Thüringen: Politikerin warnt! Prostituierte leiden besonders unter Corona-Maßnahmen – „Wo sind die Frauen hin?“

Corona Deutschland (13.3.)
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Die Corona-Krise stellt so gut wie alle Berufsgruppen vor riesige Herausforderungen. Viele Unterstützungsprogramme wurden bereits auf den Weg gebracht oder stehen kurz bevor. Eine Gruppe, die dabei aber so gut wie gar nicht berücksichtigt wird, sind etwa Prostituierte und Sexarbeiterinnen.

Aus den Reihen der Grünen in Thüringen wird Kritik laut: Die Arbeitsbedingungen seien meist schon zu „normalen“ Zeiten prekär. Für viele Frauen könnte die Krise dramatische Folgen haben.

Thüringer Politikerin schlägt in Corona-Krise Alarm: Lage prekär für Prostituierte

„Wir gehen davon aus, dass viele Sexarbeiterinnen hier in Thüringen festsitzen. Ihnen fehlen die Möglichkeiten, um zu ihren Familien in die Heimat zurückkehren zu können. Sie müssen sich jetzt – ohne Verdienstmöglichkeit – verschulden und kommen gerade nur über die Runden, indem sie sich Geld von Bekannten borgen“, sagt Laura Wahl, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion.

Es gebe außerdem Berichte, dass viele der Wohnungen, die sonst sowohl zum Arbeiten als auch zum Schlafen genutzt werden, leer seien, so die Grünen-Politikerin.

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„Dieser Umstand erfüllt uns mit großer Sorge“

„Dieser Umstand erfüllt uns mit großer Sorge. Wo sind die Frauen hin? Es ist zu befürchten, dass einige Sexarbeiterinnen aufgrund ihrer Einnahmeausfälle gerade massiv von Obdachlosigkeit bedroht sind. Soziale Sicherungsnetze greifen bei dieser Gruppe kaum, weil die Dunkelziffer hoch ist“, berichtet Wahl.

Sie forderte deshalb erneut eine Beratungsstelle für Prostituierte. „Das Land steht in der Verantwortung, auch für diese Berufsgruppe eine existenzabsichernde Unterstützungsleistung auf den Weg zu bringen.“