Friseure in Thüringen dürfen trotz Corona endlich wieder öffnen – aber nicht einfach so: „Das wird kein Arbeiten wie zuvor“

Corona: Friseure in Thüringen dürfen ab Montag wieder öffnen. Mit strengen Auflagen.
Corona: Friseure in Thüringen dürfen ab Montag wieder öffnen. Mit strengen Auflagen.
Foto: dpa

Erfurt. Diesen Tag haben sich wohl viele Menschen in Thüringen sehnlichst herbei gewünscht. Nun ist es bald soweit: Die Friseure in Thüringen dürfen wieder öffnen, und dem Haar-Chaos auf den Köpfen der Thüringer kann endlich ein Ende bereitet werden.

Doch so einfach wird es leider nicht. Ab Montag, wenn die Friseure wieder öffnen dürfen, wird sich in den Haarsalons im Freistaat so einiges ändern.

Friseure in Thüringen dürfen wieder öffnen – aber diese Regeln gelten

„Das wird kein Arbeiten wie je zuvor“, blickt Salonbesitzerin Claudia Dzialoszynski gespannt, aber voller Vorfreude auf den kommenden Montag. Sie ist Geschäftsführerin von zwei Friseursalons in Erfurt, die ab Anfang nächster Woche nach über einem Monat Zwangspause endlich wieder ihre Türen öffnen dürfen.

„Das war der absolute Wahnsinn“, beschreibt Dzialoszynski die vergangenen sechs Wochen. So lange kamen keine Kunden – und folglich auch kein Cent in die Kasse. „Trotzdem mussten wir viel Geld in die Hand nehmen, um für die bevorstehende Zeit aufzurüsten.“

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Desinfektionsmittel, Plexiglasscheiben für die Kasse, ausreichend Mundschutze und Handschuhe – die Auflagen für die Wiedereröffnung der Friseurbetriebe sind hoch.

„Corona-Regeln“ beim Friseur – darauf musst du dich einstellen:

  • Friseur und Kunde müssen Mund- und Nasenschutz tragen.
  • Bei jedem Kunden müssen zunächst die Haare gewaschen werden.
  • Kunden dürfen sich die Haare nicht selbst föhnen, um Kontakte mit Geräten so gering wie möglich zu halten.
  • Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen nicht ausgeführt werden.
  • Mindestens je 1,5 Meter Abstand zwischen den Friseurarbeitsplätzen muss bestehen.
  • Wartebereiche und Spielecken müssen geschlossen bleiben.
  • Es dürfen keine Getränke ausgegeben werden.
  • Zeitschriften dürfen nicht zur Verfügung gestellt werden.
  • Im Kassenbereich sollte ein Schutzschild aufgestellt werden.
  • Friseurräume, auch Pausen- und Sanitärräume, müssen ausreichend belüftet werden.
  • Nach jeder Kundenbehandlung müssen Friseurstuhl und Ablagen gereinigt werden.

Friseure fürchten Imageverlust

Das stellt viele Salons vor eine große Herausforderung, nicht nur wegen der benötigten Materialien und den damit verbundenen Kosten.

Auch das Image der Friseure wird sich verändern, so die Salonbesitzerin aus Erfurt. „In unseren Salons ist alles sehr wohnlich gestaltet und wir richten auch unseren kompletten Service auf das Wohlgefühl des Kunden aus – das fällt fast alles weg.“

Sie hoffe zwar, das Konzept so gut wie möglich weiterfahren zu können. „Aber der Friseurbesuch hat dann eben fürs erste keinen Wellness-Charakter mehr.“ Erstmal ginge es ganz pragmatisch nur um eins: die Haare sollen wieder schön gemacht werden.

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Friseurbesuch wird teurer

Claudia Dzialoszynski muss die Öffnungszeiten und Schichten in den beiden Haarsalons „Haarkunst“ am Erfurter Anger und in der Magdeburger Allee umstellen. Sie muss das Leistungs-Angebot der Salons reduzieren, da „Face-to-Face“-Anwendungen wie Make-up, Bartpflege und Wimpern-Färben nicht mehr erlaubt sind.

Und sie muss damit rechnen, dass sich einige Kunden über höhere Preise ärgern werden, die sie vornehmen muss, um unter anderem gestiegene Materialkosten zu begleichen.

Und trotz aller Auflagen ist die Salonbetreiberin mega glücklich, dass sie nun wieder öffnen kann. „Auch die Mitarbeiterinnen freuen sich, dass es endlich weitergeht.“ Sie haben sich in Webinaren ersteinmal darauf vorbereiten müssen, wie man den Kunden, wenn sie einen Mundschutz tragen, die Haare schneidet. „Da wurden ganz neue Techniken gelernt“, erzählt Dzialoszynski stolz. Jetzt sei man gut vorbereitet auf die Wiedereröffnung. „Ich bleibe optimistisch!“