Thüringen: Flüchtlinge wehren sich gegen Quarantäne – unfassbar, wie ein Bewohner auf die Polizei reagiert

Die Polizei ist bei der Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl im Einsatz. In der Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Unruhen gekommen.
Die Polizei ist bei der Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl im Einsatz. In der Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Unruhen gekommen.
Foto: WichmannTV/dpa

Suhl. Großeinsatz der Polizei Thüringen in einem Flüchtlingsheim! Die Polizei hat in Suhl mehrere Männer aus der unter Quarantäne stehenden Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber verlegt – sie hatten sich massiv gegen die Isolationsbestimmungen gewehrt. Der Polizei blieb nach eigenen Angaben keine andere Wahl, als so zu handeln.

Insgesamt wurden 22 Menschen aus der Einrichtung geholt und in die ehemalige Jugendarrestanstalt in Arnstadt gebracht, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion.

Thüringen: Mehr als 200 Beamte im Einsatz

Die Männer hätten sich in den vergangenen Tagen in grober Weise den getroffenen Quarantäneanordnungen widersetzt. Dabei betont die Polizei, dass „die übergroße Anzahl der Bewohner Verständnis für die Maßnahmen zeigte“.

Mit dem Einsatz setze die Polizei am Dienstag eine Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes um.

Etwa 200 Beamte waren dem Sprecher zufolge im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes sowie viele Bereitschaftspolizisten. Auch die Feuerwehr war vor Ort, weil die Störer das Gebäude in Brand setzen könnten.

Islamistische Zeichen gegen die Polizei

Zunächst sah der Einsatz nach Widerstand aus: 15 bis 20 Bewohner formierten eine Gruppe, die aus Protest die Kantine der Einrichtung blockierten.

Nach Angaben der Polizei hätte einer der Bewohner sogar ein islamistisches Zeichen mit den Händen gegenüber den Einsatzkräften zeigte. Gerüchte, dass zudem IS-Flagge hochgehalten wurde, konnten die Beamten des Staatsschutzes der Suhler Kriminalpolizei jedoch nicht bestätigen.

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Schlussendlich konnten die Beamten die Lage aber problemlos entschärfen: „Dank intensiver Kommunikation und hohem Kräfteansatz konnte der Einsatz ohne verletzte Personen oder größere Zwischenfälle abgeschlossen werden.“

Corona-Fall im Flüchtlingsheim

Hintergrund: In dem Flüchtlingsheim war ein Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden, danach waren alle etwa 500 dort lebenden Asylbewerber unter Quarantäne gestellt worden. In den vergangenen Tagen hatten einige von ihnen etwa versucht, die Einrichtung zu verlassen.(dpa/ck/lh)