Thüringen: Düstere Prognose! Clubs wegen Corona vor dem Aus

In Thüringen müssen zahlreiche Clubs wegen des Coronavirus dicht machen (Symbolbild).
In Thüringen müssen zahlreiche Clubs wegen des Coronavirus dicht machen (Symbolbild).
Foto: imago images / Eibner Europa

Keine Partynächte mehr in Thüringen – fürs Erste! Das Coronavirus stellt das Leben derzeit auf den Kopf. Nachdem sich zahlreiche Gäste eines Berliner Nachtclubs mit dem Virus angesteckt hatten, war klar: Discotheken und Clubs werden fürs Erste geschlossen.

Thüringen: Alarmierende Prognose!

Doch einige Gastronomen in Thüringen müssen jetzt um ihre Existenz bangen. Viele sind sich darüber bewusst, dass die Maßnahmen wichtig sind, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Zahlreiche Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, fordern aber eine finanzielle Unterstützung. Wir haben mit einigen Clubs in Jena und Erfurt gesprochen.

Marko Bosecker, Geschäftsführer des M-Pire Music Club in Jena berichtet, er stehe mit dem Rücken zur Wand. Grade der März sei in der Branche einer der umsatzstärksten Monate des Jahres. Doch die wichtigen Einnahmen fehlen dem Club jetzt.

Mit dem Rücken zur Wand

Die Kosten wie Miete und Strom sind weiter fällig. Bereits bestellte und gelieferte Ware muss bezahlt werden. Und es gibt leider keine guten Aussichten für den Nachtclub.

„Wenn in den nächsten Tagen keine kurzfristigen und unbürokratischen Hilfen kommen, ist im nächsten Monat Schluss.“, erzählt Bosecker. Kredite seien für den Club keine Alternative, sie müssten immerhin zurückgezahlt werden.

Die ausgefallenen Veranstaltungen könnten nicht nachgeholt und der Gewinn damit auch nicht nacherzielt werden. In Erfurt versucht Heiko Gräfe, Inhaber des Presseklub, bei seiner Versicherung finanzielle Unterstützung zu erreichen.

Seit Freitag sind dort die Türen geschlossen. Der Club könne das entgangene Geschäft einige Monate durchhalten. Er hofft aber, dass es im Sommer wieder mit den Veranstaltungen weitergehen kann. Auch ein Kredit käme für den Presseklub nicht in Frage.

Forderungen an die Thüringische Landeshauptstadt

Eine Putzfrau sei in dem Club fest angestellt, die Servicekräfte sein alle auf Mini-Job Basis angestellt und verdienen daher momentan kein Geld. Heiko Gräfe ärgert sich vor allem über die Stadt.

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„Seit Jahren geben wir einen Teil unseren Einnahmen an die Stadt ab.“ Damit meint er die Vergnügungsteuer der Landeshauptstadt Erfurt. „Jetzt wäre es für die Stadt an der Zeit etwas zurückzugeben.", fordert er.

Gastronomen an einem gemeinsamen Tisch

In Erfurt hätten sich zahlreiche Gastronomen getroffen, um gemeinsam etwas gegen die missliche Lage zu unternehmen. „Das habe ich in all den Jahren noch nie erlebt, dass sich in Erfurt alle an einen Tisch setzen", berichtet Gräfe.

Damit wird das Ausmaß der finanziellen Lage der Clubs und Discotheken klar: Wenn die Clubs und Diskotheken weitere Wochen geschlossen bleiben, könnte das ein Loch in das Kultur- und Freizeitangebot der Thüringischen Städte reißen. (mia)