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Thüringen: Nach tragischem Bus-Unglück – Fake-Spendenaufruf? „Auf das Schärfste zu verurteilen“

Busunfall-Thüringen
In Thüringen ist im Januar ein Schulbus verunglückt – mit tödlichen Folgen für zwei Kinder. Foto: Swen Pförtner/dpa

Wartburgkreis. 

Der Unfall hatte im Januar ganz Thüringen erschüttert. Ein Schulbus war an einem Donnerstagmorgen von der Straße und dann einen Hang hinunter gerutscht. Ein Junge und ein Mädchen starben bei dem schrecklichen Unglück. Sie wurden nur acht Jahre alt.

Die Unfallermittlungen dauern auch drei Monate nach dem tödlichen Unglück noch an. Währenddessen sorgt ein falscher Spendenaufruf für Entsetzen bei den Menschen in Thüringen.

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Am 23. Januar passierte es: Ein Schulbus mit 23 Kindern an Bord war auf dem Weg von Eisenach zur Grundschule in Berka vor dem Hainich. Auf der eisglatten Straße kam er kurz vor dem Ort ins Rutschen und stürzte in einen Graben. Ein Mädchen und ein Junge im Alter von acht Jahren wurden aus dem Bus geschleudert und starben. Mehrere Kinder wurden verletzt.

Das Landratsamt des Wartburgkreises hatte nach dem tragischen Unglück zu einer Spendensammlung für die Opfer des Unfalls aufgerufen. Doch die Hilfsbereitschaft der Thüringer sei wohl schamlos ausgenutzt worden.

Gerüchten zufolge wurde von einer Privatperson über das Internet ebenfalls Geld für Opfer des Schulbusunglücks gesammelt, aber bislang nicht ausgezahlt, so das Landratsamt. Die Polizei ermittelt dazu aktuell.

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Das Landratsamt Wartburgkreis stellt klar, dass diese Aktion nichts mit der offiziellen Spendensammlung zu tun hatte. Das Geld, das auf dem Spendenkonto des Amtes eingegangen ist, wurde Anfang April an die betroffenen Familien ausgezahlt.

„Sollten sich diese Gerüchte als wahr erweisen, würde ich dies auf das Schärfste verurteilen. Aus dem Leid und dem Mitgefühl anderer Kapital schlagen zu wollen, wäre mehr als verwerflich“, so Landrat Reinhard Krebs.

Ermittlungen zu Bus-Unglück bald abgeschlossen

Die Unfallermittlungen stehen indes wohl kurz vor dem Abschluss. „Wir rechnen damit, dass in etwa vier Wochen eine Abschlussentscheidung getroffen werden kann“, sagte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Meiningen am Dienstag. Die Ermittlungen konzentrierten sich derzeit noch auf zwei Beschuldigte: den Fahrer des Unglücksbusses und einen Mitarbeiter des Busunternehmens.

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Zur Aufklärung des Geschehens hatten die Ermittler Gutachten eingeholt, unter anderem zum Zustand des Busses. Die Ermittlungen gegen den Mitarbeiter des Busunternehmens beziehen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf die Wahl der Route zu der Schule. Dafür war eine Nebenstrecke gewählt worden. Dadurch sollte der Bus direkt an der Schule halten und so vermieden werden, dass die Kinder nach dem Aussteigen eine Straße überqueren müssen.

Tragischerweise war eben diese Nebenstrecke am Unglückstag aber vereist. (fno/dpa)