Björn Höcke: Widerstand in der AfD gegen rechten „Flügel“ – „Jogginghose, kein Job, keine Zähne“

Björn Höcke ist selbst seiner eigenen Partei eine Dorn im Auge (Symbolbild).
Björn Höcke ist selbst seiner eigenen Partei eine Dorn im Auge (Symbolbild).
Foto: imago images / Jacob Schröter

Erfurt. Thüringens AfD-Fraktionsvorsitzender Björn Höcke ist mit dem rechten „Flügel“ nicht nur im Visier des Bundesverfassungsschutzes, auch innerhalb der AfD hagelt es immer mehr Kritik. Er ist wohl vor allem dem NRW-Landeschef ein Dorn im Auge.

Björn Höcke: Wiederstand gegen rechten „Flügel“

Aus der Partei verabschieden sich immer mehr Mitglieder. Parteikollegen des Thüringer Fraktionsvorsitzenden sehen den Grund im rechten „Flügel“ um Björn Höcke.

Sogar Ordnungsmaßnahmen gegen Björn Höcke und Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kablitz, sind im Gespräch. Nach Schätzungen des Verfassungsschutzes hat der „Flügel“ fast 7.000 Anhänger. Die AfD in Nordrhein-Westfalen dringt inzwischen auf eine vollständige Auflösung der Gruppe.

Der Deutschen Presse-Agentur liegt ein Brief des NRW-Landesvorsitzenden Rüdiger Lucassen vor. Darin fordert er den Bundesvorstand auf, Veranstaltungen, Auftritte und andere Zusammenkünfte unter der Bezeichnung „Flügel“ zu verbieten.

Kritik aus eigenen Reihen

Lucassen fordert sogar die Auflösung des „Flügels“, „damit wieder Ruhe in unsere Partei einkehren zu lassen und die bereits begonnene Austrittswelle zu stoppen.“, erklärt er.

Es heißt, langjährige Mitglieder des NRW-Landesverband hegten einen tiefen Groll gegen die „Flügel“-Mitglieder vom Typ „Jogginghose, kein Job, keine Zähne.“ Diese würden neuerdings versuchen, in Kreisverbänden der AfD den Ton vorzugeben.

Unvereinbarkeitsliste der AfD

Thema wird auch die Löschung der Mitgliedschaft von Andreas Kalbitz sein – nachdem in Medien berichtet wurde, er sei früher Mitglied der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ gewesen.

Die Vereinigung steht auf einer schwarzen Liste der AfD. Wer in speziellen Gruppierungen Mitglied war, darf offiziell nicht in die Partei aufgenommen werden.

Treffen in Berlin

Höcke war einmal mehr in die Kritik geraten, nachdem online ein Video auftauchte, nachdem er bei einem Treffen am 6. März in Sachsen-Anhalt, Wortspiele mit dem Vernichtungslager Auschwitz gemacht haben soll. Er selbst wies die Vorwürfe zurück.

----------------

Mehr zu Björn Höcke:

Björn Höcke: AfD-Vorsitzender wehrt sich gegen Verfassungsschutz – und zieht diese Konsequenzen

Björn Höcke (AfD): Geheim-Video enthüllt krassen Plan – was er sagt, ist einfach erschreckend: „Unmenschlich!“

AfD-Abgeordneter streitet vor Gericht um Saalmiete für Auftritt von Björn Höcke

----------------

Der AfD-Bundesvorstand will sich am Freitag in Berlin treffen, um über die Situation zu beraten. (mia/dpa)