leben.

Auch in Thüringen solle weiterhin dort ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wo sich Menschen zu nahe kämen wie im öffentlichen Nahverkehr, machte Ramelow klar.

Front machte Ramelow gegen veränderte Kontaktbeschränkungen, die derzeit von Bund und Ländern diskutiert werden. Staatliche Eingriffe in die Privatsphäre der Menschen in ihrer Wohnung lehne er ab, sagte Ramelow. Er bezog sich dabei offensichtlich auf Kontaktbeschränkungen, die zwar gelockert werden sollen, aber weiterhin im öffentlichen wie privaten Raum gelten sollen. Ob Thüringen eine Abschaffung der Kontaktbeschränkungen plant, ließ der Regierungschef jedoch offen.

13 Uhr: Bodo Ramelow: „Wir können aus dem Krisenstab-Modus aussteigen“

„Wir können aus dem Krisenstab-Modus aussteigen“, stellt Bodo Ramelow fest. Dafür müssten die Gesundheitsämter ausreichend vorbereitet sein. Er haben den Virologen Christian Drosten gefragt, ob die RKI-Rechnungen richtig sind, dass Thüringen mit bis zu 60.000 erkrankten Patienten umgehen muss. Drosten habe diese Zahl bestätigt, wenn die gleich Entwicklung wie beispielsweise in der Lombardei in Norditalien zu Grunde gelegt wird.

Daher sei der Lockdown für ganz Thüringen entschieden worden. Ziel sei es gewesen, Zeit zu kaufen. 12 Wochen später können wir feststellen: „Die Lockdown-Strategie war richtig“, so Bodo Ramelow, der weiterhin die Gefahr des Coronavirus ins Gedächtnis ruft.

12.54 Uhr: Thüringer Kabinett für umstrittenen Ramelow-Kurs

Thüringens Kabinett stellt sich nicht gegen den umstrittenen Kurs von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), die Corona-Beschränkungen bis Mitte Juni weitgehend aufzuheben. „Sein Weg wird weiter verfolgt, die Umsetzung vorbereitet. Es gibt keine Rolle rückwärts“, sagte ein Teilnehmer der Kabinettssitzung am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Die Öffnung weiterer Bereiche in Thüringen werde vorbereitet. Es habe unter den Regierungsmitgliedern einen „kritischen Austausch“ über Ramelows öffentliches Agieren in den vergangenen Tagen gegeben.

Aus einer Kabinettsvorlage, die der dpa vorliegt, geht hervor, dass das Abstandsgebot, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und der Infektionsschutz in Thüringen weiter geregelt werden.

11.09 Uhr: Bayerns Innenminister liest Bodo Ramelow die Leviten

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann droht Thüringen mit Gegenmaßnahmen zu den in Aussicht gestellten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. „Die Vorschläge von Ministerpräsident Ramelow sind unverantwortlich“, sagte der CSU-Politiker.

Man werde die weitere Entwicklung in Thüringen sehr genau im Blick haben, „um in Bayern im Zweifel gegenzusteuern“. Herrmann sagte weiter: „Wir werden sicher nicht tatenlos zusehen, wie Ramelow große Erfolge im Kampf gegen das hochgefährliche Corona-Virus sorglos zunichte macht.“ Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Der bayerische Innenminister sagte, Ramelow setze „alles bei der Corona-Bekämpfung bis jetzt Erreichte aufs Spiel und riskiert eine Verschlimmerung der Infektionslage“. Zuvor hatte schon Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen als „fatales Signal“ kritisiert und die Verantwortlichen in Thüringen aufgerufen, ihre Absicht zu überdenken.

09.08 Uhr: Erfurt prescht bei Lockerungen vor und stellt sich dennoch gegen Ramelow-Plan

In Erfurt sollen Schwimmhallen für den Reha- und Vereinssport schon bald wieder öffnen, berichtet die Thüringen Allgemeine. Die Zeitung beruft sich auf ein Statement der Erfurter Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke (Linke). Nach der aktuellen Vorgabe des Landes dürften Freibäder ohnehin zum 1. Juni wieder öffnen.

Auch weitere Lockerungen wie die Öffnung von Beratungsstellen, Deutschkurse für Migranten und Weiterbildungsmaßnahmen für Umschüler sollen noch vor dem 5. Juni in Kraft treten. Zum Stichtag läuft die Corona-Verordnung in Thüringen aus. Weiterhin berichtet sie der TA, dass sie sich „größere Verantstaltungen“ im Kulturbereich ab dem 6. Juli wieder vorstellen könne.

Die Stadt stelle sich allerdings konsequent gegen die Aufhebung der Abstandsregeln und der Mundschutzpflicht in Geschäften, Restaurants und im ÖPNV. Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte die Rücknahme dieser Maßnahmen am Wochenende angedeutet, ruderte am Montag jedoch teilweise zurück.

(Thüringen24 mit dpa)