Corona in Thüringen: Doch noch Sommerurlaub? So könnte es klappen

Sommerurlaub trotz Corona-Krise? So könnte es möglich werden. (Symbolbild)
Sommerurlaub trotz Corona-Krise? So könnte es möglich werden. (Symbolbild)
Foto: imago images/Chromorange

Viele haben sich vermutlich schon von dem Gedanken verabschiedet, in den Sommerurlaub zu fahren. Reisen ins Ausland? Kaum vorstellbar angesichts der Corona-Krise. Doch ein Verband aus Thüringen hat jetzt eine Idee.

Denn der Verband glaubt nicht, dass in Corona-Zeiten gar kein Urlaub in Thüringen und Co. möglich ist. Vielmehr sollten die Menschen auf eine andere Form des Urlaubs setzen. Weg vom Pauschalurlaub, hin zu Individualreisen. In Deutschland. Besser noch: In Thüringen.

Doch wie soll das aussehen?

Corona in Thüringen: Sommerurlaub möglich?

Da kommen die Campingplatzbetreiber in Thüringen ins Spiel. Reinhard Schniz, Vorsitzende des Verbandes der Campingwirtschaft Thüringen glaubt: Die Menschen setzen auf Individualreisen.

Davon könnten wiederum die Zeltplätze profitieren. Angesichts der für die Branche wichtigen Feiertage Himmelfahrt und Pfingsten hofft der Verband auf eine möglichst rasche Öffnung der Campingplätze.

Die beiden langen Wochenenden bringen den Betreibern Schniz zufolge im Schnitt ein Drittel des Jahresumsatzes. „Wenn das wegfällt, wird es für die Unternehmen bedrohlich“, sagte er. In Thüringen sind nach der Landesverordnung zur Eindämmung der Pandemie Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben „für touristische Zwecke“ derzeit untersagt. Das gilt auch für Touristen auf Campingplätzen.

----------------------------

Mehr Themen aus Thüringen

Erfurt: Jugendliche machen Radtour im Steigerwald – sie endet dramatisch

Sechs-Tage-Woche für Schüler in Thüringen? „Wie zu DDR-Zeiten"

Thüringen: Frau sexuell missbraucht – Tatverdächtiger ist erst 13 Jahre alt

----------------------------

Dauercamper dürfen jetzt schon wieder auf den Platz

Dauercamping ist nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) aber erlaubt, wenn die Betreiber ihre Zustimmung zum Betreten der Plätze geben und Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Auch Zusammenkünfte etwa auf Grillflächen seien nicht erlaubt.

Auf dem Campingplatz Hohenfelden (Kreis Weimarer Land) etwa halten sich derzeit Dauercamper auf, allerdings sind die sonst gemeinschaftlich genutzten Sanitärgebäude geschlossen. „Nur die 16 Dauercamper, die ihren angemeldeten Hauptwohnsitz auf dem Platz haben, dürfen unter Wahrung von Hygiene- und Desinfektionsbestimmungen auch in Sanitärgebäude“, sagte Geschäftsführerin Nadin Luther.

+++Corona in Thüringen: Mehr Wildunfälle durch Pandemie – das ist der Grund+++

Die anderen Dauercamper müssten die Sanitärausstattung ihres Wohnwagens nutzen – sofern vorhanden. Der nach eigenen Angaben größte Thüringer Campingplatz verfügt über insgesamt 400 Dauerstellflächen für Wohnwagen und -container, 36 Ferienhäuser und 300 Stellflächen für Zelte.

Wirtschaftsministerium: Campingwirtschaft könnte zuerst öffnen

Nach Einschätzung des Thüringer Wirtschaftsministeriums gehört die Campingwirtschaft zu den touristischen Anbietern, die unter bestimmten Bedingungen wieder zuerst öffnen könnten. Der Camping-Branchenverband habe ein Konzept dafür erarbeitet, sagte Schniz.

+++Hotelier in Thüringen klagt an: „Es wird Zeit zu handeln"+++

So sollten aus Verbandssicht beispielsweise zunächst nur Wohnwagen und Wohnmobile zugelassen werden. Um Abstandsregelungen einhalten zu können, müsse gegebenenfalls auch die Zahl der Stellflächen reduziert werden. Gruppenreisen sollten zunächst weiter nicht möglich sein, auch keine Badebesuche an den Seen gelegenen Campingplätzen.

In Thüringen gibt es mehr als 50 Campingplätze, die im vergangenen Jahr nach Zahlen des Statistischen Landesamtes rund 690 000 Übernachtungen verbuchten. (abr mit dpa)