Hotelier in Thüringen klagt an: „Es wird Zeit zu handeln“

Ein Hotelier in Thüringen hat einen emotionalen Appell an die Politik gerichtet.
Ein Hotelier in Thüringen hat einen emotionalen Appell an die Politik gerichtet.
Foto: dpa

Gotha. Der Tourismus liegt wegen des Coronavirus brach, Restaurants und Hotels sind bis auf Weiteres geschlossen. Für viele Hoteliers und Gastronomen bedeutet das enorme Umsatzeinbußen, wie lange sie noch durchhalten, ist unklar. Nun hat ein Hotelier aus Thüringen einen Appell verfasst, der ans Herz geht.

Der Hotelier betreibt das Hotel Der Lindenhof in Gotha (Thüringen). Auf der Facebook-Seite des Hotels hat sich Olaf Seibicke, Direktor des Hotels, an die Politik und alle Mitleser gewandt. Mit eindringlichen Worten.

Hotelier aus Thüringen hat dringenden Appell

„Der Tourismus liegt auf der Intensivstation“, so beginnt er seinen Text. Was klingt wie der Titel eines Gedichts, stellt auch beim restlichen Text fest, dass es nicht weit von Lyrik entfernt ist.

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„Vor wenigen Wochen noch kerngesund oder zumindest in altersgerechter Verfassung hat sich der Zustand des Patienten – Thüringer Tourismus – rapide verschlechtert. „Notfallbetten“ gibt es mehr als genug. Nur darin schlafen will niemand. Darf niemand. Thüringen als Grünes Herz von Deutschland – war, sollte und wollte immer eine Urlaubsregion sein. Schöne Landschaften, Kultur, gesunde Natur und Gastgeber deren Freundlichkeit vom Herzen kommt. Jetzt sind die Gastgeber am Herzen erkrankt“, schreibt der Direktor.

Es mache krank, dass die Hotels nicht öffnen dürfen. Und das nicht nur finanziell. „Sie leiden, denn Sie dürfen Ihrer Passion nicht folgen. Freundlich sein und anderen Menschen dienen. Dieser Verlust macht schlapp. (...) Es wird Zeit, über Regeneration und Maßnahmen zu sprechen und zu handeln. Eine Kur für die gestresste Seele der Touristiker und ein Ausblick auf Erholung. Wenn die Politik will, dass Thüringen das grüne touristische Herz Deutschlands bleibt, muss sie helfen, dass die Herzen der Hotellerie weiter schlagen werden.“

Der Direktor des Hotels erhält viel Zustimmung

Der Hotelier bekommt für seinen Appell viel Unterstützung.

  • „Haltet durch, ihr werdet noch gebraucht!“
  • „Hoffentlich hat der Wahnsinn bald ein Ende“
  • „So schön geschrieben“
  • „Leider macht man sich halt mehr Gedanken, wie Millionäre wieder Fußball spielen können“

Dass Mitgefühl der Menschen ist groß, viele haben Verständnis für den Hotelier. Dass der Tourismus diesen Sommer wieder anrollt, steht noch in den Sternen.

Tausende Existenzen drohen zu zerbrechen

Wie lange Hotels und Restaurants noch geschlossen haben müssen, bleibt weiterhin unklar. Klar ist nur: Es drohen Tausende Existenzen zu zerbrechen, wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, wie man Leben schützen und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln kann. (fb)