„Riverboat“ (MDR): Publikum flippt aus, als Politiker DAS sagt – „Dann hätten wir eine Revolution“

Matthias Platzeck, Ex-Ministerpräsident von Brandenburg, sorgte mit einer Rede bei „Riverboat“ für lauten Beifall.
Matthias Platzeck, Ex-Ministerpräsident von Brandenburg, sorgte mit einer Rede bei „Riverboat“ für lauten Beifall.
Foto: imago images / STAR-MEDIA

Da steckte anscheinend eine Menge Wut im Bauch von Matthias Platzeck als er zu Gast im „Riverboat“ beim MDR war.

Am vergangenen Freitag (6. März) legte das Talk-Format um 22 Uhr pünktlich vom Pier ab - mit an Bord diesmal unter anderem Christine Schorn, Howard Carpendale, Anja Petzold – und Matthias Platzeck. Sein Auftritt sollte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sowohl beim anwesenden Publikum, als auch bei den Zuschauern vor den Fernsehgeräten.

Der Politiker und ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg sorgte bei „Riverboat“ mit seiner sorgsam vorgetragenen Analyse über das Verhältnis zwischen Ost und West für Beifall. Vor allem der Satz „Dann gibt es eine Revolution“, wird wohl nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

„Riverboat“: Politiker trifft im MDR offenbar wunden Punkt

Seinen Redebeitrag bei „Riverboat“ begann Platzeck nüchtern-nostalgisch: „Ich hätte mir manches von dem, was wir heute erleben, was wir heute wahrnehmen, was wir heute als Realität einfach haben, so nicht gedacht.“ Doch dann geht er schnell zum ersten Angriff über. Der richtet sich gegen ehemalige Politiker-Kollegen und Medienmacher aus dem Westen.

Sie hätten sich niemals ernsthaft damit beschäftigt, „was hier in den 90er-Jahren und danach stattgefunden“ habe. Das müsse dringend nachgeholt werden. Der Umbruch im Osten sei noch immer nicht Bestandteil der gesamtdeutschen Geschichte. Problematisch sieht er auch die Besetzung von Führungs- und Leitungsfunktionen in Ostdeutschland.

Rund 80 Prozent seien von Westdeutschen besetzt, beruft sich Platzeck auf Studien der Uni in Leipzig. Von Sparkassendirektoren über Medienchefs und Uni- oder Polizeidirektoren.

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Das ist Matthias Platzeck:

  • 1953 in Potsdam geboren
  • zwischen 1998 und 2002 Oberbürgermeister von Potsdam
  • 2002 wurde er zum Ministerpräsident von Brandenburg gewählt, ebenso 2004 und 2009
  • 2013 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen rund anderthalb Monate nach einem Schlaganfall von allen politischen Ämtern zurück

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Als er einen Kollegen aus Bayern angesprochen habe, was passieren würde, wenn 80 Prozent der Posten mit Verantwortung von Menschen aus Thüringen, Sachsen oder Brandenburg besetzt seien, habe er entgegnet: „Dann gibt es eine Revolution.“ Während einigen Gästen ein Schmunzeln über die Lippen huscht, ergänzt Platzeck schnell: „Und dann habe ich gesagt: Bei uns ist es genau so!“

„Eliten rekrutieren sich immer aus Eliten“

Die Ursache für die Schieflage sieht er vor allem darin, dass sich „Eliten immer aus Eliten“ rekrutieren würden. Auch einen Lösungansatz hat der 66-Jährige parat.

So solle regional künftig mehr darauf geachtet werden „junge Leute aus meiner Region“ einzustellen, wenn es um die Besetzung einer leitenden Position ginge.

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Viel Beifall für Aussage geerntet

Nicht nur im Studio bekommt er für diese Worte lauten Beifall, auch in den Sozialen Medien signalisieren viele Nutzer deutlich ihre Zustimmung für den gebürtigen Potsdamer.

  • „Ich war live dabei. Es hatte alles Hand und Fuß was er gesagt hat. Einfach super.“
  • „So ist es, genau so.“
  • „Wie Recht er hatte.“
  • „Gefällt mir sogar besonders. Der weiß von was er spricht. Nur so kann es funktionieren. Super Herr Platzeck.“

Bis Platzecks Wunsch von mehr Ostdeutschen in Führungspositionen Realität wird, dürften jedoch noch einige Jahre ins Land gehen.

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