Thüringen: Vergessene Gefahr! Alle schauen auf Corona, aber schon 6 Menschen starben an...

Die Ärztinnen und Ärzte haben nicht nur wegen des Coronavirus in Thüringen alle Hände voll zu tun. (Symbolbild)
Die Ärztinnen und Ärzte haben nicht nur wegen des Coronavirus in Thüringen alle Hände voll zu tun. (Symbolbild)
Foto: imago images / ULMER Pressebildagentur

Niemand möchte sich mit dem Coronavirus anstecken. Doch dabei gerät für viele Menschen in Thüringen eine andere Gefahr völlig aus dem Blick.

Eine andere Krankheit hat in dieser Saison laut der „Thüringischen Landeszeitung“ bereits sechs Menschen in Thüringen das Leben gekostet: Die Grippe.

Thüringen: Ein Todesopfer war erst 20 Jahre alt

In der zweiten Märzwoche meldete das Gesundheitsministerium den Tod von zwei Patienten im Alter von 81 und 82 Jahren. Vier weitere Todesopfer in der aktuellen Grippe-Saison seien wie die kürzlich verstorbenen Senioren bereits hochbetagt.

Eine Patientin aus Südthüringen sei hingegen erst 20 Jahre alt gewesen. Ob sie an Vorerkrankungen litt, teilte das Ministerium nicht mit.

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Anstieg von Grippepatienten seit Herbst

Bereits zu Anfang März stellten die Ärzte laut „Thüringischer Landeszeitung“ einen drastischen Anstieg an Influenza-Patienten fest. Seit Herbst 2019 seien demnach über 5200 Menschen an Grippe erkrankt.

Mehr Labortests als in den Vorjahren durchgeführt

1037 davon erhielten ihre Diagnose in der letzten Februarwoche. Neun von zehn Erkrankungen wurden durch Labortests bestätigt. Der Thüringer Hausärzteverband vermutet, dass angesichts der Corona-Ängste Ärzte bei Patienten mit Erkältungssymptomen häufiger als in normalen Grippewintern eine Labordiagnostik veranlassen.

„Wer sicher Grippe hat, hat nicht Corona“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulf Zitterbart. Normalerweise verzichten Ärzte häufig auf Grippe-Labortests, weil die klinischen Symptome eindeutig sind. (vh/mit dpa)